Rathäuser im Kreis Saarlouis gestürmt

Faasend : Gebt den Narren das Kommando

Arme, arme Bürgermeister: Keiner kennt den Schlüssel zur Strategie, die Rathausschlüssel nicht abgeben zu müssen.

Ganz schlechte Karten hatte am Fetten Donnerstag der Schwalbacher Oberpanzerknacker, das Jahr über auch als Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer bekannt. Mit Jessica 1. und Kevin 1. von der IG Rosenmontagsumzug Schwalbach-Griesborn und Raoul 1. und Susi 1. von der KG Ri-Ra-Rutsch Schwalbach rückten ihm gleich zwei Prinzenpaare nebst Gefolge auf die Pelle. Und wie immer mit dabei im närrichen Rathaussturm waren natürlich auch Die Bollen aus Hülzweiler und der MGV Germania aus Elm. Bei gleich vier Vereinen, die sich anschicken den Panzerknacker-Schlupfwinkel im Schwalbacher Rathaus zu erobern, suchten der Bürgermeister und seine Ortsvorsteher ihr Heil darin, ihre Mitpanzerknacker besonders gut auszurüsten. Frisch gewandet im bekannten rot-blauen Panzerknackerdress bildeten die Rathausmitarbeiter eine Menschenkette um ihr Hauptquartier. Im Wortgefecht mit den Prinzenpaaren reklamierte der Verwaltungschef für sich und seine Mitstreiter, sie seien die größte Gang der Welt. Aber weder das noch der Versuch, die Narren mit Süßem und Hochprozentigem zu bestechen konnten, den Panzerknacker retten. Am Ende wurde er von den Gardemädchen aus dem Rathaus geführt und seine Panzerknacker standen schunkelnd Spalier. Der nächste närrische Höhepunkt ist am Rosenmontag um 13.30 Uhr der große Umzug.

Zahn-los in Wallerfangen: Nur kurz war die Gegenwehr von Bürgermeister Günter Zahn. Dann übergab er doch recht schnell die Rathausschlüssel an „Neimerder“-Chefin Bärbel Kirst und Ausscheller Dieter Schwarz. Den Zahn, die „Abschlussparty 2019“ im Rathaus feiern zu können, zog man dem Bürgermeister schnell, zumal die Wallerfanger „Neimerder“ tatkräftige Hilfe von Ute Klösels „Hansenberger Erdbeernarren“ aus St. Barbara und von den „Picarder Fräsch“ erhalten hatten. Nach der Kapitulation zogen Sieger und Besiegte in einem bunten Triumphmarsch quer durchs Dorf zur „Walderfingia“, um gemeinsam zu feiern. Und von wegen Mini-Umzug – immerhin 19 Gruppen und Wagen sorgten dabei für viel „Remmi-Demmi.“

Hexer Stefan Louis hatte beim Sturm auf dem Bouser Petrihof keine Chance: Auch mit seinen Hexen aus dem Rathaus, allesamt in klassischer Dienstbekleidung angetreten, musste er sich schnell den närrischen Heerscharen mit der KG Hampitania an der Spitze geschlagen geben. Nach kurzer Gegenwehr übergab er freiwillig die Schlüssel am Prinzenpaar Jürgen II und Susanne I sowie Präsident Dieter Simon. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie von den Kinderprinzenpaaren Dean und Johanna (St. Raphael), Finn und Jamilia (FGTS) und Philipp I und Robin I (Kinderhaus). Die Kampfesrobe von Bürgermeister Stefan Louis bereitete indes manch einem der kleinen Narren Kopfzerbrechen, überlegte doch so mancher von Ihnen, ob sich da nicht Knecht Ruprecht in der Zeit geehrt hatte.

Seit 11 Jahren sind sie beim Umzug mit dabei: Die Wadgasser Ramazottels. Foto: Alexandra Broeren
In Wadgassen hatten Bürgermeisterr Sebastian Greiber und die Ortsvorsteher keine Chance. Foto: Ruppenthal
Wallerfangens Bürgermeister Günter Zahn übergab schnell die Rathausschlüssel an „Neimerder“-Chefin Baerbel Kirst. Foto: Ruppenthal
Der Hexer Stefan Louis und seine Verteidigerinnen haben kapituliert. Foto: Ruppenthal

Auch seine Verkleidung als britischer Hofgardist, sein Gewehr und das Schild „No Exit“ halfen ihm nichts: Bürgermeister Sebastian Greiber und seine Ortsvorsteher kapitulierten schnell, nachdem die vereinigten närrischen Heerscharen der Wadgasser „Glasspatzen“, der IG Schaffhausen, der „Grenobler “aus Werbeln und der IG Faasend aus Differten zum Angriff auf das Rathaus geblasen hatten. Und mit einem imposanten Aufmarsch von insgesamt 25 Fußgruppen und Wagen schüchterten die vereinigten närrischen Heerscharen die Verteidiger schon tüchtig ein, bevor sie dann in einer zweiten Attacke zum endgültigen Angriff bliesen. Sieger und Besiegte erholten sich von diesem Kraftakt aber schnell, konnten sie sich doch im eigens auf der Rathauswiese errichteten Faasendzelt bestens stärken. Bis spät in den Abend wurde gemeinsam gefeiert, und auch heute Abend und die restlichen Fastnachttage geht es hier mächtig rund.