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gesundheit
„Die Ergebnisse haben mich ganz schön nachdenklich gemacht“

So berichtete die SZ vor einem Jahr.
So berichtete die SZ vor einem Jahr. FOTO: SZ
Schwalbach. Was ist aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) in der Gemeinde Schwalbach geworden? – Die SZ hat nachgefragt. Von Carolin Merkel

„Mehr Bewegung kommt ins Leben“ – so titelte die Saarbrücker Zeitung vor genau einem Jahr. Berichtet wurde über das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), das in der Gemeinde Schwalbach für gesündere Mitarbeiter und damit nicht zuletzt auch für weniger Krankschreibungen sorgen soll. Die Anfänge des BGM in Schwalbach gingen dabei bis ins Jahr 2012 zurück, als in der Gemeindeverwaltung ein Gesundheitstag veranstaltet wurde.


Die Suche nach einem Kooperationspartner gestaltete sich zunächst schwierig, mit der Johannesbad AG und ihrem JobaMed Service konnte schließlich eine Vereinbarung der Zusammenarbeit getroffen werden. In einem ersten Schritt wurde in Fragebögen der Ist-Zustand abgefragt. Von einem Rücklauf von rund 70 Prozent, erklärte vor einem Jahr Marie-Christin Wagner von der Personalabteilung der Gemeinde, war man sehr positiv überrascht.

Nach der Auswertung der Fragebögen, erzählt sie nun ein Jahr später, haben im Jahr 2017 insgesamt neun Gesundheitszirkel stattgefunden. „Die Ergebnisse haben mich zum Teil verblüfft, manchmal aber auch ganz schön nachdenklich gemacht“, erklärt Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer. Als Mitglied in der Lenkungsgruppe hat er Einblick in die Ergebnisse, eine Teilnahme in den einzelnen Zirkeln wäre aber alles andere als förderlich, betont er. Denn dort, das weiß Wagner, wird schon mal Tacheles geredet. „Manchmal sind es ganz banale Dinge, Arbeitsabläufe, die angesprochen werden. Vor allem aber ist die Wertschätzung immer wieder ein wichtiges Thema in den Gesprächsrunden“, erklärt sie.

Neumeyer hat, wie er betont, hochinteressante Erkenntnisse daraus gewonnen, setzt auf deutlich mehr Kommunikation. „Das passt sehr gut zu unserem ganzheitlichen Ansatz“, ergänzt Hans-Joachim Both, Personalrat. Denn, vor allem das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter, sagt Neumeyer, liege ihm am Herzen.

Dazu gehörte dann in einem zweiten Schritt, das führt Wagner aus, ein Bewegungsangebot. Das startete im Oktober. „Wir sind mit einer Rückenschule für Reinigungskräfte, Hausmeister und Mitarbeiter des Bauhofs gestartet“, erzählt sie. Das kostenlose und freiwillige Angebot, bei dem die Hälfte der Kurszeit als Arbeitszeit gutgeschrieben wurde, haben zwölf Mitarbeiter wahrgenommen, erklärt sie. „Für dieses Jahr soll es eine weitere Rückenschule geben, aber auch das Aquajogging in unserem Hallenbad läuft demnächst an, die Nachfrage ist groß“, erzählt Wagner. Sehr gerne würde sie auch weitere Angebote aufnehmen. „Hier hoffen wir auf die Talente aus den Reihen unserer Mitarbeiter, die vielleicht einen Übungsleiterschein haben“, sagt sie.



Den professionellen Anbietern oder Vereinen will man nichts wegnehmen, vielmehr Impulse setzen, betont Neumeyer. Stolz ist er darauf, dass sich bereits mehrere Kommunen für das BGM in Schwalbach interessieren. Das lässt ihn auch hoffen, dass der Gemeinderat in seiner Haushaltssitzung weitere jeweils 10 000 Euro für die Jahre 2018/19 für das betriebliche Gesundheitsmanagement genehmigen wird.