SZ-Leser-Reporter beklagt Rodungen im Hülzweiler Wald

SZ-Leser-Reporter beklagt Rodungen im Hülzweiler Wald

Dass im Hülzweiler Wald so viele Bäume gefällt wurden, gefällt Erich Hartmann aus Steinrausch so gar nicht. Die Eichen im Waldstück seien gezüchtet, um geschlagen zu werden, sagt der Umweltbeauftragte der Gemeinde.

"Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich nach der Winterpause mit meiner Frau zum ersten Mal wieder im Hülzweiler Wald spazieren gehen wollte", erklärt Leser-Reporter Erich Hartmann aus Steinrausch. Das Ehepaar spaziert gerne zum Waldparkplatz an der Mariengrotte.

Die Freude daran wurde ihm, wie er betont, allerdings schnell getrübt, als er die Rodungsarbeiten in dem Waldstück gesehen hat. "Da sind so viele Bäume weg, das gleicht Kannibalismus. Gerade den Schatten, den die Bäume gemacht haben, haben wir über den Sommer hier genossen", beklagt er.

Ebenso unverständlich ist für ihn der Zustand des Waldweges: "Hier war früher ein schmaler Weg mit weichem Waldboden. Jetzt ist der Weg auf fünf Meter ausgebaut und mit dickem Schotter aufgefüllt. Das ist sehr gefährlich, sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer." Zudem sind ihm die vielen Schneisen aufgefallen: "Die sind wohl mit großem Gerät hier reingefahren, davon erholt sich doch ein Wald nicht mehr", sagt Hartmann.

"Die Forstwirtschaft ist immer ein Kompromiss", sagt hierzu Hans Joachim Both, Umweltbeauftragter der Gemeinde Schwalbach. Das Waldstück mit der Kennzeichnung "Abteilung 63" gehört zu den insgesamt 490 Hektar Gemeindewald und war, wie Both erläutert, seit Herbst im Bewirtschaftungsprogramm. "Es handelt sich bei diesem Wald nicht um einen natürlich gewachsenen Wald, vielmehr werden dort Eichen gezüchtet, die, wenn sie ihre volle Größe erreicht haben, geschlagen werden", erklärt er. Um zu wachsen, brauchen die Bäume Licht, "Zielbäume", die erhalten werden sollen, werden vom Förster markiert, die übrigen Bäume werden geschlagen. Über die Erschließungswege, die etwa alle 40 Meter vorgesehen sind, wird das Industrie- und Brennholz abtransportiert. "Der Erdweg war nach dem Winter so zerfahren, dass wir an den nassen Stellen mit Schotter nachbessern mussten", sagt Both.

Nachhaltigkeit im Blick

Leser-Reporter Erich Hartmann ist entsetzt über die Rodungen im Hülzweiler Wald. Foto: C. Merkel. Foto: C. Merkel

Noch im Sommer, erklärt er, soll der Weg erneut abgeschoben werden, zudem wird eine Entwässerung angelegt. "Wir müssen uns im Rahmen der Waldwirtschaft an die Nachhaltigkeit, aber auch an die Vorgaben der Zertifizierung halten, zudem dürfen wir die Wirtschaftlichkeit auch nicht aus den Augen verlieren." Both meint, dass sich der Wald schnell erholen wird.

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