Schwalbacher Pilot-Projekt

Pilotprojekt JSG Schwalbach: Nach einer Satzungsänderung des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) schicken die Clubs aus Elm, Schwalbach, Hülzweiler und Ensdorf ihren Nachwuchs künftig als Jugend-Spielgemeinschaft aufs Feld.

Wenn die Kicker vom SV Hülzweiler, FV Schwalbach , FC Elm und FC Ensdorf früher auf den Fußballplätzen der Region ums Leder kämpften, ging es um die Ehre und zur Sache. Eine Pleite gegen den Ortsnachbarn - was für eine Blamage. Diese Rivalität scheint Geschichte zu sein. Im Jugendbereich gehen die vier Klubs schon lange gemeinsame Wege und mit Spielgemeinschaften auf Tore-Jagd. Künftig wollen sie nun noch enger zusammenarbeiten. An diesem Wochenende startet die neue Jugendspielgemeinschaft Schwalbach in die Saison.

Quer durch alle Jahrgänge schicken die Stammvereine ihren kompletten Nachwuchs aufs Feld. Von der A- bis zur E-Jugend nehmen mindestens zwei JSG-Teams pro Altersklasse an Rundenspielen teil. Insgesamt treten 230 Kinder und Jugendliche in 13 Teams an, betreut von 26 Trainern. "Aus bestehenden Spielgemeinschaften mit unterschiedlichen Namensgebungen ist eine JSG entstanden. Ein Novum im Saarländischen Fußballverband", erzählt Christoph Reinhard, der JSG-Jugendkoordinator vom federführenden FV 09 Schwalbach . Die Idee: Durch den Zusammenschluss können die Klubs allen Fußball-Kids in der Großgemeinde Schwalbach und Umgebung einen Spielbetrieb ermöglichen. In allen Altersklassen, was ohne die JSG nicht mehr möglich gewesen wäre. Das Ziel: Unabhängig vom Leistungsvermögen sollen die jungen Kicker zu einem fairen, sozialen Verhalten angeleitet und von qualifizierten Trainern noch gezielter gefördert werden. So der Plan. Der demografischen Entwicklung geschuldete Spielgemeinschaften gab es schon. Auch Jugend-Fördergemeinschaften sind nichts Neues. Für Jürgen Schmitt war dies keine Option. "Bei einer JFG wäre die aufwendige Gründung eines eigenständigen Vereins nötig gewesen. Solche Vereine haben sich aber verselbstständigt, und am Ende zählt dort nur noch Leistung. Wir wollten einen anderen Weg gehen", sagt der Vorsitzende des SV Hülzweiler.

Doch dieser Weg musste erst geebnet werden. Vor der Gründung der JSG (für zunächst drei Jahre) war sogar eine Satzungsänderung beim Verband nötig gewesen. Auf Antrag der vier Vereine wurde eine JSG in den SFV-Rahmenrichtlinien "Spielbetrieb Jugend " unter Punkt fünf als neue Alternative aufgenommen. Wichtig für alle Beteiligte: Die Bindung der Spieler zu den einzelnen Heimatvereinen der JSG bleibt gewahrt. Reinhard ist sich sicher: "Jetzt haben wir endlich die Grundlage für eine längere Kooperation. Man wird uns beobachten. Wir sind ja quasi ein Pilotprojekt."