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Rentner wehrt sich gegen den Wildwuchs

Rentner wehrt sich gegen den Wildwuchs

Schwalbach. Albert Gärtner aus Schwalbach fühlt sich von der Gemeindeverwaltung nicht ernst genommen. Seit einigen Jahren versucht der 86-Jährige seine Belange durchzusetzen, zum Teil über Anwalt und Gericht

 Ahornsprößlinge wachsen auf dem Grundstück. Foto: hth
Ahornsprößlinge wachsen auf dem Grundstück. Foto: hth

Schwalbach. Albert Gärtner aus Schwalbach fühlt sich von der Gemeindeverwaltung nicht ernst genommen. Seit einigen Jahren versucht der 86-Jährige seine Belange durchzusetzen, zum Teil über Anwalt und Gericht. Zunächst war es ein Ahornbaum vor seiner Tür in der Bierstraße, der ihn ärgerte, dann ist es der Hohlbach, der an seiner Grundstücksgrenze vorbeiläuft und dessen Ufer ständig zugewuchert sei. Gärtner sagt, die Gemeinde käme ihren Pflichten nicht nach und hat dagegen prozessiert. Die Gemeinde wiederum reagiert mit Unverständnis und sieht das Ergebnis eines vom Landgericht Saarbrücken in Auftrag gegebenen Gutachtens zu ihren Gunsten. Rückblick: 2008 ging Gärtner vor Gericht, weil, seiner Meinung nach, ein Ahornbaum vor seiner Haustür Samen absonderte, die sich quer über sein Grundstück zu kleinen Ahornbäumchen entwickelten. Eine Hecke, die seinen Vorgarten umrandete, habe er entfernt, weil der Ahornbaum angeblich ihr Wachstum verhindert habe. Statt der Hecke ließ Gärtner eine Mauer errichten. Für den Schwalbacher besonders tragisch: Seine Frau stürzte unlängst von dieser Mauer und brach sich zwei Wirbel, sitzt derzeit im Rollstuhl. Eigentlich hatte sich das Problem mit dem Ahorn fast schon erledigt, denn im April 2009 fuhr ein Autofahrer in den Baum, der abstarb. "Der Ahornbaum sollte umgehend gerodet werden", empfahl damals Karl-Heinrich Schmitt, vom Gericht bestellter Gutachter, nach einer Ortsbesichtigung im August 2009. Dieser Empfehlung kam die Gemeinde auch nach. Hans-Jürgen Woll, Leiter des Amtes für Bauen, Wohnen und Umwelt, teilte der Saarbrücker Zeitung auf Anfrage mit, dass "genau an dieser Stelle wieder ein Baum gepflanzt wird". Der Gutachter kam damals zu dem Ergebnis, dass durch den Baum zwar Laub und Samen auf das Grundstück der Familie Gärtner gelangt sei, aber eine Beeinträchtigung hielt er "grundsätzlich für relativ gering". In der näheren Umgebung stünden nämlich weitere Ahornbäume. Ob also ausgerechnet der Baum vor Gärtners Tür für die Sämlinge verantwortlich war, zweifelte der Gutachter an. Auch habe der Baum die Entwicklung der Hecke nicht beeinträchtigen können. Doch der Ahornbaum war ja nicht Gärtners einziges Problem. Der Schwalbacher ärgerte sich über den Wildwuchs und das Unkraut, die vom Hohlbach aus in sein Grundstück wucherten. "Die Gemeinde kommt ihrer Verpflichtung nicht nach, den Wildwuchs und das Unkraut am Bach regelmäßig zu entfernen", sagte Gärtner. Als der Gutachter im August 2009 vor Ort war, hat die Gemeinde einige Wochen zuvor den Bewuchs zurückgeschnitten, das Unkraut entfernt. Das würde sie tun, wann immer es notwendig sei, erklärte Woll. "Dieses Jahr waren sie noch nicht da", kritisierte Gärtner. Die Gemeinde kontrolliere den Bewuchs am Hohlbach regelmäßig, erklärt dagegen Woll, und wenn es Handlungsbedarf gebe, werde gemäht. Derzeit bestünde keine Not, den Bewuchs zu entfernen, da er Gärtners Grundstück in keiner Weise beeinträchtige.