1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Schwalbach

Schwalbach Freundeskreis will Verkehrskreisel an Hauptstraße/Ensdorfer Straße

Zentraler Verkehrspunkt in Schwalbach : Schwalbacher macht sich für Kreisel stark

Für Norbert Geber ist es ein Herzenswunsch. Er möchte einen Verkehrskreisel im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Ensdorfer Straße. Bereits vor drei Jahren hat er das angeregt. Bis dato ohne Erfolg. Doch er gibt nicht auf und erneuert nun sein Anliegen.

Der Verkehrsknoten Hauptstraße/Ensdorfer Straße ist ein Ärgernis für Norbert Geber. Der Schwalbacher Rentner ist kein direkter Anlieger, fährt die Strecke jedoch häufig.

Dabei ist ihm bereits vor drei Jahren einiges unangenehm aufgefallen. Durch das Warten an der Ampelanlage zu den Stoßzeiten komme es zur einer großen Abgasbelastung und zu Fahrzeuglärm für die Anlieger. Außerdem seien ständig Ein- und Ausfahrten unpassierbar. Auch die Kundenparkplätze der Kreissparkasse auf der gegenüberliegenden Straßenseite würden kaum genutzt, statt dessen parkten die Kunden, so Geber, auf dem Bürgersteig direkt neben der Kreissparkasse.

Beim Ortstermin beschreibt er die Situation: „Zu den Hauptzeiten stehen die Autos hier in beiden Straßen in langen Schlangen, so dass Anlieger nicht aus ihren Ausfahrten kommen und auch die Ein- und Ausfahrten der einmündenden Straßen sind zu.“ Mit ein Grund für die Autoschlangen in der Ensdorfer Straße könnte sein, dass in der Ensdorfer Straße der Rechtsabbiegestreifen sehr kurz geraten ist und sich erst kurz vor der Ampelanlage abteilt.

Um dieser Situation entgegenzuwirken, formierte sich Geber vor drei Jahren mit einigen – nicht näher genannten – Anliegern des Verkehrsknotens zum „Freundeskreis Verkehrskreisel Hauptstraße/Ensdorfer Straße jetzt!“ und verfasste ein entsprechendes Schreiben an die Gemeinde Schwalbach, deren Gemeinderat, das Verkehrsministerium und die Kreissparkasse.

Doch der Freundeskreis kritisiert die Situation nicht nur, wie der Name schon sagt, er hat auch einen Vorschlag: einen Verkehrskreisel. „Die Reaktionen vor drei Jahren waren ernüchternd“, sagt Geber. Das Ministerium antwortete, dass der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) – die Hauptstraße ist eine Landstraße und fällt damit in deren Zuständigkeitsbereich – derzeit keine Notwenigkeit sehe. Die Kreissparkasse verwies auf die Gemeindeverwaltung und die Gemeindeverwaltung teilte mit, dass derzeit kein Kreisel in Planung sei.

Doch Norbert Geber und sein „Freundeskreis“ geben nicht auf und erneuerten nun in einem Erinnerungsschreiben deren Kreisel-Vorschlag. Dabei gebe es zwei Varianten: einen Minikreisel auf der existierenden Fläche des Einmündungsbereichs der beiden Straßen oder eine größere Variante. Dazu müsste jedoch das leerstehende Gebäude der ehemaligen Kneipe „Schackmanns Eck“ abgerissen werden, meint Geber. Das Haus ist allerdings in Privatbesitz.

Aufgrund des aktuellen Schreibens des „Freundeskreises“ fragte die SZ bei der Gemeindeverwaltung an, wie der derzeitige Sachstand ist und wie die Chancen auf einen Verkehrskreisel stehen. Gebers Anliegen, heißt es aus dem Rathaus, sei der Gemeinde seit 2017 bekannt. „Als eine der zentralen Kreuzungen in der Gemeinde unterliegt dieser Verkehrsknotenpunkt ohne Frage einer starken verkehrstechnischen Belastung. Gleichwohl müssen bei der Prüfung zur Realisierung aber auch vorhandene Eigentumsverhältnisse, technische Vorgaben und nicht zuletzt auch finanzielle Möglichkeiten der Gemeinde beziehungsweise anderer Behörden mit berücksichtigt werden. Unter anderem deshalb musste auch bereits vor einigen Jahren die Idee eines so genannten Minikreisels als nicht realisierbar zurückgezogen werden“, heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus.

Und weiter: „Hinsichtlich der Straßenunterhaltung hat die zuständige Behörde (Verkehrsministerium) mitgeteilt, dass im Hinblick auf eine sparsame und nachhaltige Verwendung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel für den Straßenbau diese nur schwerpunktmäßig zur Erhaltung des Bestandsnetzes und zur Beseitigung von Leistungs- und Sicherheitsdefiziten im Straßennetz verwendet werden. Aktuell sind der zuständigen Behörde an dem genannten Knotenpunkt aber keine Leistungs- oder Sicherheitsdefizite bekannt, die eine Aufnahme von Planungen und Investitionen in einen Umbau durch den Straßenbaulastträger rechtfertigen würden.“ Übersetzt heißt das, dass sich beim Ministerium an deren ursprünglicher Bewertung „keine Notwenigkeit“ nichts geändert hat. Außerdem sei kein Geld da.

Dennoch gibt es vielleicht einen Funken Hoffnung für Geber und seinen „Freundeskreis“. Für die Gemeinde, so die Verwaltung, sei derzeit eine Fachfirma mit der Erstellung eines Verkehrsgutachtens beauftragt, in dem auch die Verkehrs- und Parksituation Hauptstraße/Ensdorfer Straße – neben einer Vielzahl vergleichbarer Örtlichkeiten – betrachtet werden soll. Vielleicht stellt das Gutachten ja eine Notwendigkeit fest. Sicher ist, dass Norbert Geber und seine Mitstreiter die Sache im Auge behalten werden.