1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Schwalbach

Freilichtbühne : Robin Hood kämpft in Hülzweiler für die Gerechtigkeit

Freilichtbühne : Robin Hood kämpft in Hülzweiler für die Gerechtigkeit

Ab 30. Juli wird der Bereich um die Freilichtbühne Hülzweiler zum Sherwood Forest.

Seit Anfang Mai, erzählt Spielleiter Michela Schwed, ist das Ensemble der Volksbühne Hülzweiler dabei, das diesjährige Stück „Robin Hood“ einzustudieren. Bisher gab es nur Proben der einzelnen Szenen.

Das kommende Wochenende, sagt er, das traditionelle Probenwochenende, soll zeigen, wie die ersten Durchläufe klappen. Doch schon jetzt zeigen die rund 40 Akteure auf der Bühne, dass sie längst in ihren Rollen angekommen sind. Wobei, einige der tragenden Rollen scheinen unbesetzt. „Wir haben die klare Abmachung, dass in den ersten beiden Wochen der Sommerfeien noch Urlaub gebucht werden kann, danach ist Probenzeit“, erklärt Schwed. „Ja, man muss sich schon auf die Zeit einlassen. Familie, Freunde, andere Vereine, alles das hat in der heißen Probenphase und auch während der Aufführungszeit Pause“, weiß Annabell ­Schramm. Sie ist durch das Fechten zur Volksbühne gekommen, damals bei „Der Mann mit der eisernen Maske“ hat sie ihre Liebe zum Theaterspielen entdeckt und ist seither in jedem Jahr mit dabei. Sie freut sich ebenso auf die Kampfszenen wie Janina Busch, die zum ersten Mal ein Schwert führen wird. Doch das Stück „Robin Hood“ ist ihr nicht neu. „Bei diesem Stück habe ich im Jahr 2003 bei der Volksbühne zum ersten Mal auf der Bühne gestanden“, erinnert sie sich.

Damals wie heute ist Michael Schwed der Regisseur, die Fassung, die zur Aufführung kommt, stammt aus der Feder von Gisela Haupts. „Ich habe mit ganz bewusst das Video, das es von damals gibt, nicht angeschaut. Ich will ganz unvoreingenommen an die Sache rangehen, vielleicht schaue ich es im Nachgang an“, sagt Schwed. Auf sein Kommando sammeln sich alle Akteure hinter den Kulissen der Freilichtbühne. Immer wieder, erklärt er, ist eine Bühne mit Rundumblick und dazu ohne Vorhang eine ganz besondere Herausforderung für alle Akteure auf und hinter der Bühne.

Viele von ihnen sind längst erfahren auf den Open-Air Brettern.Doch, es sind längst nicht nur die alten Hasen, die im Alter von 72 Jahren wie Peter Langenfeld, der den Prior spielt, auf jahrelange Erfahrung zurückblicken können. Auch die jüngsten Akteure, Benedikt Bock und Eric Wilhelm, beide gerade mal zwölf Jahre alt, spielen schon seit vier Jahren mit. „Das macht ganz viel Spaß, auch die Proben sind okay, wenn unsere Freunde im Schwimmbad sind. Dafür kommen die alle zur Aufführung und können uns dann hier auf der Bühne sehen“, erklärt Eric. Mit dabei ist in diesem Jahr auch Benedikts jüngerer Bruder Gabriel. Mit gerade mal sieben Jahren spielt er einen der frechen Bauernjungen – Lampenfieber ist für ihn – noch – ein Fremdwort. Auch Robin Hood alias Björn Roik und die liebreizende Lady Marian, gespielt von Nadine Bednarek, haben mittlerweile sehr viel Bühnenerfahrung gesammelt und werden das Publikum begeistern.

Was für die Romantiker: Das Paar des Stücks Robin Hood (Björn Roik) und Lady Marian (Nadine Bednarek). Foto: Carolin Merkel
Wieder mit dabei: Souffleuse und Autorin Gisela Haupts. Foto: Carolin Merkel
Szene aus den Probe. Foto: Carolin Merkel
Damit später alles klappt, wird viel geprobt, auch die Kämpfe. Foto: Carolin Merkel
Turbulent geht es im Stück zu. Foto: Carolin Merkel
Die Freilichtbühne feiert in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag. Foto: Carolin Merkel

Ein Wiedersehen gibt es ab Sonntag, 30. Juli, dem Tag der Premiere auch. Hubert Haupts, inzwischen Ehrenvorsitzender der Volksbühne Hülz­weiler, lässt es sich nicht nehmen, mitzumischen. Er mimt den Sheriff von Nottingham. Und schon der Probenbesuch zeigt, Haupts ist immer noch mit Leib und Seele dabei, liebt es, in die Rollen zu schlüpfen, bühnenpräsent und textsicher spielt er die Rolle des Fieslings. Wer am Ende siegt, das wird für die, die die Geschichte nicht kennen, nicht verraten. Wohl aber, dass eine Menge Kampfszenen auf die Zuschauer warten. Hier legen sich die Akteure mächtig ins Zeug, eine eigene Choreografie sorgt für Sicherheit, dennoch wird es atemberaubend, wie Schwed verspricht. „Ganz besonders freue ich mich auf die Szene auf dem Steg, direkt über dem Weiher, der die Freilichtbühne zu einem überaus idyllischen Ort macht. „Ich glaube, das wird den Zuschauern besonders gut gefallen“, sagt er. Während Kinder und Männer eher auf Aktion stehen, betont er, ist für die weiblichen Zuschauer natürlich auch für ausreichend Herzschmerz gesorgt – ein Stück für die ganze Familie eben.