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Saarlouiser Kunstszene trauert um Günther Willeke

Saarlouiser Kunstszene trauert um Günther Willeke

Eine der prägenden Künstlerpersönlichkeiten im Kreis Saarlouis, Günther Willeke, ist am Samstag gestorben. Willeke, geboren 1928 in Griesborn, gehörte zu den Malern in der Region, die einerseits mit unverkennbarer, verschwenderischer Freude an Farbe und Form große Leinwandformate mit einer Portion Surrealismus füllen können, und die andererseits konstruktiv dabei sind, wenn Künstler sich selbst organisieren.Seit 1971 gehörte Willeke der Künstlergruppe Untere Saar an, 1985 bis 1998 war er mit einer Unterbrechung deren Vorsitzender.

In der zurzeit laufenden 41. Jahresausstellung der Künstlergruppe im Haus Ludwig in Saarlouis ist er zusammen mit seiner Frau Cilli noch vertreten.

Begonnen hatte Willeke mit einer Lehre als Dekorationsmaler 1943 bis 1946. Die handwerkliche Seite davon führte ihn in den Beruf des Malers; die künstlerische Seite führte ihn weiter an die Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Ein für ihn wichtiger Dozent war Karl Kunz. Sein künstlerisches Können gab er 1980 bis 1985 als Lehrer an der Schwalbacher Malschule weiter. Willekes Arbeiten, man muss das so sagen, beeindruckten: die frei gesetzten Kompositionen, abstrakt oder auch durchaus gegenständlich, wie zum Beispiel eine Ansicht von Ensdorf, in Farbnebeln, in vitalen Farbgewittern.

2008 wurden seine Bilder aus 60 Jahren in der Saarlouiser Kaserne VI gezeigt. Zur Eröffnung dieser Rückschau blieb kein Stuhl frei. Als Vorsitzender der Künstlergruppe Untere Saar "ist seine Bedeutung als Impulsgeber für die Region Untere Saar mit der seines unmittelbaren Vorgängers Victor Fontaine zu vergleichen. Beide haben die Kunstregion Untere Saar durch ihr Wirken stark beeinflusst. Auch über ihre Zeit als Vorsitzender hinaus", würdigte gestern der Vorsitzende der Gruppe, Gaetano Groß.