Ein kleiner Schritt auf einem langen Weg

Ein kleiner Schritt auf einem langen Weg

Schwalbach. Junge Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, das hat sich die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen (GSE) zum Ziel gesetzt: Im Projekt "Jugend aktiv Schwalbach" befähigt der Lehrgang "Arbeitsorientierung im Beruf Gärtner/in mit Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau" acht junge Arbeitslose zu einer Helfertätigkeit in dem Beruf

Schwalbach. Junge Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, das hat sich die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen (GSE) zum Ziel gesetzt: Im Projekt "Jugend aktiv Schwalbach" befähigt der Lehrgang "Arbeitsorientierung im Beruf Gärtner/in mit Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau" acht junge Arbeitslose zu einer Helfertätigkeit in dem Beruf. "Es ist unsere Aufgabe, jungen Menschen zu helfen, aus dem Bezug von Hartz IV zu kommen", sagte Thomas Trenz, Geschäftsführer der GSE. Dass acht von elf Teilnehmern die Maßnahme zu Ende brachten, wertete er als Erfolg. Die Teilnehmer sind in der Regel unter 25 Jahre alt, oft haben sie keinen oder einen sehr schlechten Schulabschluss. Von 75 konnten im vergangenen Jahr 16 Absolventen in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden - das Zertifikat der Kammer erleichtert dabei den Einstieg in das Berufsfeld erheblich. Das bestätigte auch der Direktor der Landwirtschaftskammer Martin Schmeer den acht Teilnehmern im Schwalbacher Rathaus: "Wir haben den Wunsch, den Menschen, die Durchhaltevermögen und Interesse an dem Beruf bewiesen haben, das mit einem Zertifikat der Kammer zu dokumentieren." Auch bei Branchenfremden sei ein solcher Nachweis angesehen.Die Inhalte des Lehrgangs sind mit Ausbildungsinhalten abgestimmt, Schwerpunkten sind gärtnerische Grundlagen, vegetationstechnische Anlagen und Bautechnik. Die Teilnehmer erfahren aber auch eine Verbesserung der Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit oder Höflichkeit. Praktisch eingesetzt wurden die Arbeitenden in der Gemeinde und in Naturschutzgebieten des Landkreises, zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Die einzelnen Projekte kommen dabei dem Arbeitsalltag recht nahe. "Die Betriebe nehmen Teilnehmer unserer Maßnahmen gerne", bestätigte Trenz. In einem Zeitraum von drei Monaten absolvierten sie 200 Lehrgangsstunden, eine praktische und eine theoretische Prüfung schlossen den Lehrgang Anfang März ab. Verena Glaub aus Hülzweiler war als einzige Frau dabei und kann sich auch vorstellen, länger in dem Beruf zu arbeiten: "Es ist schon eher ein Männerberuf, aber die Arbeit können auch Frauen machen." Raphael Noh aus Felsberg berichtete: "Die Prüfung war schon sehr anspruchsvoll. Man muss viel üben, viel selbst nachlesen, immer anwesend sein, man wird auch im Unterricht gefordert." Übereinstimmend lobten alle die Betreuung der Ausbilder der GSE. Bürgermeister Eberhard Blaß betonte, dass die Gemeinde das Projekt auf jeden Fall bis 2011 fortsetzen möchte. Meinung

Ein neues Selbstbewusstsein

Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong Aus dem Wust von Qualifizierungsmöglichkeiten stechen solche hervor, die an den echten Bedürfnissen junger Arbeitsloser ausgerichtet sind. Für Jugendliche mit einem mehr oder weniger frustrierenden Werdegang ist es vor allen Dingen wichtig, ihre eigenen Fähigkeiten ausloten und ausprobieren zu können. Viele erfahren durch das Arbeiten erstmals das Selbstbewusstsein, etwas zu können. Sich praktische Fähigkeiten zu erwerben und Arbeitswillen zu beweisen, nutzt mehr als in etlichen Bewerbungstrainings Stunden abzusitzen. Auf einen BlickDie Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen (GSE) des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) führt an 16 Standorten im Saarland Arbeits- und Qualifizierungsmaßnahmen durch, seit 2005 im Bereich Garten- und Landschaftsbau in Schwalbach. Im Landkreis Saarlouis gibt es außerdem noch in Schmelz das Projekt Kleider- und Haushaltswarenbörse.Das Projekt "Jugend aktiv" wird von der Gemeinde Schwalbach sowie von der ARGE des Landkreises und den Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt. nic