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Talent
Ihre authentische Art hat überzeugt

Die 22-jährige Lea Mauer aus Elm siegte beim Wettbewerb „Radio Salü Newcomer 2018“.
Die 22-jährige Lea Mauer aus Elm siegte beim Wettbewerb „Radio Salü Newcomer 2018“. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Elm. Lea Mauer ist die Newcomerin 2018. Doch nach dem Sieg steht erst mal wieder das Studium im Vordergrund. Von Carolin Merkel

Der Blumenstrauß steht auf dem Tisch im Wohnzimmer der Familie Mauer in Elm. „Ich habe die Blumen lieber bei meiner Mama gelassen, ich kann mich die Woche über nicht darum kümmern“, verrät die 22 Jahre alte Lea Mauer, frischgebackene Siegerin beim Wettbewerb „Radio Salü Newcomer 2018“.


Im Rahmen des Saarspektakels wurde sie in einem ausnahmslos weiblichen Finale mit acht Teilnehmerinnen zur besten Sängerin des Nachmittags gekürt. Neben den Blumen gab es eine Urkunde und eine Siegerprämie. Gratulationen, ein bisschen feiern und dann den Koffer packen für die Reise nach Mannheim standen nach dem Titelgewinn an. Die rasche Abreise diente aber nicht dazu, weiter an der Gesangskarriere zu arbeiten, sondern, um sich auf die Bachelorarbeit Fachrichtung Maschinenbau im dualen Studium vorzubereiten. Denn auf die Frage, wie es denn nun im Leben der Studentin nach dem Titelgewinn weitergehen soll, antwortet sie: „Erst einmal meinen Bachelor machen, dann den Masterstudiengang anstreben.“

Viel verändert hat der Sieg beim Wettbewerb bei Lea nicht – und doch, verrät sie, hat er ihr eins gezeigt: „Ich singe schon viele Jahre, immer vor Familie und Freunden. Da ist klar, dass die sagen, das ist gut. Doch jetzt habe ich ein Juryurteil und ein Publikumsvotum“, freut sie sich. Musikalisch ist in ihrer Familie sonst keiner, die Mama hat mal im Chor gesungen, erzählt sie. Lea begann mit sechs Jahren Keyboard zu spielen, das wurde ihr schnell langweilig, ein Klavier musste her, der Musikunterricht begann.



„Ich habe mich ab und an dann beim Singen auf dem Klavier begleitet“, erinnert sich die Studentin. Hinzu kam Gitarre, das Spielen hat sie sich selbst beigebracht. Musik, sagt sie, hat ihr immer Spaß gemacht, war Ausgleich, sie hat in der Abi-Band am Max-Planck-Gymnasium mitgewirkt. Danach stand schnell das duale Studium im Vordergrund, bis zu jenem Tag, als sie vom Wettbewerb im Radio gehört hat. „Ich dachte, ich könnte mich ja mal bewerben“, erzählt sie. Etwa zwei Wochen später kam die Nachricht, dass sie es unter die Top 15 geschafft hatte. Mit der Einladung zu Videoaufnahmen war der Song „Say you won’t let go“ von James Arthur verbunden, den hat sie gut vorbereitet und schaffte es nach der Internet-Abstimmung ins Finale.

In der Woche vor dem großen Auftritt auf der Bühne vor dem Staatstheater in Saarbrücken ging es zu Studioaufnahmen, Unterricht gab es von der Stage Music School und Acting and Arts. Alles in allem sagt sie rückblickend, war das, vor allem bei der Hitze, ganz schön anstrengend. Insbesondere haderte die junge Frau mit dem Song „Leiser“ von Lea. Erst, als sie die Coaches davon überzeugen konnte, die Akustik-Version zu singen, freundete sie sich mit dem Titel an.

„Viel gebracht hat mir das Schauspieltraining, hier habe ich gelernt, wie ich das, um was es in dem Song geht, rüberbringe“, sagt sie. Die Nacht vor dem Auftritt habe sie gut geschlafen, der Vormittag ging schnell vorbei, dann wurde es Zeit für ihre Performance. „Ich hatte mich entschieden, auf einem Barhocker Platz zu nehmen. Ohne Schuhe war das gar nicht so einfach“, erzählt sie. Das Lob der Jury nach dem Auftritt machte ihr Hoffnung. „Ich war die Einzige, bei der es hieß ,favoritenverdächtig’“, erklärt sie. Und dieser Rolle wurde sie am Ende gerecht, kam mit ihrer „authentischen Art“, wie Jurymitglied Katja Kirsch von den Magic Artists betonte, am besten rüber. An die Spannung, als erst der dritte, dann der zweite und schließlich der erste Platz genannt wurde, sagt Lea, wird sie sich noch lange erinnern.

Nun geht es erst einmal um ihren beruflichen Werdegang, die Musikkarriere, sagt sie, hat sie durch einige Anfragen angekurbelt. „Doch ich würde nicht einfach alles hinschmeißen, nur weil ich im Saarland einen Wettbewerb gewonnen habe“, bleibt sie absolut auf dem Boden.