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Hospiz-Kooperation
Gemeinsam für ein würdevolles Sterben

Bei der Vertragsunterzeichnung (von links): Einrichtungsleiter Andreas Roden, Fachbereichsleiterin Hospiz der Caritas, Karin Jacobs, Caritasdirektor Hermann-Josef Niehren und Pfegedienstleiterin Erna Kraß.
Bei der Vertragsunterzeichnung (von links): Einrichtungsleiter Andreas Roden, Fachbereichsleiterin Hospiz der Caritas, Karin Jacobs, Caritasdirektor Hermann-Josef Niehren und Pfegedienstleiterin Erna Kraß. FOTO: Carolin Merkel
Schwalbach. Caritas und Kreuznacher Diakonie haben ihre Kooperation offiziell besiegelt. Ehrenamtliche Hospizhelfer sind im Schwalbacher Seniorenheim aktiv.

Mit dem Kooperationsvertrag haben die beiden Partner, das ambulante Hospiz- und Palliativberatungszentrum der Caritas und das Seniorenheim Luise-Deutsch-Haus in Trägerschaft der Seniorenhilfe der Kreuznacher Diakonie in Schwalbach ihre Zusammenarbeit nun auch auf dem Papier besiegelt. „Die Praxis ist viel wichtiger als der Vertrag. Unsere Zusammenarbeit ist mit Leben und nicht in Ordnern gefüllt“, betont Karin Jacobs, Fachbereichsleiterin Hospiz im Caritasverband Saar-Hochwald und Leiterin des AHPZ (Ambulante Hospiz- und Palliativberatungszentrum).


Seit rund einem Jahr, erklärt Einrichtungsleiter Andreas Roden, sind die ehrenamtlichen Hospizhelfer der Caritas im Seniorenheim aktiv. „Es war eher ein Zufall, mit der die Zusammenarbeit startete. Ein recht junger Bewohner, den wir schon zu Hause betreut hatten, kam in die Einrichtung und wir mit ihm“, berichtet Jacobs. Diese erste Zusammenarbeit verlief für beide Seiten bereichernd, wie Roden betont. Bisher, erklärt er, war Hospizbegleitung nur ambulant möglich, durch die Zusammenarbeit kommen die Ehrenamtler nun bei Bedarf in die Einrichtung, stehen den Kranken und ihren Angehörigen zur Seite.

„Für uns sind diese Menschen eine wertvolle Ressource. Ohne sie wäre die Begleitung in diesem Maße nicht möglich“, erklärt Roden. Dass Sterbebegleitung immer häufiger ein Thema in den Einrichtungen sein wird, begründet sich laut Roden in der Tatsache, dass die Bewohner immer später in die Einrichtungen kommen. „Der Fall, dass ein älterer Mensch mit dem Koffer in der Hand bei uns einzieht, um mehrere Lebensjahre zu verbringen, wird immer seltener. Viele kommen zu uns, um hier zu sterben“, berichtet er aus der Erfahrung. Gerade bei dementen Patienten sei es da sehr schwierig, noch eine Bindung aufzubauen, hier sei ein früherer Einstieg wünschenswert. Die Bewohner werden auch weiterhin auf dem letzten Weg von den geschulten Mitarbeitern der Einrichtung betreut, diese können nun auch von den Fortbildungen der Caritas in diesem Themenfeld profitieren. Betroffene Patienten bekommen zusätzlich und zudem kostenlos die Unterstützung der Hospizbegleitung der Caritas. „Dabei hat sich das Angebot bereits so gut etabliert, dass unsere Mitarbeiter selbstständig das Hospizzentrum informieren, wenn sie einen Bedarf sehen“, sagt Andreas Roden.

„Wir kommen dann mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter und besprechen das weitere Vorgehen, dann werden die ehrenamtlichen Begleiter eingesetzt“, erläutert Karin Jacobs.

Aktuell kann sie dabei auf einen Stamm von 180 Ehrenamtlern zurückgreifen, eine stattliche Zahl, doch Menschen, die sich in diesem Bereich engagieren wollen, betont sie, sind herzlich willkommen. Nach einem Befähigungskurs erfolgt ein Praktikum, erst dann kommt es zum ersten Einsatz. Das Sterben aus der Tabuzone holen, das haben sich die Kooperationspartner gemeinsam auf die Fahne geschrieben. Dazu sagt Roden, gehöre der Umgang mit den Sterbenden in der Einrichtung, aber auch der Abschied.



„Bei uns wird ein Sarg aus dem Haupteingang und nicht aus dem Keller bei Nacht und Nebel herausgetragen“, betont er. Auch sonst sei man in Schwalbach immer bestrebt, Transparenz zu leben, die Einrichtung stehe für Besucher offen. „Wir wollten diesen Vertrag öffentlich machen, um gemeinsam für einen bewussten und sensiblen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer und für ein Sterben in Würde einzutreten“, sagt Andreas Roden abschließend.

(cim)