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Jugendrat sucht engagierte Helfer

Jugendrat sucht engagierte Helfer

Schwalbach. Der Jugendrat Schwalbach ist ein alter Jugendrat. Erstens ist es der erste Jugendrat des Saarlandes, gegründet 1993. Zweitens sind die meisten Mitglieder selbst nicht mehr jugendlich.Frank Breier ist 24 Jahre alt und studiert Betriebswirtschaftslehre. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Jugendrates Schwalbach. Seit einigen Jahren ist er außerdem Mitglied der Jusos (SPD)

Schwalbach. Der Jugendrat Schwalbach ist ein alter Jugendrat. Erstens ist es der erste Jugendrat des Saarlandes, gegründet 1993. Zweitens sind die meisten Mitglieder selbst nicht mehr jugendlich.Frank Breier ist 24 Jahre alt und studiert Betriebswirtschaftslehre. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Jugendrates Schwalbach. Seit einigen Jahren ist er außerdem Mitglied der Jusos (SPD). Maren Kiefer, 23, studiert deutsch-französisches Management und ist schon seit sechs Jahren im Jugendrat engagiert. "Wir haben seit Jahren keinen Nachwuchs. Unser ältestes Mitglied ist 26 Jahre alt, das jüngste schon 19", sagt sie. Nur zehn aktive Mitglieder gibt es derzeit, Schüler, Studenten, Auszubildende in verschiedenen Bereichen.

Was sie als Jugendrat in ihrer Gemeinde bislang erreichen konnten? "Nun, wir konnten den guten Standard der Gemeinde beibehalten", sagt Frank Breier. Da klingt nicht nach viel, aber die Kommune hatte einige Veränderungen zum Nachteil der Kinder und Jugendlichen geplant, die der Jugendrat verhindern konnte. "Zum Beispiel sollten vor ein paar Jahren mehrere Kindergärten der Gemeinde aufgelöst werden", erinnert Frank Breier. Der Jugendrat war dagegen. Ob es nun auf die Einwände der Jugend zurückzuführen ist oder nicht, zumindest hat die Gemeinde letztendlich getan, was der Jugendrat ihr geraten hatte.

"Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde klappt gut", sagt Frank Breier. "Wir haben kein Abstimmrecht, werden aber immer gefragt, bevor etwas entschieden wird, was die Jugend betrifft. Dann haben wir eine beratende Funktion."

Der Jugendrat setzt sich zusammen aus Delegierten der Schwalbacher Vereine. Alle vier Jahre, zur Kommunalwahl, stehen im Jugendrat neue Wahlen an und die Vereine der Gemeinde schlagen je zwei Jugendliche für den Jugendrat vor. "Aber auch nicht organisierte Jugendliche zwischen 16 und 27 können natürlich gerne vorbeikommen", sagt Frank Breier.

Der Jugendrat wird einmal im Jahr zur öffentlichen Gemeindesitzung eingeladen, wie auch der Seniorenrat und der Frauenrat. Der Rat tagt etwa alle zwei Monate. "So viel Aufwand ist das gar nicht", sagt Maren Kiefer, "und wir machen echt coole Sachen!" Ein Stand auf dem Schwalbacher Weihnachtsmarkt, zum Beispiel, ist schon Tradition, ebenso die Halloweenparty im Schwalbacher Saalbau.

Der Jugendrat veranstaltet außerdem ein Kino Open Air, Konzert- und Discoabende, Seminare, Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit dem Jugendbüro Schwalbach und in diesem Jahr erstmals ein Fußballturnier. "Wir unternehmen auch vieles gemeinsam, waren schon zusammen in London und München. Wir wollen mehr Jugendliche gewinnen, die sich für Jugendarbeit interessieren, damit wir auch in Zukunft so weitermachen können", sagt Maren Kiefer.

Auf einen Blick

Maren Kiefer und Frank Breier vom Jugendrat Schwalbach vorm Rathaus der Gemeinde. Foto: Jenny Kallenbrunnen

Auch am neuen Gemeindeentwicklungskonzept soll die Jugend beteiligt werden. Das Konzept will erforschen: Wie sieht die Gemeinde im Jahr 2040 aus, wie entwickelt sie sich, was können wir dafür oder dagegen tun? Schwalbacher Senioren engagieren sich bereits im Projekt; für die Jugendlichen soll es demnächst die "Zukunftswerkstatt" geben. Die Jugendlichen werden sich etwa darum kümmern, wie die Gemeinde bis 2040 attraktiver für Kinder und Jugendliche und für junge Familien werden kann. kj