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Ehrung
Medaillen als Dank an die stillen Helden

Sozialministerin Monika Bachmann dankte im Sitzungssaal des Schwalbacher Rathauses den „Stillen Helden“.
Sozialministerin Monika Bachmann dankte im Sitzungssaal des Schwalbacher Rathauses den „Stillen Helden“. FOTO: Carolin Merkel
Schwalbach. Sozialministerin Monika Bachmann ehrte bei einer Feierstunde in Schwalbach ehrenamtliche Helfer in der Pflege. Von Carolin Merkel

Mächtig stolz zeigte der sechs Jahre alte Moritz seinem Papa am Dienstagnachmittag die Pflegemedaille, auf die er so lange geduldig warten musste. Denn auf der Liste der zu Ehrenden stand seine Mama an vorletzter Stelle. Doch dann kam endlich der große Moment für den Jungen im Rollstuhl. „Die ist ganz schön schwer“, hatte er zuvor angemerkt, als er sie aus den Händen von Sozialministerin Monika Bachmann bekommen hatte, um sie an seine Mutter, Marie Schwoertzig, weiterzureichen.



Die Mama des mit offenem Rücken geborenen Jungen aus Steinbach, der die erste Klasse der Grundschule in Thalexweiler besucht, war eine der zehn Personen aus dem Kreis Saarlouis, die in diesem Jahr als Anerkennung die besondere Ehrung des Ministeriums in Schwalbach zuteil wurde. Insgesamt, erklärte Bachmann, werden in diesem Jahr saarlandweit 41 Pflegemedaillen verliehen. „Die Arbeit, die sie an ihren pflegebedürftigen Angehörigen verrichten, kann man nicht in Euro und Cent umrechnen, sie ist unbezahlbar“, erklärte die Ministerin. Für sie bedeutet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur das Schaffen von Betreuung von den Kindern, sondern auch Zeiten zur Betreuung der pflegebedürftigen Angehörigen. „Rund 70 Prozent der Menschen werden zu Hause gepflegt und betreut“, sagte sie.

Dabei fände diese Arbeit sehr oft ganz im Stillen statt, betonte Landrat Patrik Lauer. „Sie tragen eine schwere Last auf ihren Schultern und meistern den Alltag mit all diesen Aufgaben. Meist ist ihnen das selbst gar nicht so bewusst., aber ihr Umfeld nimmt sie als Helden wahr“, sagte er. Er begrüßte die Überreichung der Pflegemedaille, als öffentliche Wertschätzung dieser Menschen. „Aber auch Helden wie sie brauchen eine Auszeit. Der Landkreis bietet mit seinem Pflegestützpunkt und dem Demenzverein einen kompetenten Ansprechpartner, wenn auch sie mal Hilfe brauchen“, sagte er.

So vielfältig die Herausforderungen in der Pflege der Angehörigen sind, so breit gefächert war am Dienstag auch das Alter der zu Ehrenden. Moritz Mama war mit 30 Jahren die jüngste, Berthold Decker aus Bisten mit 85 Jahren der älteste Medaillenempfänger. Und allein sein Schicksal zeigte, dass die Pflege oftmals nicht auf ein Familienmitglied beschränkt ist. Neben seinem an MS erkrankten Sohn pflegt er inzwischen auch seine Frau, „schmeißt“, wie Bachmann sagte, „ganz nebenbei den Haushalt, und das in diesem stolzen Alter“.

Bereits seit mehr als 30 Jahren hat sich Christine Engel-Meinecke aus Elm der Pflege ihres Sohnes verschrieben. Während sich sein Zwillingsbruder völlig normal entwickelte, wurde bei ihm eine schwere körperliche und geistige Behinderung festgestellt. Aber nicht nur Familienangehörige werden gepflegt, auch der neue Lebensgefährte oder auch die Nachbarin wird – selbst über viele Jahre liebevoll rund um die Uhr betreut, wie Ministerin Monika Bachmann erläuterte. Folgende Personen erhielten die Pflegemedaille: Beate-Maria Breuning (Dillingen), Berthold Decker (Bisten), Christine Engel-Meinecke (Elm), Gertrude Eva Heckmanns (Eimersdorf), Jean Heck (Überherrn), Beate Mestekemper (Saarlouis), Anton Raubuch (Elm), Marie Schwoertzig (Steinbach), Helga Ternes (Überherrn).