Amtseinführung Bürgermeister Schwalbach: Mitarbeiter spielten Trompete

Besonderes Musikerduo : Für den Chef griffen sie gern zur Trompete

Ralf Rosche und Ralf Paulus haben den gleichen Vornamen, den gleichen Arbeitgeber, spielen beide das gleiche Instrument. Bei der Amtseinführung ihres Chefs, Schwalbachs Bürgermeister, sorgten sie für die musikalische Einlage.

Als es darum ging, wie Schwalbachs alter und neuer Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer (CDU) die Einführung in seine zweite Amtszeit musikalisch gestaltet haben wollte, war der Plan schnell gefasst. „Wir wollten es ja nicht so groß aufziehen. Und die Trompeter haben wir schließlich im Haus“, erinnert sich der Verwaltungschef mit einem Lächeln. Stolz blickt er auf die zwei Männer vor ihm, die sich im Ratssaal für den Fototermin mit der SZ positioniert haben: „Beide sind begnadete Trompeter.“

Neumeyer ist der Chef der so Gelobten, beide sind Mitarbeiter der Gemeinde Schwalbach. Der Hülzweiler Ralf Rosche, 55, ist seit 16 Jahren Hausmeister im Rathaus. Der 53-jährige Ralf Paulus aus Schwalbach, seit 1993 bei der Gemeinde, ist im Steueramt tätig. Beide kennen sich nicht nur vom Beruf, sondern auch von der Musik. Denn die bestimmt zu großen Teilen das Leben der zwei.

Der Wunsch, Trompete zu spielen, erwuchs bei Ralf Rosche bereits mit acht Jahren: „Da habe ich Walter Scholz im Fernsehen gesehen. Daraufhin habe ich mir zu Weihnachten eine Trompete gewünscht.“ Fortan spielte er, wurde beim Verein der Musikfreunde Hülzweiler ausgebildet (da ist er heute noch), begann mit 15 Jahren in der Bergkapelle der Saarbergwerke (er war da rund 30 Jahre), bekam eine Zusatzausbildung beim damaligen Solotrompeter am Staatstheater. Zudem hat er seit rund 30 Jahren eine eigene Kapelle: „Ralf Rosche und seine Hülzweiler Dorfmusikanten“. „Wir haben schon erfolgreich drei CDs produziert und einen Musikwettbewerb gewonnen. Wir waren schon im Musikantenstadl bei Andy Borg zu Gast“, erzählt er stolz.

In Rosches Kapelle hilft Ralf Paulus auch schon mal aus. Paulus wurde im Musikverein Harmonie Schwalbach groß, mit zehn Jahren fing er an. Der damalige Dirigent Josef Ziegler, sein erster Lehrer, brachte ihn, der eigentlich Schlagzeug lernen wollte, zur Trompete: „Da habe ich mich schnell überreden lassen“, erzählt Paulus gut gelaunt. Seit langem ist er bei den „Saarländer Spitzbuben“, seit zwei Jahren auch bei „Gugge mol“, einer Völklinger Formation.

Beide Familienväter, das sagen sie und das merkt man, lieben die Musik. Und in beiden Familien spielen oder spielten alle, ob Ehefrauen oder Kinder, ein Instrument. Ralf Rosche („ich bin musikverrückt“) gibt zu, sogar im Urlaub die Taschentrompete mitzunehmen, um nicht aus der Übung zu kommen. „Wir sind beispielsweise jedes Jahr zum Skifahren in Südtirol, die wissen schon Bescheid.“ Er grinst. Und sagt: „Ohne Musik geht es nicht.“

Ralf Paulus’ Leidenschaft führte ihn auch zu seiner großen Liebe: Die spätere Ehefrau Heike spielte Klarinette im benachbarten Verein.

Vor einiger Zeit haben die beiden schon mal die Hochzeit einer Kollegin musikalisch begleitet. Nun kamen sie erneut und gerne als Duo zusammen, auf Wunsch des Chefs. Zwei Proben reichten, dann spielten die beiden bei der Feierstunde für den Bürgermeister Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten . . .“. Laut Neumeyer ein Werk, das ihn immer schon begleitet. Und das auch an diesem Abend sehr gut ankam: „Der Auftritt hat allen gut gefallen“, betont der Verwaltungschef. Auch seinen beiden musikalischen Gemeindemitarbeitern, wie Ralf Rosche sagt: „Es war eine Ehre, bei diesem Anlass zu spielen.“

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