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50 Jahre Nikolaus
Goldenes Jubiläum für den Nikolaus

Nikolaus Alfred Gindorf und Knecht Ruprecht Armin Thirion auf dem Wasserweg (hinten: Rainer Müller)
Nikolaus Alfred Gindorf und Knecht Ruprecht Armin Thirion auf dem Wasserweg (hinten: Rainer Müller) FOTO: Undine
Hülzweiler. Seit einem halben Jahrhundert sind Nikolaus Alfred Gindorf und Knecht Ruprecht Armin Thirion im Auftrag des Herrn unterwegs. Auch beim Jubiläums-Einsatz leuchteten gestern in Hülzweiler viele Kinderaugen. Von Roland Schmidt

„Wenn in der Stille des Advents, ein Glöckchen klingt, ein Kerzlein brennt. Wenn eisig weht der Wind ums Haus, vom Himmel kommt St. Nikolaus.“ Alle Jahre wieder kleben brave Kinder aus Hülzweiler und Umgebung wie gebannt an den Lippen von Alfred Gindorf. Mit reich gefülltem Geschenke-Sack besuchte der wohl dienstälteste Nikolaus im Kreis Saarlouis auch am gestrigen Abend vorweihnachtlich dekorierte Stuben und begann seinen Job mit den berühmten Versen.


Seit einem halben Jahrhundert sind der 73 Jahre alte Wohltäter und sein gleichaltriger Knecht Ruprecht Armin Thirion im Auftrag des Herrn unterwegs, jagen von Termin zu Termin und lassen in der Adventszeit Kinderherzen höher schlagen. In dieser langen Zeit haben der „Heilige Mann“ und sein treuer Begleiter einiges erlebt – und bewegt. Weit zurück liegt der Auftritt im Schwalbacher Asylantenheim. In Ermangelung deutscher Gedichte improvisierte eine kleine Vietnamesin pfiffig und versetzte Nikolaus ins Staunen – mit einem Lied zu Ehren Ho Chi Mins.

„Dieser Moment bleibt unvergessen“, grinst der „Heilige Mann“ aus Hülzweiler in den weißen Bart. Bei einer Stippvisite im Sportzentrum Schachen gab das unparteiische Gespann einst sogar den Anpfiff zur Bündelung der örtlichen Fußball-Kräfte. „Es gab ja früher zwei Vereine und zwei Klubhäuser. Wir haben den Vorsitzenden der DJK und des FC Hammer und Meißel überreicht mit dem Auftrag, die trennende Mauer einzureißen und sich zusammenzuschließen – hat später auch geklappt“, erzählt Gindorf. Sein liebsten Kunden waren aber immer die Kinder. „Bei rund 700 Hausbesuchen am 5. Dezember haben wir ungefähr 1200 Mädchen und Jungen Freude bereitet“, rechnet Gindorf vor. Hinzu kämen unzählige Besuche in Krankenhäusern, Vereinsheimen und Kindergärten.



Mächtig ins Schwitzen kam das Erfolgs-Duo bei seinen 36 Außeneinsätzen auf dem Schwalbacher Weihnachtsmarkt. Die Antritts-Gagen im vierstelligen Bereich spendete das Duo einem bekannten Missionar in Paraguay und dem Treff 81 Schwalbach, dem Verein für Behinderte und Nichtbehinderte. „Über den Daumen haben wir über die Jahre rund 13 900 Mädchen und Jungen beschenkt und glücklich gemacht. In die großen erwartungsvollen Augen der Kinder zu schauen, war für uns stets die größte Motivation und unbezahlbar“, schwärmt Gindorf vom saisonalen Traumjob.

Und da der Nikolaus Schutzpatron der Seeleute ist, versteht es sich von selbst, dass die wohltätigen Bartträger im Kanu-Club Saarlouis aktiv sind. Die Bescherung der Mitglieder besorgen die ehemaligen Vorsitzenden dann auch schon mal vom Wasser aus – Geschenke ahoi.