Begegnungen fördern die Toleranz

Schwalbach. "Integration erreichen wir dadurch, dass wir dahin gehen, wo Nicht-Behinderte sind", bringt es Holger Blug, Vorsitzender des Vereins Treff 81 auf den Punkt. 1981, im Jahr der Behinderten, fanden auf Betreiben der Gemeinde verschiedene Aktionen statt, um Behinderte besser zu integrieren

 Die Theatergruppe des Treff 81 in Hülzweiler bei einer Probe am Freitag (von links): Hinten stehen Walter Theves, Rainer Arnold, Christian Comtesse, Hubert Augustin und Stefan Barthel. Vorne sitzen Julia Engeldinger, Anette Trapp, die Leiterin Regina Zapp-Philippi, Sandra Lay, Birgitt Geraldy und Stefanie Rupp. Foto: Thomas Seeber

Die Theatergruppe des Treff 81 in Hülzweiler bei einer Probe am Freitag (von links): Hinten stehen Walter Theves, Rainer Arnold, Christian Comtesse, Hubert Augustin und Stefan Barthel. Vorne sitzen Julia Engeldinger, Anette Trapp, die Leiterin Regina Zapp-Philippi, Sandra Lay, Birgitt Geraldy und Stefanie Rupp. Foto: Thomas Seeber

 Marion Kutsch tanzt mit Adrian, Peter, Andrea und Julia in Saarlouis Rock and Roll. Foto: Thomas Seeber

Marion Kutsch tanzt mit Adrian, Peter, Andrea und Julia in Saarlouis Rock and Roll. Foto: Thomas Seeber

Schwalbach. "Integration erreichen wir dadurch, dass wir dahin gehen, wo Nicht-Behinderte sind", bringt es Holger Blug, Vorsitzender des Vereins Treff 81 auf den Punkt. 1981, im Jahr der Behinderten, fanden auf Betreiben der Gemeinde verschiedene Aktionen statt, um Behinderte besser zu integrieren. Der Erfolg dieser offenen Treffs behinderter und nicht-behinderter Menschen mündete ein Jahr später in die Gründung eines Vereins. Der Treff 81 hatte und hat die Schaffung eines toleranten Klimas in der Gemeinde zum Ziel. "Der Verein hat rund 250 Mitglieder, zum größten Teil aus Schwalbach", erläutert Blug. Deshalb konzentrieren sich die Angebote für Behinderte und Nicht-Behinderte auch hauptsächlich auf die Gemeinde.Dasselbe Ziel, aber grundsätzlich einen anderen Ansatz verfolgt der Verein Fair leben Saar: Familien mit behinderten Kinder sollen entlastet werden. Der Verein wurde 1999 von sieben betroffenen Müttern gegründet, seit 2006 hat er seinen Sitz in Schwalbach. Etwa 160 Familien, also rund 500 Personen, aus dem Landkreis Saarlouis sind Mitglied bei Fair leben Saar. "Bei der Gründung ging es hauptsächlich darum, gemeinsame Freizeitaktivitäten zu organisieren", erklärt Maria-Theresia Neu, stellvertretende Vorsitzende. Mittlerweile bietet Fair leben Saar eine Reihe regelmäßiger Aktivitäten für Behinderte an: Kegeln, Minigolf, Musiktherapie, Basteln, Kochunterricht und eine Disco. Dank vieler Spenden können die Angebote zur Zeit sogar für die Teilnehmer kostenfrei durchgeführt werden, erzählt Neu. Während der Unternehmungen werden die Behinderten von Fachkräften betreut. Für die Eltern bedeutet das Entlastung und ein paar Stunden freie Zeit. Der Verein bietet auch eine Art Babysitterdienst an, bei dem qualifizierte Betreuer nach Hause kommen. Regelmäßige Tagesfahrten und die Treffs wie Gymnastik, Theater, Kegeln oder Schwimmen sind auch beim Treff 81 seit Jahren etabliert. Das Besondere an den Treffs: Die Teilnehmer werden bei Bedarf mit dem vereinseigenen Bus abgeholt und heimgebracht. Fast seit seiner Gründung bietet der der Treff 81 auch eine Ferienfreizeit für Behinderte und Nicht-Behinderte an. "Das ist wirklich gelungene Integration", meint Blug, der als Kind selbst dabei war. "Und für selbständige Behinderte ist es auch eine Möglichkeit, mal alleine in Urlaub zu fahren." Ein weiteres Ereignis ist die Weihnachtsfeier des Vereins im Gemeindesaalbau, bei der der Theatertreff ein Stück aufführt."Die Aktivitäten der beiden Vereine sind wirklich beispielhaft", lobt der Behindertenbeauftragte der Gemeinde Schwalbach, Hubert Caspers. Aber in Sachen Integration Behinderter gibt es noch viel zu tun, meinen beide Vereinssprecher übereinstimmend. Immerhin gehen die Behinderten raus und verstecken sich nicht, erklärt Holger Blug. Maria-Theresia Neu rät: "Es würde sich wohl jeder wünschen, dass die Leute eher fragen als Behinderte nur anzustieren."

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