Jubiläumssitzung der Bollen in Hülzweiler

Jubiläumssitzung : 44 Jahre närrische Bollerei

Hülzweiler Karnevalsverein „Die Bollen“ feiert das Jubiläum mit einer Nostalgiesitzung.

„Es begab sich 1989, auf der Bühne der Bollen betörte ein Fakir mit seiner Flöte die Tänzerinnen“, erklang am Samstagabend eine Stimme aus dem Off im Haus für Kultur und Sport in Hülzweiler. Dorthin hatten die Bollen zu einer ganz besonderen Sitzung eingeladen: Der Verein blickt in dieser Session auf 4 x 11 Jahre zurück, und das soll gebührend gefeiert werden. Auftakt war die Nostalgiesitzung, die sowohl die Urgesteine als auch den Nachwuchs auf der Bühne vereinte. Vor ausverkauftem Saal präsentierten die Akteure auf und hinter der Bühne ein abwechslungsreiches Programm, das schon jetzt die Vorfreude auf die fünfte Jahreszeit weckte. Die erste Kappensitzung, erfuhr das Publikum im Laufe des Abends, fand bereits am 14. Februar 1974, damals noch als „Katholische Jugend“ statt, die Bollen gründeten sich schließlich am 22. November 1975.

Und nachdem der Fakir statt zweier schlanker junger Tänzerinnen zwei stattliche Männer auf die Bühne gezaubert hatte, war es zunächst am Nachwuchs der Bollen, den kurzweiligen Abend mit einem stilechten Gardemarsch zu eröffnen. Gleich 20 Mädchen bilden die Kindergarde, die sich in ihren neuen Uniformen vom ersten Takt an in die Herzen des Publikums tanzte. Eine Zugabe gab es nicht, die, verriet Reidenbach, gibt es in der Kinderkappensitzung.

Immer wieder hatten die beiden Moderatoren des Abends ein paar historische Fakten parat. So erfuhren die Gäste unter anderem den Hintergrund der zugegeben etwas seltsamen Kostümierung des Elferrats. Denn statt der längst zur Tradition gewordenen roten Jacken hatten die Herren riesige bunte Fliegen um den Hals – das Outfit aus dem Jahr 1974. „Gespart wurde aber nicht nur an den Uniformen, sondern auch an den Orden“, ver­riet Theo Dincher. So gibt es wohl niemanden mehr, der den ersten Orden, einen Ring Lyoner zu Hause hat, scherzte er. „Einmal war der Verein so arm, da haben wir einfach den unsichtbaren Orden verliehen“, erinnerte er an die Anfangsjahre.

Orden gab es am Samstagabend für die kommende Session noch nicht – dafür wunderschöne Jubiläumspins. Der erste Büttenredner des Abends, Norbert Jochum, hatte ihn sich als „Alter Karnevalist“ mehr als verdient. Er resümierte sein karnevalistisches Leben, das 1967 schon in der Zeit vor den Bollen begann, mit viel Humor, hatte am Ende eine Liebeserklärung für seine Frau, „46 Jahre die Gleiche“, dabei. Zum ersten Mal in der Bütt war Harald Lesch im Jahr 1966, ging 2001 in Büttenredner-Rente. Zusammen mit Toni Caramazza zeigte er am Samstag eindrucksvoll, dass er es noch drauf hat. Ebenso begeisterten die beiden Damen, Sandra Schwarz und Kerstin Maurer, die über Handy, Flatrate und USB-Stick philosophierten und für viel Gelächter im Saal sorgten. Das erklang dank vieler „Alter Hasen“ bis spät in die Nacht. Nicht zu kurz kommen durfte die Musik, hier hatten sich die Bollenchöre formiert. Bis tief in die Nacht feierten die Bollen ihren gelungenen Start in die Jubiläumssession.

www.kv-diebollen.de

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