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Darin sind sie die Größten

Endlich! Er kommt und zieht an der Kirche vorbei, der Kirwehannes.
Endlich! Er kommt und zieht an der Kirche vorbei, der Kirwehannes.
Hülzweiler. Fünf Tage taucht Hülzweiler in den Ausnahmezustand ab: die Helzwella Kirw, die größte Kirmes weit und breit, hat am Samstag begonnen. Mit Umzug, Hochamt und Frühschoppen am Sonntag nahm sie ihren Lauf. Carolin Merkel

"Weem iß d Kirw?", tönte es am Samstagabend aus dem Lautsprecher des heiß ersehnten ersten Fahrzeuges, das sich an den Menschenmassen am Fuße der Laurentiuskirche im Schritttempo vorbeischob. Die Stimme gehörte Michael Schwed von der Volksbühne Hülzweiler . Er hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Festumzug zu der Eröffnung der Hülzweiler Kirmes anzuführen.


Ihm folgten Vertreter aus zahlreichen Vereinen, die mit Freifahrten, Lebkuchenherzen, allerlei Süßigkeiten und nicht zuletzt jeder Menge Musik für beste Stimmung bei den Kirmesbesuchern sorgten.

Der Umzug, bei dem am Ende der Kirwehannes durch das Dorf zum Festbereich unter mächtig viel Beifall gefahren wurde, war der Startschuss für einen fünftägigen Ausnahmezustand in Hülzweiler .



Gleich am ersten Abend freuten sich die Veranstalter über gut 6000 Besucher, wie Ortsvorsteher Georg Maringer erklärte. "Und das, obwohl wir gegen das Rocco del Schlacko mit seinen international bekannten Bands antreten", ergänzte Jürgen Weber , Vorsitzender der Bollen. Mit rund 120 Helfern sorgen die Bollen dafür, dass im unteren Festbereich keine Kehle trocken bleibt.

"Meine Mutter macht die Personaleinteilung, da bin ich sehr froh drüber. Dass wir immer noch so viele Helfer haben, macht mich schon stolz, es gehört auch jede Menge Disziplin dazu", sagte er.

Die mussten einige Gäste und Helfer vor allem an Kirwe Sonntag unter Beweis stellen. Während gegen drei Uhr in der Nacht die letzten Besucher den Heimweg antraten, galt es am Sonntag nach einem Hochamt in der Pfarrkirche, dem Frühschoppen beizuwohnen. Dabei stellte Bollen-Sitzungspräsident Michael Reidenbach den Teilnehmern der Talkrunde teils spitze Fragen. Schnell räumte der Ortsvorsteher mit dem Gerücht auf, dass auf dem Kirmesplatz demnächst ein Supermarkt stehen wird.

Umweltminister Reinhold Jost ließ sich derweil das erste frisch Gezapfte schmecken und freute sich über die kniffeligen Fragen zur Kommunalpolitik. Als echter Ratefuchs erwies sich Jost schließlich, als es so ausgefallene Begriffe wie "Schwenker" und "Freibier" zu erraten galt.

"Wenn das Wetter weiter bis Mittwoch mitspielt", erklärte Maringer am Sonntagmittag, werden wir in diesem Jahr eine überaus gute Kirmes feiern".

Diese verlief bisher recht friedlich, wie die Polizeiinspektion Bous mitteilte: Es gab eine kaputte Autoscheibe an einem Taxi und eine Auseinandersetzung mit Körperverletzung.

Georg Maringer, Hans-Joachim Neumeyer und Reinhold Jost (von links) bei der Spaß-Talkrunde. Fotos: Carolin Merkel
Georg Maringer, Hans-Joachim Neumeyer und Reinhold Jost (von links) bei der Spaß-Talkrunde. Fotos: Carolin Merkel
Der Musikverein Hülzweiler war ganz vorn dabei. Die Vereine sind das Rückgrat der großen Hülzweiler Kirmes.
Der Musikverein Hülzweiler war ganz vorn dabei. Die Vereine sind das Rückgrat der großen Hülzweiler Kirmes.