Infos in der Gemeinderatssitzung : Pandemie verändert Leben in der Gemeinde

Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer informierte im Rat über das aktuelle Geschehen – das reichte von der Maskenpflicht auf den Friedhöfen an Allerheiligen bis zu Kontrollen in der Gemeinde.

Die Corona-Pandemie verschont auch die Gemeinde Schwalbach nicht. Wie Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer auf der Gemeinderatssitzung am Donnerstag mitteilte, seien – Stand Donnerstagmittag – in der Gemeinde 20 Infizierte gemeldet.

Die Lage sei weiter ernst, so der Verwaltungschef, was auch auf der Sitzung selbst zu sehen war. Nun herrschte dauerhaft Maskenpflicht, auch an den Plätzen. Der Bürgermeister verdeutlichte die Situation: „Am 15. September waren im Saarland neun Menschen stationär im Krankenhaus. Davon drei auf Intensiv und zwei in der Beatmung. Gestern Abend waren 125 im Krankenhaus, davon 28 auf Intensiv und 13 in der Beatmung. Das ist eine Zahl, die uns nachdenklich stimmen sollte.“

Für November sind jetzt alle Veranstaltungen abgesagt. Aus den Vereinen habe die Verwaltung auch schon Signale erhalten, dass sie „aufgrund dieses Hin-und-Her“ bis zum Ende des Jahres ihren Probebetrieb einstellen. „Wenn wir wirklich ein halbwegs familiär erlebbares Weihnachtsfest haben wollen, dann müssen wir wenigstens diesen Versuch mitgehen und die nächsten vier Wochen stillhalten.“

Für Allerheiligen am Sonntag gelte von Samstag bis Montag, 31. Oktober bis 2. November, auf den Friedhöfen der Gemeinde Maskenpflicht, so der Verwaltungschef. Die Prozessionen sowie Andachten auf den Friedhöfen am Sonntag finden nicht statt. „Und die Gräbersegnungen werden durch den Pastor quasi in aller Stille durchgeführt.“

Ebenfalls betroffen von den Einschränkungen wird der Volkstrauertag am Sonntag, 15. November, sein. Die Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof in Sprengen werde nur in aller kleinster Version stattfinden. Eine offizielle Feier werde es dort nicht geben, sagte Neumeyer.

Auch das Schwalbacher Schwimmbad ist an diesem Samstag bis auf Weiteres zum letzten Mal geöffnet. In etwa 14 Tagen werde der Ausschuss zusammentreten, um die Situation neu zu bewerten. Neumeyer drückte seine Hoffnung darüber aus, dass eventuell ab Dezember das Bad wenigstens für Vereine und den Schulsport öffnen könne.

Auf Anfrage von Dietmar Bonner (Die Linke) teilte der Verwaltungschef weiter mit, dass ab Montag das Ordnungsamt durch zwei 450-Euro-Kräfte aufgestockt werde, so dass man ab Montag mit zwei Gruppen in der Gemeinde kontrollieren könne. Bisher habe bei den Kontrollen in der Gemeinde die Vernunft obsiegt. Es habe in der gesamten Gemeinde bisher keinen Fall gegeben, der mit einem Bußgeld hätte geahndet werden müssen, sagte er.

„Es gibt insgesamt in der Gemeinde großes Verständnis auch bei den Jugendlichen“, sagt Neumeyer. Das Ordnungsamt sei jetzt seit Wochen auch mit vielen Überstunden und auch am Wochenende und in den Abendstunden immer mit Unterstützung der Polizeiinspektion Saarlouis unterwegs gewesen. Das sei eine gute Vernetzung. Für die beiden 450-Euro-Kräfte sei außerdem bereits ein Zuschussantrag an den Landkreis Saarlouis gestellt worden, der die Fördergelder vom Innenministerium in den Gemeinden verteilt.

Dietmar Bonner widersprach den positiven Erfahrungen Neumeyers. Er sei auf wenig Einsicht bei den Bürgern aller Altersstufen getroffen. Er sei der Meinung, die Situation sei nur durch intensive Kontrollen zu beherrschen. Der Bürgermeister räumte ein, dass es – auch unabhängig von Corona – in der Gemeinde einige Brennpunkte gebe. „Ich gebe Ihnen an der Stelle recht. Es gibt einige Punkte, da müssen wir Präsenz zeigen.“ Dies gehe natürlich nur in den Abend- und Nachtstunden. Die Brennpunkte seien bekannt und das Ordnungsamt habe für die kommenden Wochen und Monate bereits einen Arbeitsplan entwickelt. Dazu gehöre auch Maskenkontrollen morgens an den Schulbussen.