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Fußball
Beckinger will pauken und punkten

Marlon
Beckinger
Marlon Beckinger FOTO: Baldes
Schwalbach. Fußball-Saarlandligist FV Schwalbach empfängt Auersmacher. FV-Torwart hofft auf dasselbe Ergebnis wie vergangene Saison. Von Philipp Semmler

Marlon Beckinger wird es derzeit wirklich nicht langweilig: Der 21-Jährige befindet sich nicht nur mit dem FV Schwalbach im Abstiegskampf der Fußball-Saarlandliga, sondern auch noch mitten im Prüfungsstress. „Nächste Woche habe ich meine Abschlussprüfung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Dafür muss ich noch pauken“, berichtet der aus Biringen stammende Torhüter.


An diesem Samstag will Beckinger aber nicht nur pauken, sondern vor allem auch punkten. Denn dann empfängt er mit seinem FV in der Saarlandliga den Tabellendritten SV Auersmacher. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe. Aber zu Hause ist für uns etwas drin. Schließlich haben wir da auch gegen Eppelborn oder Köllerbach Zähler geholt“, sagt der Schlussmann.

Gegen Auersmacher wird er sicher das eine oder andere Mal Gelegenheit haben, sich auszuzeichnen. „Auersmacher hat eine sehr gute Offensive“, weiß der 21-Jährige. Und die trifft dann auf die bisher nicht immer sattelfeste Schwalbacher Defensive. Die ließ schon 43 Gegentreffer zu – das sind die zweitmeisten der Liga. Mehr Gegentore bekam nur Aufsteiger SV Rohrbach (56). Erst zwei Mal spielte der FV bislang „zu Null.“ Deshalb hat Beckinger ein klares Wunschergebnis: „Wenn es wieder so ausgehen würde wie letzte Saison, wäre das toll“, sagt er lachend. Da gewann der FV daheim 1:0.



Sollte Schwalbach das tatsächlich schaffen, wäre das nicht die einzige Parallele zwischen dieser und der letzten Spielzeit. In der Saison 17/18 startete Schwalbach katastrophal, war in der Hinrunde lange Letzter, schaffte aber am Ende doch noch den Ligaverbleib. Auch diese Saison war der Start des FV miserabel. In den ersten sieben Spielen kassierten die Grün-Weißen nur Niederlagen. Seitdem geht es aber langsam bergauf. „Wir sind wieder am Rest des Feldes dran“, freut sich Beckinger. Durch das jüngste 3:3 gegen die FSG Ottweiler-Steinbach schloss Schwalbach nach Punkten zum Vorletzten, den SF Rehlingen-Fremersdorf, auf. Beide haben 13 Zähler auf dem Konto.

Auch der Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz beträgt nur noch drei Punkte. „Wir können den Ligaverbleib also erneut schaffen“, sagt Beckinger. „Entscheidend dafür wird sein, dass wir gut aus der Winterpause kommen.“ So wie vergangene Saison, als der Club direkt nach dem Jahreswechsel 16 Punkte aus sechs Partien holte.

Auch damals stand Beckinger zwischen den Pfosten. Der Schlussmann hatte sich dem Club im Sommer 2017 angeschlossen. Beckinger kam damals vom Ligakonkurrenten SF Köllerbach. Obwohl Beckinger für einen Torhüter noch sehr jung ist, hat er schon 61 Einsätze in der Saarlandliga absolviert. „Für mich war es schon ein Ziel, in dieser Liga zu spielen“, erklärt er. Denn in der Jugend wurde er beim damaligen Regionalligisten Eintracht Trier ausgebildet.

Bei den Moselanern hätte er auch in den Kader der ersten Mannschaft aufrücken können, doch Beckinger entschied sich dagegen. „Trier hat damals ähnlich wie der 1. FC Saarbrücken seine U 23 abgemeldet. Als dritter Torwart ohne Chance auf Einsätze zum Regionalliga-Team zu gehen, war für mich keine Option.“ Der Grund: „Für einen Torwart ist Spielpraxis enorm wichtig, um sich weiterzuentwickeln. Deshalb war es die richtige Entscheidung, Trier zu verlassen“, sagt der Schlussmann.