Die perfekte Dramaturgie

Griesborn. In ihrer letzten Regionalliga-Saison schienen die Spieler der SSG Schwarzenholz/Griesborn (SSG) ihren Spaß am Volleyball verloren zu haben. Erst kurz vor Schluss zog das oft unmotiviert spielende langjährige Spitzenteam die Reißleine und schaffte gerade so den Klassenverbleib. Doch der Karren war verfahren

Griesborn. In ihrer letzten Regionalliga-Saison schienen die Spieler der SSG Schwarzenholz/Griesborn (SSG) ihren Spaß am Volleyball verloren zu haben. Erst kurz vor Schluss zog das oft unmotiviert spielende langjährige Spitzenteam die Reißleine und schaffte gerade so den Klassenverbleib. Doch der Karren war verfahren. Nach dem Ausscheiden von Trainer Georg Betz und dem Wechsel mehrerer Leistungsträger meldete man die erste Männermannschaft aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse ab. Mit dem Rest des Kaders und Spielern aus der zweiten Welle versuchte der neue Trainer Helmut Michel in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar (RPS) einen Neuanfang. Eine gute Entscheidung, wie der Blick auf die Tabelle zeigt. "Wir wollten mindestens Dritter werden. Dieses Ziel haben wir schon erreicht", kommentiert Michel die aktuelle Lage. Vier Spieltage vor Schluss führt die SSG mit zwei Punkten Vorsprung auf die TG Mainz-Gonsenheim und den TV Feldkirchen die Oberliga RPS an. "Wir haben einen guten Mix aus erfahrenen Regionalliga-Spielern und jungen Talenten. Auch der Spaß ist zurückgekehrt", zeigt sich der SSG-Coach mit dem Saisonverlauf zufrieden. An die Meisterschaft denkt er aber noch nicht. "Das wird nicht leicht werden. Gegen den Tabellenführer wachsen alle Teams über sich hinaus", sagt Michel und verweist auf das schwere Restprogramm. So muss seine Mannschaft nach der kurzen Fastnachtspause am 28. Februar, 18 Uhr, in der Sporthalle Ensdorf beim sicherlich hoch motivierten Lokalrivalen VSG Saarlouis ran, den nur noch ein Sieg gegen die SSG vor dem Abstieg retten kann. Danach schaut das befreundete Team des TV Saarwellingen mit ehemaligen SSG-Spielern in der Jahnsporthalle (14. März, 19.30 Uhr) vorbei. Ein echtes Prestige-Duell. Nach dem schweren Auswärtsspiel beim Tabellensechsten Burgbrohl (21. März) steigt schließlich am 29. März, 15 Uhr, in der Schulze-Kathrin-Halle in Schwarzenholz das Gipfeltreffen gegen Mainz. Das mögliche Endspiel um den Titel am letzten Spieltag - eine perfekte Dramaturgie. Läuft alles nach Plan, könnte die SSG nach dem Gewinn des Saarlandpokals die erste Saison nach dem Neuaufbau mit einem Paukenschlag beenden. Aber was käme dann? Nähme der Meister sein Aufstiegsrecht wahr oder würde er doch auf die Rückkehr in die Regionalliga verzichten? Darüber will sich Helmut Michel noch keine Gedanken machen. "Erst schauen wir mal, dass wir Meister werden", hält der 49-jährige Volleyball-Lehrer lieber den Ball flach. "Wenn wir es aber schaffen sollten und die Spieler es wollen, steigen wir auch auf", sagt er. Die Zeit wird also zeigen, wohin der Weg. "Wenn wir es aber schaffen sollten und die Spieler es wollen, steigen wir auch auf." Helmut Michel