Neues Leben zieht ins alte Haus

Schwalbach. Es herrscht richtiges Leben im Haus Rupp - im Dickfranzens Haus in da Hienergass. Es ist das neue Zuhause des Fördervereins für Denkmalpflege und Heimatkunde in Schwalbach. Er ist dabei, das Haus mit Hilfe der Familie Schudell-Rupp als Besitzer liebevoll zu restaurieren. Das Ergebnis möchte der Verein nun am Samstag und Sonntag - beim Tag der offenen Tür - vorstellen

Schwalbach. Es herrscht richtiges Leben im Haus Rupp - im Dickfranzens Haus in da Hienergass. Es ist das neue Zuhause des Fördervereins für Denkmalpflege und Heimatkunde in Schwalbach. Er ist dabei, das Haus mit Hilfe der Familie Schudell-Rupp als Besitzer liebevoll zu restaurieren. Das Ergebnis möchte der Verein nun am Samstag und Sonntag - beim Tag der offenen Tür - vorstellen. Das Haus Rupp wurde 1684 in der Köllertaler Renovatur (Grundbuch) erwähnt, damals unter "Schunickels Haus". Aber die Entstehungsgeschichte des alten Bauernhauses geht bis ins Jahr 1588 zurück. Denn da kaufte bereits Nikolaus Schumacher, genannt "Schunickel", von einem Schäfer eine Ruine. Übrig geblieben sind ein Keller und ein riesiger Steinhaufen. Mit diesen Steinen baute "Schunickel" ein neues Haus mit Scheuer und Stallung. Als er aus dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) nicht zurückkehrte, erbte seine Enkelin Eva mit ihrem Mann Martin Preus das Haus. Es lag auf der Hühnergasse, der heutigen Hauptstraße von Schwalbach. Belegt ist die Geschichte des Hauses im Renovatur-Protocollo, einer Art Grundbuch von 1750 bis 1759, in dessen Besitz die Familie Schudell-Rupp ist. Der Grundbesitz ging von der Familie Preuss um 1700 an Paul Jaquemin, um 1745 an dessen Sohn Jakob, der 1761 Bürgermeister in Schwalbach wurde. Als Bürgermeister verwaltete er das Grundbuch, das er dem Haus hinterließ. 1876 gelangte Franz Rupp, genannt Dickfranzen, in den Besitz des Hauses, das bis heute der Enkelin Regina Schudell-Rupp gehört. Sie ist Mitglied im Förderverein und bot ihm das seit 1974 leer stehende ehemalige Bauernhaus als neues Zuhause an. Und der Verein lässt nun das historische Gebäude wieder aufleben. Während das Obergeschoss als Ausstellungsfläche genutzt werden soll, wird unten in der Küche und der 250 Jahre alten Backstube tüchtig gekocht und gebacken. Und wie früher Brot gebacken oder Butter hergestellt wurde, das zeigen die Mitglieder am Wochenende beim Tag der offenen Tür in der Hauptstraße 211. Los geht es am Samstag und Sonntag, jeweils um elf Uhr mit einem "Krautwischfeschd", einer Kräuterweihe, die zu den volkstümlichen Bräuchen am Hochfest Maria Himmelfahrt gehört. Offiziell wird das Fest am Samstag, um 16 Uhr eröffnet.