Schon wieder Tonnen an Bauschutt in der Natur abgeladen

Kostenpflichtiger Inhalt: An der Landesstraße 342 bei Schwalbach : Schon wieder Tonnen an Bauschutt in der Natur abgeladen

Schon wieder wurde Bauschutt illegal in der Natur entsorgt – diesmal in der Gemeinde Schwalbach.

„Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, was sich da zugetragen hat“, betont der Schwalbacher Gemeindemitarbeiter Hans-Joachim Both, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung.

Worum geht es: Schon wieder ein Bauschuttskandal, diesmal in der Gemeinde Schwalbach. Gleich dreimal wurden ganze Lkw-Ladungen mit insgesamt 25 bis 30 Kubikmetern Bauschutt, genauer gesagt Dachziegeln, in der Natur abgeladen: „Das erste Mal wurden wir am 15. Oktober über die Vorkommnisse unterrichtet – ungefähr neun Kubikmeter Dachziegeln wurden an der Landesstraße 342 zwischen Schwalbach und Schwarzenholz abgeladen.“ Der Ort ist sehr schwer einsehbar, weiß Both, er liegt an einem kleinen Waldparkplatz, ganz in der Nähe der ehemaligen Gaststätte Waldhex: „Wenn man weiß, wo man hinsehen soll und aufmerksam ist, hätte man es zwar sehen können, aber der Ort liegt dennoch versteckt.“ Kaum hatte die Gemeinde den ersten Schutthaufen mithilfe eines Baucontainers entsorgt, lag bereits die nächste Lkw-Ladung an alten Ziegeln an gleicher Stelle: „Das muss ein Bauunternehmer oder ähnliches sein, solche Mengen kann man nur mit einem Lkw transportieren – vielleicht eine Abrissfirma oder sonst was.“

Jedenfalls ist Both sich sicher, dass das von einer Privatperson nicht geleistet werden kann: „Ich finde es eine bodenlose Unverschämtheit, seinen Müll einfach auf diese Weise zu entsorgen und die Gemeinde auf den Kosten sitzen zu lassen.“ Rund 2000 Euro wird die Entsorgung des Schutts kosten, neben dem Container, müssen sowohl der Transport als auch die Ablagerung bei einer zertifizierten Bauschutt-Deponie von der Gemeinde Schwalbach getragen werden. „Viel ärgerlicher ist aber die Sache an sich, es ist einfach eine Frechheit“, ist Both erbost.

Sogar ein drittes Mal hat der unbekannte Umweltsünder zugeschlagen, in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober hat die Serie ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit rund neun Kubikmetern Bauschutt wurde die bislang größte Menge an der Landstraße 140 zwischen Sprengen und Schwarzenholz entsorgt: „Das war in der Einfahrt der Sandgrube Ahrweiler – es waren dreimal genau die gleichen Ziegel, deshalb bin ich sicher, dass es immer der gleiche Täter war“, sagt Both. Da er nicht daran glaubt, dass die Serie einfach zu Ende geht, sah die Gemeinde keine andere Möglichkeit, als sich an die Öffentlichkeit zu wenden, damit die Sache bekannt wird und die Menschen achtsamer sind: „Wir hoffen wirklich, dass sich noch jemand meldet – ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand etwas gesehen hat.“ Dafür war die Nummer einfach zu groß, ist sich der Gemeindemitarbeiter sicher: „Ich bin auch davon überzeugt, dass es nicht aufhört – außer der Täter hat kein Dach mehr zum Abdecken“, behält Both ein Stück weit seinen Humor. Wer im besagten Zeitraum etwas Verdächtiges beobachtet hat, kann sich bei der Gemeinde Schwalbach unter der Telefonnummer (0 68 34) 57 11 40 melden.