Stichwahl um Bürgermeisteramt in Schwalbach Nach Wahlempfehlung der AfD – David Maaß reagiert auf massive CDU-Kritik

Schwalbach · Nachdem die AfD für die kommende Bürgermeister-Stichwahl in Schwalbach eine Wahlempfehlung für David Maaß ausgesprochen hat, erwartet die CDU jetzt eine Distanzierung des SPD-Kandidaten. Dieser hat nun reagiert – und klargemacht, was er von der Wahlempfehlung hält.

David Maaß will Bürgermeister von Schwalbach werden. Dass die AfD nun eine Wahlempfehlung für ihn ausgesprochen hat, brachte dem SPD-Politiker jetzt Kritik von der CDU ein.

David Maaß will Bürgermeister von Schwalbach werden. Dass die AfD nun eine Wahlempfehlung für ihn ausgesprochen hat, brachte dem SPD-Politiker jetzt Kritik von der CDU ein.

Foto: Ruppenthal

Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Amtsnachfolge des bisherigen Schwalbacher Bürgermeisters Hans-Joachim Neumeyer (CDU). Nachdem der erste Wahlabend keinen klaren Sieger gebracht hatte, müssen der parteilose Markus Weber und SPD-Kandidat David Maaß nun am 23. Juni in die Stichwahl. Weber dürfte dabei als Favorit in die zweite Wahlrunde gehen, da er mit 49,2 Prozent der Stimmen nur knapp an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt war. Für Maaß, der rund 41,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt hatte, kommt jetzt noch erschwerend eine Wahlempfehlung von einer wohl eher weniger gern gesehenen Seite hinzu.

AfD-Kandidat spricht Wahlempfehlung für Maaß bei Stichwahl aus

Noch am ersten Wahlabend hatte der unterlegene AfD-Bürgermeisterkandidat Uwe Jung im Gespräch mit unserer Zeitung eine Empfehlung für David Maaß bei der kommenden Stichwahl abgegeben. „Ich habe nichts gegen Markus Weber. Aber Schwalbach braucht den Wandel“, sagte Jung.

Die CDU Schwalbach – die dieses Mal keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt und sich stattdessen hinter den parteilosen Markus Weber gestellt hatte – nimmt die Aussagen von Jung jetzt zum Anlass, um Kritik am SPD-Kandidaten Maaß zu äußern. So hätte man „eine zeitnahe und deutliche Reaktion“ seitens der SPD und dessen Bürgermeisterkandidaten auf die Wahlempfehlung durch die AfD erwartet.

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CDU Schwalbach kritisiert fehlende Distanzierung

„Wo bleibt die Distanzierung von David Maaß und der SPD im Gemeindeverband Schwalbach?“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung der Christdemokraten. Gleichzeitig stelle sich für die CDU die Frage, „ob David Maaß und die SPD Schwalbach ihren moralischen Kompass zwecks Wahlsieg über den Haufen werfen“. Schließlich habe der Saarlouiser SPD-Landrat Patrik Lauer sich bereits kurz nach der jüngsten Kreistagswahl von der AfD distanziert. Von Maaß finde man hierzu angeblich keine Stellungnahme.

SPD-Kandidat reagiert auf Vorwürfe

Vorwürfe, denen der SPD-Kandidat jetzt vehement widerspricht. „Es wird nur wenige Menschen im Saarland geben, die eine so klare und ablehnende Haltung gegenüber der AfD an den Tag legen, wie ich dies seit Jahren tue“, erklärt Maaß auf Anfrage unserer Zeitung.

Tatsächlich positioniert sich der ehemalige Polizeigewerkschafter regelmäßig kritisch gegen die AfD. Mit der Folge, dass der Politiker häufig auch mit persönlichen Anfeindungen und Bedrohungen konfrontiert wird. So sah sich Maaß etwa im Februar 2020 wegen eines AfD-kritischen Facebook-Beitrags massiven Beleidigungen und Anfeindungen im Netz ausgesetzt. Zahlreiche Landespolitiker hatten sich damals hinter den Polizisten gestellt.

Maaß sieht CDU-Kritik als „plumpe Stimmungsmache“

„Niemand aus der CDU Schwalbach, die jetzt meinen ‚moralischen Kompass‘ infrage stellt, ist mir damals beigesprungen“, erklärt der SPD-Kandidat jetzt gegenüber unserer Zeitung. Dass nun seine Integrität in diesem Zusammenhang infrage gestellt werde, empfinde er als „ehrenrührig“.

Auch vermisst Maaß nach eigenen Aussagen eine ähnlich klare Positionierung seitens der CDU Schwalbach, der er in diesem Zusammenhang wiederum „plumpe Stimmungsmache im Wahlkampf“ vorwirft.

Gleichzeitig macht der SPD-Politiker deutlich, was er von der AfD-Wahlempfehlung selbst hält: „Ich habe diese nicht gewollt und ich brauche sie auch nicht, erst recht nicht von einer Partei, die gegen all die Werte steht, die mich ausmachen und die ich vertrete. Ich war und bin aber auch nicht bereit, über jedes Stöckchen zu springen, das mir von interessierter Seite hingehalten wird.“