Pflegemedaille im Kreis Saarlouis vergeben

Pflegemedaille : Anerkennung für schwere Arbeit für die Mitmenschen

Sozialministerin Monika Bachmann überreicht in Schwalbach an sieben Empfänger die Pflegemedaille des Saarlandes.

Ohne sie bricht eine wichtige Säule der menschlichen Gesellschaft weg. Personen, die sich um andere kümmern, unentgeltlich und mit großer Anteilnahme. Am Donnerstagnachmittag wurden sieben von ihnen im Schwalbacher Rathaus mit der Pflegemedaille des Saarlandes ausgezeichnet.

Vorgeschlagen waren sie von Ortsvorstehern, Demenzverein oder auch der eigenen Tochter. Die Sieben stehen für Tausende von Menschen, die im Saarland Angehörige und Nahestehende versorgen. Denn mehr als 90 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt, stellte Sozialministerin Monika Bachmann dar. Ein Aspekt der Bevölkerungsentwicklung verschärfe diese Situation: „Wir werden immer älter, wir werden immer weniger.“

Dazu komme Demenz als weitere Schwierigkeit für die Pflegenden. Etwa 22 000 Demenzkranke seien es im Saarland, „die Dunkelziffer kennen wir nicht“. Um Angehörige zu entlasten, werde das Netz an Tageseinrichtungen und Beratung weiter ausgebaut. Jedoch hätten viele noch Angst, die Tagespflege für Angehörige zu nutzen. „Aber die sind nicht abgeschoben. Abgeschoben sind alle, an die man nicht mehr denkt.“

Zu den mit Urkunde und Pflegemedaille ausgezeichneten Personen zählt Angelika Noß aus Steinbach. Sie hat ihre eigene Mutter gepflegt, dann die Schwiegereltern, berichtete Bachmann. Derzeit betreut sie ihren Vater. Das geht so seit über zehn Jahren. „Was Eltern früher für uns getan haben, machen jetzt im Notfall die Kinder.“ Ellen Grünewald aus Bous pflegt seit Jahren ihre Mutter. Die ist inzwischen dement, mit allen Problemen, die damit aufkommen. Nebenbei ist Grünewald noch berufstätig.

Das Ehepaar Rita und Peter Stürmer aus Schwalbach versorgt seit 1979 seine Tochter. Die kam infolge Sauerstoffmangels bei der Geburt behindert zur Welt. Helga Sick aus Hostenbach kümmert sich um ihren Sohn, der zehn Wochen zu früh geboren wurde. „Eine 24-Stunden-Betreuung“, sagte Bachmann. Auch Sicks Ehemann ist gesundheitlich angeschlagen und muss versorgt werden. Margot Mittler aus Neuforweiler betreut ihren dementen Ehemann. Inzwischen kam Parkinson hinzu. Trotzdem hat Mittler gesagt, „ich will für ihn da sein“.

Seit rund 18 Jahren versorgt Maria Schlutt aus Schwalbach Menschen, die ihr nahe stehen. Dazu zählte die kranke Mutter, ihr an Krebs verstorbener Mann und eine verwitwete Freundin. Jetzt braucht ihre eigene Tochter Unterstützung. „Ich mache das auch gerne“, sagte Schlutt bescheiden. Als eine wunderbare Geste empfand sie, dass der Vorschlag zur Ehrung von der Tochter eingereicht worden war – eine Überraschung: „Das habe ich erst mit der Einladung erfahren.“

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