Schüler der MLK Saarlouis kochen mit Sternekoch Stopp

Kostenpflichtiger Inhalt: Küchenchef aus dem La Maison in Saarlouis : Luxus-Stunde mit Sternekoch

Den Kick zum Kochen haben sich acht junge Leute der Martin-Luther-Gemeinschaftsschule Saarlouis abgeholt: bei Sternekoch Martin Stopp.

Das würde sich mancher wünschen. Ein Sternekoch, der in der heimischen Küche zeigt, wie’s geht. Für acht Jungen und Mädchen, 14 und 15 Jahre alt, wurde das am Freitag Wirklichkeit. Martin Stopp, Küchenchef  im Louis, des mit einem Stern ausgezeichneten Restaurants des Hotels La Maison in Saarlouis, kam um 8.30 Uhr in die kleine Schulküche der Martin-Luther-King-Gemeinschaftsschule (MLK) in Fraulautern, und begleitete die jungen Leute, bis sie um 12 Uhr ein Dreigang-Menü für 20 Personen auftischen konnten.

Stopp kam an bei den Jugendlichen mit seiner Mischung gut gelaunter Gelassenheit und seiner klaren Auffassung, dass es „genau so geht, wie man es zeigt. Das ist alles beim Kochen.“ Nicht etwa nur hier in der Schule, sondern auch in der Sterne-Küche. Vermitteln wollte er „Spaß beim Kochen, keinen Stress.“

Die acht jungen Leute besuchen das Fach Hauswirtschaftslehre, gek ocht haben sie an diesem Freitag nicht zum ersten Mal. „Kochen mit dem Profi“ ist der Abschluss eines so genannten Aktionsjahres: Weiterführende Schulen des Kreises hatten Dutzende Projekt unter dem Motto „Esskultur und Nachhaltigkeit“ auf den Weg gebracht. An der MLK waren das zum Beispiel „Backen wie früher“ mit Bäcker Silvanus oder Vorträge der Meeresbiologin Frauke Bagusche. Die MLK setzt außerdem eigene Akzente zur Nachhaltigkeit. Etwa, als Schulköchin Stella Frohn vorschlug, auf Tetrapaks zu verzichten und den Kakao selbst zu kochen.

Diese Linie gefällt auch Stopp, der

Sous-Chef Robert Jankowski mit Dominik Fontaine (Mitte) und Joel Mehrstein am Topf mit den Hähnchenschenkeln. Foto: Thomas Seeber

die Projekte „super“ nennt und deswegen zu diesem Schulkochen mit Seltenheitswert zusagte.

Regional und nachhaltig sollte denn auch das Essen an diesem Freitag zubereitet werden. Etwa mit „Suppe vom Lisdorfer Kürbis“ oder „Ei vom glücklichen Huhn“ mit einem Reblochon-Espuma.

Dominik Fontaine hat an diesem Morgen zum Beispiel gelernt, wie man „ein Huhn zerlegt“ und wie man die Finger hält, wenn man Kartoffeln für das Gratin reibt. Ein Pflaster an seinem Daumen zeigt den Lernfortschritt. Blitzsauber seine Arbeitsplatte, auch die der anderen. „Wir haben immer wieder abgewischt, sonst kommt man nicht klar.“ Vom oft rauen Ton in Profiküchen haben er und Joel Mehrstein schon gehört. „Aber  man stellt sich das schlimmer vor“, bilanzieren sie gegen Mittag. „Es war alles freundlich und nicht hektisch. Sie sagen, sie könnten sich den Beruf eines Kochs durchaus vorstellen.

Hanna Nellen und Julia Derr haben den Kürbis geschnitten, der nun in einem großen Topf vor sich hin köchelt. „Und er hat uns gezeigt, wie man Kohlrabi richtig schneidet. Abschälen, das untere und das obere Stück wegschneiden und dann in Scheiben schneiden. Wie Pommes.“

Auch ihnen hat der Vormittag mit Küchenchef Martin Stopp und seinem Sous-Chef Robert Jankowski gefallen. „Überhaupt, miteinander zu kochen, das hat Spaß gemacht,“ sagt Julia Derr.

Manches war schon vorgearbeitet für diesen Freitag. „Die Soße für die Hähnchenschenkel braucht ja drei Tage“, weiß Joel Mehrstein. Und „die Zwiebel war auch schon geschnitten“, erzählen Hanna Nellen und Julia Derr - nicht ohne Erleichterung.

Dann kommen die Gäste. Zwei Tische fein weiß eingedeckt, einer für die jungen Köche, der andere für die Gäste. Schulköchin Stella Frohn haben sie eingeladen, ihren Schulleiter Udo Ulrich, Eltern- und Schülersprecherin. Unter den Gästen auch OB Peter Demmer und Landrat Patrik Lauer mit seiner Schulplanerin Natalie Sadik. Der Sommelier des Louis, Alexander Paulus, empfielt einen saarländischen Grauburgunder als Begleitung.

Lauer äußert „hohen Respekt“ vor dem Einsatz von Stopp und seinem Team. Die Projekte des Aktionsjahres zur Nachhaltigkeit müssten selbst nachhaltig werden, sagt er. Also keine Eintagsfliegen bleiben. Das mache die MLK ja vor.

„Manche Mütter sagen zu ihren Kindern: Du kochst nicht in meiner Küche. Weil das einfach zu lange dauert. Das Problem überall“, sagt Stopp, „schade“.