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Die roten Zahlen drücken aufs Gemüt

Die roten Zahlen drücken aufs Gemüt

Wie andere Kommunen auch leidet Schwalbach unter einem dicken Minus in der Haushaltskasse. Das drücke aufs Gemüt, auch privat, so Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer, der dafür stolz auf seine vielen Flüchtlingshelfer sein kann.

Das Jahr 2015 begann mit einer hübschen Überraschung für Schwalbach . Denn die Schwalbacherin Selina Metzger wurde zur "Schönsten im ganzen Land" gekürt und vertrat das Saarland später im Jahr bei der Wahl zur Miss Deutschland. Dieser Titel blieb ihr zwar verwehrt, aber die 21-Jährige rührte das ganze Jahr über auf etlichen Veranstaltungen die Werbetrommel fürs Saarland und natürlich auch für Schwalbach .

So schön sollte es aber für die Gemeinde nicht weitergehen. Denn die Finanzlage hat sich auch im vergangenen Jahr nicht zum Guten gewendet. Ein dickes Minus von 5,6 Millionen Euro drückt kräftig auf die Gemütslage der Verwaltung und auf die von Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer . "Das ist schon belastend. Auch für mich persönlich. Ohne fremde Hilfe kommen wir aus diesen Zahlen nicht mehr raus", sagt Neumeyer, für den dennoch ein anderes Thema in diesem Jahr, wie in fast allen Kommunen, vorherrschte: die Ankunft von Flüchtlingen. 280 waren es in Schwalbach , etwa 40 sind mittlerweile wieder weggezogen. "Wir konnten alle gut unterbringen, weitgehend in Privatwohnungen. 50 Menschen leben derzeit in der ehemaligen Albero-Schule", sagt Neumeyer. Aber der Wohnraum werde immer knapper, und so hofft Neumeyer im kommenden Jahr auf eine "Kehrtwende bei den Zugangszahlen".

Überaus positiv sei allerdings das Verhalten der Bevölkerung, die mit Respekt für die Menschen und Verständnis für deren Situation reagierten. Weit über 70 Ehrenamtler seien neben den Mitarbeitern der Verwaltung ständig für die Flüchtlinge im Einsatz. Hilfsbereitschaft, vor der der Bürgermeister seinen Hut zieht.

Zu den positiven Entwicklungen im vergangenen Jahr zählen in der Gemeinde die Einweihung der Rettungswache Hülzweiler und die Fortschritte in Sachen Hochwasserschutzkonzept. Wasser war auch im Sommer ein großes Thema, denn rekordverdächtige 34 600 Besucher waren im vergangenen Jahr im Schwalbacher Freibad.

Ebenfalls positiv ist die Entwicklung der fast unendlichen Geschichte mit dem Mehrgenerationenhaus in der Hauptstraße. Das ist nun in der Hand des saarländischen Schwesternverbands und wird endlich wieder genutzt. Schon bald will der Verband dort einen Pflegedienst mit Tagespflege eröffnen.

Auch den Baustellen im Ort gewinnt Neumeyer viel Positives ab. Denn von denen gibt es, "derzeit ohne Ende" in Schwalbach . "Aber sie dienen der Versorgung mit Gas und Breitband", sagt Neumeyer und freut sich vor allem über 23 Baustellen auf dem ehemaligen Gelände von Blumen-Weber. Denn dort ist ein Neubaugebiet. "Wir haben starken Zuzug, und das beweist: Schwalbach ist als Wohngemeinde sehr gefragt."