Intensive Forstarbeit bleibt meist unsichtbar

Intensive Forstarbeit bleibt meist unsichtbar

Immer wieder klagen Hülzweiler Bürger, der Forst würde den Wald um den Ort nicht gut behandeln. Doch die akribische Vorgehensweise bleibe meist unbemerkt, hält Umweltbeauftragter Joachim Both dagegen. Außerdem hindere derzeit der viele Regen.

Aktuell ist das Wetter alles andere als einladend, um einen Waldspaziergang zu unternehmen. Gerade diese anhaltende Nässe ist, wie Hans Joachim Both, Umweltbeauftragter der Gemeinde Schwalbach, erklärt, auch dafür verantwortlich, dass die vorgesehenen Einschlagarbeiten auf beiden Seiten der Autobahn A 8 im Bereich der Auffahrt Schwarzenholz derzeit ruhen.

"Wir haben mit den Arbeiten leider erst im November beginnen können und mussten sie bereits vor Weihnachten aufgrund des Regens einstellen. Wir versuchen aber, wenn es irgendwie möglich ist, bis Ende März die Arbeiten durchgeführt zu haben", erklärt er.

Von der schlechten Wetterlage betroffen ist auch der Waldbereich Freilichtbühne/Waldsee. Dort wurde im Winterhalbjahr 2014/15 nach der periodischen Betriebsplanung eingeschlagen. "Das Geld für die Wiederherstellung der Wege ist im Haushalt eingestellt, und auch der Auftrag ist erteilt. Sobald es trocken ist, geht es dort los", sagt Both.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich ein Leser an die Saarbrücker Zeitung gewandt, der sich über den schlechten Zustand des Waldes rund um Hülzweiler beschwerte. Und auch jetzt erreichte die Redaktion wieder ein Leserbrief. Mit den Vorwürfen, "man bediene sich der Filetstücke des Waldes, der Rest bliebe liegen. Den Wald wieder als Naherholungsgebiet herzurichten verkürze die Gewinnspanne" haben wir den Umweltbeauftragten konfrontiert.

Wichtig für den Mikrokosmos

Both stellt klar, dass es für die Gemeinde keine Gewinnspanne gibt. Dass lediglich das Stammholz aus dem Wald genommen werde, die Baumkronen aber darin verblieben, sei, wie Both erläuterte, richtig und wichtig für den Mikrokosmos Wald.

"Etwa 95 000 Euro Defizit in der Gemeindekasse verursacht unser Wald jährlich, das wird auch im Gemeinderat so vorgetragen", erläutert er. Doch den Wald einfach liegen lassen, erklärt Joachim Both, sei auch nicht möglich. "Die Gemeinde ist mittels Gesetz dazu verpflichtet, ihren Wald zu bewirtschaften". Both betont, dass das Holz aus dem Gemeindewald PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes", also ein "Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen" - Anmerkung der Redaktion) zertifiziert ist und auch schon Kontrollen stattgefunden haben.

"Wir verfolgen ein nachhaltiges Waldbewirtschaftungskonzept mit Zielbäumen. Diese Bäume , die stehen bleiben, erkennt der Waldbesucher an dem roten Punkt, Bäume , die geschlagen werden, haben einen diagonal verlaufenden Strich", erläutert er.

Den Vorwurf, eine Futterkrippe sei umgefahren worden, weist er damit zurück, dass schon seit Jahren die Fütterung des Wildes eingestellt sei, die Krippe aber, da sie aus Holz ist, im Wald verbleibe. "Dass es bei Starkregen zu Überflutungen kommt, ist normal, da der Wald nicht entwässert wird", sagt Both. "Die Leute sehen nur, wenn an einer markanten Stelle gearbeitet wird, aber unsere Sicherungsarbeiten etwa, dass wir alle 90 Bäume , die in unmittelbarer Nähe der Freilichtbühne stehen, alle einzeln durch Baumkletterer begutachten lassen, sieht niemand", sagt Joachim Both abschließend.

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