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Schautanzfestival der Garden bei den Bollen in Hülzweiler

Schautanzfestival : Schautanzfestival in der Fastenzeit

Wichtig ist vor allem die Geschichte, die hinter einem Tanz steckt, und die erzählen sie alle nahezu perfekt.

Der Saal ist voll besetzt, das Publikum tobt – und dabei hat das zwölfte Schautanzfestival der Karnevalsgesellschaft Die Bollen im Haus für Kultur und Sport in Hülzweiler am Sonntagnachmittag streng genommen noch gar nicht richtig angefangen. Auf der Bühne stehen zwei Gruppen, die aufgrund ihres jungen Alters außer Konkurrenz angetreten sind. Die Jury ist ebenso begeistert wie die Zuschauer, letztere sparen nicht am Beifall, als die Kindergarde des gastgebenden Vereins „Die Bollen“ sowie der jüngste Tanznachwuchs der Faasend Rebellen Steinrausch die Bühne rocken.

Die Mitglieder der Bollen sind am Sonntag auf der Bühne dann aber eher selten zu sehen. Mit einer Ausnahme: Versiert führt Toni Caramazza, in der Bütt seit vielen Jahren zu Hause, durch das Programm. Das ist auf die Minute getaktet. Die Formationen vorwiegend aus dem Kreis Saarlouis, aber auch weit gereist aus Losheim, Wemmetsweiler oder Theley, zeigen mit ihren Choreografien allesamt karnevalistischen Tanz auf hohem Niveau.

Bewertet werden die Tänzerinnen und Tänzer aus den Kategorien Jugend, Junioren, Ü 15 und Männerballett von fünf Juroren, die sehr genau hinschauen. Viel Erfahrung mit der Bewertung der Garden hat Anja Kreuser von den Bollen. Sie hat eine Wertungsrichterlizenz vom Bund deutscher Karnevalsvereine (BDK) und weiß, worauf es ankommt. „Wir werten nach den vorgegebenen Richtlinien, schauen uns die Musik, die Choreografie, die Kostüme und die Umsetzung genau an“, erklärt sie. Wichtig, betont Anja Kreuser, sei vor allem die Geschichte, die hinter einem Tanz stecke. „Ich finde es besonders schön, wenn die Sache am Ende rund ist und eine Botschaft hat“, sagt sie. Besonders gerne bewertet sie den Tanznachwuchs. „Die Kinder strahlen noch so richtig Freude am Tanzen aus“.

Die Vorfreude galt bei ihr, wie wohl bei vielen Zuschauern dem Abschluss des langen Nachmittags: den Männerballetts. Doch bevor die an der Reihe waren, hatte zunächst der Nachwuchs das Sagen auf der Bühne. Hier wurde es mit Marienkäfern, Pinguinen und Paradiesvögeln zunächst einmal ganz schön tierisch. Ohne Leistungsdruck traten die Marienkäfer aus Wemmetsweiler an. „Wir sind zum ersten Mal überhaupt bei einem Turnier und wollten den Kindern, aber auch Eltern einfach mal zeigen, was die anderen Vereine so machen“, erzählte Sandra Köhler, Trainerin der Jugendgarde. Mit einer Teilnehmerurkunde und einem Lutscher für jede Tänzerin waren sie sehr zufrieden.

Die zahlenmäßig stärkste Truppe bei der Jugend kam von den Faasend Rebellen Steinrausch. Sie stellten tänzerisch die Frage „Was darf’s zu essen sein – vegetarisch oder Schwein?“ Mit ihren lustigen Kostümen, der flotten Choreografie und der mitreißenden Musik schafften sie den Sprung ganz nach vorne.

Auf Platz drei tanzten sich die Pinguine von Hampitania Bous. Foto: Merkel Carolin/Carolin Merkel

Im Hintergrund kümmerte sich Bianca Schuler von den Bollen mit ihrem Team um die Auswertung und den passenden Musikeinsatz. „Wir sind heute alle gefragt, damit die Veranstaltung reibungslos verläuft“, sagte sie in einer kurzen Verschnaufpause zwischen zwei Kategorien. Zu den zahlreichen Aufgaben der Helfer gehörte neben der Bewirtung auch die Vergabe der Garderoben. „Wir haben nicht so viel Platz, damit alle Garden sich gleichzeitig umziehen können. Also muss nach einem Wettbewerb immer gleich die Kabine geräumt werden“, verriet sie. Doch auch das funktionierte wie am Schnürchen, so dass am späten Nachmittag die Männer auf der Bühne dem begeisterten Publikum ein letztes Mal einheizen durften.