Politischer Frühschoppen in Hülzweiler: Thema Sicherheit und Hochwasserschutz

Politischer Frühschoppen : Neue Themen vor neuer Kulisse

Der politische Frühschoppen bei der Hülzweiler Kirmes thematisierte auch den Hochwasserschutz.

„Zum ersten Mal mit Frühschoppen und Kirmes in ganz neuem Bild.“ Damit sprach Moderator Michael Reidenbach gravierende Veränderungen auf dem Hülzweiler Marktplatz an. Reidenbach ist auch Sitzungspräsident des örtlichen Karnevalsvereins „Die Bollen“. Die brachten sieben Politiker ins Podium vor der stufenartig angelegten Biegung des Lochbaches. Dahinter stand am anderen Bachufer die Bühne mit den „Hülzweiler Dorfmusikanten“. An die 250 Besucher hatten sich am Sonntag zum traditionellen rund zweistündigen politischen Frühschoppen eingefunden.

Mit dabei waren Landrat Patrik Lauer (SPD), Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer (CDU), Hülzweilers Ortsvorsteher Georg Maringer (CDU), die Ortsratsmitglieder Stephan Kaster (SPD) und Ronny Willms (UWG), Kirsten Cortez (FDP, Saarlouis) und der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze (Die Linke, Saarbrücken).

Was die Offenlegung des Lochbaches gekostet habe und ob es fertig sei, wollte Reidenbach wissen. Wesentliche Eckdaten nannte Bürgermeister Neumeyer.

Vom Hochwasser 2008, das den Marktplatz in einen großen See verwandelt hatte, bis zu den Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro sowie 3,1 Millionen Euro an Fördermitteln. In den nächsten Jahren folge noch „etwas Feinschliff“.

Es habe im Vorfeld viele Befürchtungen gegeben, sagte Ortsvorsteher Maringer, die aber nicht eingetroffen seien. „Gestern waren wir nah am Besucherrekord dran.“ Als „eine gelungene Sache“ sah es Stephan Kaster. Auch wenn „im Moment noch alles sehr kahl“ ist. „Aber das war schon immer so.“ Im kommenden Jahr soll da mehr Grün hin.

„Das Ergebnis ist in unseren Augen katastrophal“, sagte Ronny Willms. „Mit dem eingesetzten Geld hätte man mehr machen können.“ Auch sei das Tanzen vor der Bühne kaum noch möglich. Denn da komme gleich der Bachlauf. Ortsvorsteher Maringer verwies auf den in früheren Zeiten aufgeschütteten Bereich des Marktplatzes. Wären die geplanten abgestuften Bachränder umgesetzt worden, dann „hätte es keinen Marktplatz mehr gegeben, in der Mitte wäre der Bach gewesen“.

Zwischendurch spielten immer wieder die „Dorfmusikanten“ unter Ralf Rosche auf. Das Männerballett der Bollen bekam noch einen Pokal für die saarländische Vizemeisterschaft 2019. Die hatten sie im April in Merchweiler errungen. Zum Schluss zeigten junge Tänzerinnen des Bollen-Zeltlagers 2019 einen schwungvollen Tanz. Beim Spiel „Tabu“ hatten die Podiumsteilnehmer Begriffe zu raten, die nur umschrieben werden durften.

Zum Zustand der Straßen sprach Moderator Michael Reidenbach unter anderem die Situation am Schwalbacher Berg an. Das sei Landstraße, sagte Bürgermeister Neumeyer, „das Land muss tätig werden“. Da komme wohl erst in zwei bis drei Jahren etwas in Gang. Schlaglöcher würden jedoch ausgebessert. Zur Forderung eines Zebrastreifens in der Saarwellinger Straße sagte Landrat Lauer: „Wir brauchen eine bestimmte Frequenz von Leuten, die da drüber gehen.“ Im Moment werde die nicht erreicht.

Zur weiteren Entwicklung der Freilichtbühne Hülzweiler sprach Neumeyer von einem größeren Sanierungsbetrag im nächsten Haushalt für die Ränge. Vorher seien die Toiletten dran. Einen Beitrag des Landkreises deutete Lauer an, denn „die Freilichtbühne muss zu einem Schmuckstück ausgebaut werden“.

Weiteres Thema war die Sicherheit. Auch für die Kirw seien die Kosten beim Sicherheitsdienst gestiegen, stellte Ortsvorsteher Maringer dar. Es brauche einfach mehr Leute. Als einen Fehler sah er, „dass der mittlere Dienst abgeschafft wurde“. „Die Polizei steht am Ende einer langen Kette“, sagte Neumeyer. Randale und mehr sei „auch eine Frage der Erziehung“. „Da läuft was schief“, meinte Landrat Lauer, wenn „wir mittlerweile schon Schoolworker an Grundschulen einsetzen müssen.“

Das Innenministerium sei für die Sicherheit zuständig, betonte Lauer, nicht die Kommunen. In einer Stadtpolizei, wie sie für Saarlouis im Gespräch ist, sah er keine Lösung. Dieses Personal habe nicht die Befugnis, Straftäter festzunehmen. „Die Polizei ist hoffnungslos unterpersonalisiert“, betonte Lauer. Die Polizeireform 2020 müsse „nochmal auf den Prüfstand“. „Wenn es zu Straftaten kommt“, pflichtete Cortez bei, „ist die Polizei zuständig.“ Es brauche aber auch mehr Zivilcourage und mehr Präventionsarbeit.

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