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Landesbeste Azubis
Auf Umwegen zur Landesbesten

Sarah Kelich an ihrem aktuellen Arbeitsplatz bei den Gas- und Wasserwerken in Wadgassen. Als Landesbeste schloss sie 2017 ihre Ausbildung ab.
Sarah Kelich an ihrem aktuellen Arbeitsplatz bei den Gas- und Wasserwerken in Wadgassen. Als Landesbeste schloss sie 2017 ihre Ausbildung ab. FOTO: Carolin Merkel
Schwalbach. Sarah Kelich aus Schwalbach hat nach Abitur und Uni eine Ausbildung zur Industriekauffrau gewählt und geglänzt. Von Carolin Merkel

Auf Umwegen, am Ende aber doch überaus zielorientiert, so gestaltete sich Sarah Kelichs Weg zur landesbesten Industriekauffrau. „Auch heute würde ich nicht sagen, ich würde nicht mehr studieren, doch damals war das nicht das Richtige für mich“, erzählt die 29 Jahre alte Schwalbacherin, die nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz quasi vor der Haustür bei den Gemeindewerken in Wadgassen gefunden hat. Das Abitur legte Kelich am Oberstufengymnasium in Merzig ab, danach ging es zur Universität: Fachbereich Steuerrecht. Drei Jahre hat sie sich durchgebissen, doch angekommen sei sie im Studium nie, erinnert sie sich, und hat sich schließlich um einen Ausbildungsplatz bemüht. „Recht schnell war mir klar, dass ich in den Ausbildungsberuf Industriekauffrau gehen wollte, da es ein sehr vielseitiger Beruf mit zahlreichen Möglichkeiten ist“, erzählt sie.


Besonders froh war Kelich, dass sie dann sehr rasch nach ihrem Entschluss einen Ausbildungsplatz bei prego services in Saarbrücken gefunden hat. Und sie hat damit einen Volltreffer gelandet, in der Energiebranche fühlte sich vom ersten Tag an wohl. „Wir haben im Betrieb sehr viel Praxis vermittelt bekommen“, schildert sie. In der Schule dagegen gab es viel Theorie, aber die  gehöre einfach dazu. „Wir hatten viele Fächer, dazu gibt es sehr viele Auszubildende in dem Beruf, da konnte ich gar nicht ahnen, dass ich es zur Landesbesten schaffen würde“, meint sie.

Manche Teilbereiche wie Rechnungswesen seien ihr leichter gefallen, da sie sich damit schon im Studium beschäftigt hat. „Doch ich musste mich schon ganz schön hinsetzten und büffeln.“ Der Anspruch in der Prüfung, sagt Kelich, war sehr hoch. Hinzu kam, dass sie die Prüfung ein halbes Jahr vorgezogen hatte. „Als ich den Brief mit dem Ergebnis bekommen habe, da war die Freude natürlich riesig“, sagt sie. Die teilte sie vor allem mit ihrem Ehemann. Gleich nach den Prüfungen stieß Kelich auf ein Stellenangebot aus Wadgassen und konnte sich den Job sichern. Ein Studium schließt sie dennoch nicht ganz aus, eventuell in der Fachrichtung Energiefachwirt. „Für mich kann ich sagen, ich bin in dem Bereich angekommen, der mir viel Spaß macht. Jetzt will ich einfach arbeiten“, sagt sie.