1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Schwalbach

"Mobbing geht alle anderen auch etwas an"

"Mobbing geht alle anderen auch etwas an"

Schwalbach. Es ist der letzte Termin einer kleinen Tournee im Kreis Saarlouis: Im Schwalbacher Gemeindesaalbau haben gestern rund 150 Schüler der Erweiterten Realschule das Theaterstück "r@usgemobbt" gesehen und anschließend über das Thema Mobbing diskutiert. Aufgeführt wurde es von drei Schauspielern des Ensembles "Comic-On" aus Köln

Schwalbach. Es ist der letzte Termin einer kleinen Tournee im Kreis Saarlouis: Im Schwalbacher Gemeindesaalbau haben gestern rund 150 Schüler der Erweiterten Realschule das Theaterstück "r@usgemobbt" gesehen und anschließend über das Thema Mobbing diskutiert. Aufgeführt wurde es von drei Schauspielern des Ensembles "Comic-On" aus Köln. Rund 2000 Schüler zwischen 13 und 17 Jahren haben das Theaterstück bei den zehn Terminen im Landkreis gesehen, berichtet Dieter Held vom Kreisjugendamt, das die Aufführungen organisiert hat; unterstützt von der jeweiligen Jugendpflege der Gemeinde und den Schoolworkern im Landkreis.Mobbing ist schon länger ein brandheißes Thema an Schulen. Relativ neu ist die Form des Cybermobbings, bei dem andere im Internet bloßgestellt, beleidigt oder verleumdet werden. "Ich glaube, dass jeder irgendwann einmal mit dem Thema in Berührung kommt", meinte Schauspielerin Jacqueline Grygier-Bethre in der anschließenden Diskussionsrunde.

Ausnahmslos alle der anwesenden Schüler sind in einer der Internet-Communities wie Facebook, wer-kennt-wen oder Schüler-VZ angemeldet. Was ein geschütztes Profil ist, auf das Fremde keinen Zugriff haben, weiß fast jeder. Dagegen weiß kaum einer der Jugendlichen, dass es nicht erlaubt ist, einfach Bilder oder Videos von anderen im Internet hochzuladen. Und über die Konsequenzen von Beleidigungen, Urkundenfälschung, Copyright oder Haftung bei Schäden wissen erstaunlich wenige Bescheid. Entsprechend viele Tipps geben die Experten den Schülern.

Wird man Opfer von Cybermobbing, kann man das dem Betreiber eines Netzwerkes melden. Im besten Fall wird der Mobber ausgeschlossen. Im richtigen Leben ist das nicht so einfach: Bis Mobbing in einer Klasse endet, müssen Lehrer und Schoolworker in der Regel massiv eingreifen. Je früher, desto wirksamer: "Wir hatten das auch einmal in der Klasse, und dann haben wir das alle zusammen geklärt. Irgendwann ist es dann besser geworden", berichtet ein Mädchen.

 An der Diskussion mit den Schauspielern beteiligten sich die Schüler der ERS Schwalbach rege. Hier spricht Tobias Brausch. Foto: Seeber
An der Diskussion mit den Schauspielern beteiligten sich die Schüler der ERS Schwalbach rege. Hier spricht Tobias Brausch. Foto: Seeber

Doch wie können sich Betroffene wehren? Über allem steht die Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn man Lehrer oder Eltern einweiht. "Man will ja nicht zur Petze werden", sagt Marcus. "Uns drei verbindet auch, dass wir selbst in der Schule gemobbt wurden. Und noch etwas ganz Wesentliches: Dass wir nie darüber geredet haben und uns auch keine Hilfe geholt haben." Kollegin Veronika Franzen ergänzt: "Das ist auch die Botschaft: Wir wollen Mut machen, sich Hilfe zu holen. Und: Niemand darf weggucken! Mobbing ist etwas, was alle anderen auch angeht."