Schüler aus Israel spielen mit Schülern vom RSG Saarlouis ein Konzert

Schüler aus Saarlouis und Israel : Wenn die Musik alle Herzen erreicht

Schülerinnen und Schüler des Robert-Schuman-Gymnasiums Saarlouis und Jugendliche aus Israel gaben ein Konzert im beinah vollbesetzten Theater am Ring. Organisiert hatte den Austausch der Verein Begegnungen 2005. Die Schirmherrschaft hatten Ministerpräsident Tobias Hans und der Botschafter des Staates Israel, Jeremy Issacharoff.

Großartig, was talentierte Schüler aus Saarlouis, Tel Aviv und Haifa in nur zwei Tagen Austausch auf die Bühne bringen können. Das Publikum – Eltern, Geschwister, Großeltern der Akteure und Gäste – zeigten sich begeistert vom deutsch-israelischen Begegnungskonzert „Music2connect“, das federführend von Tobias Rößler und Britta Lahnstein, Musiklehrer am Robert-Schuman-Gymnasium (RSG), organisiert wurde. Bereits seit mehr als zehn Jahren gehört das RSG zu den drei saarländischen Gymnasien mit besonderem Musik-Profil. Musikinteressierte und -begabte können ab Klassenstufe 8 Musik als Hauptfach belegen. Darüber hinaus gibt es in allen Klassenstufen einen vierstündigen Musikunterricht.

Trommelwirbel – unter der Leitung von Lothar Fuhr geben sieben Drummers den Einstand. „Groovin Sticks“ ist die AG von Lahnstein. Zuvor rufen Jugendliche in zehn Sprachen das Motto des Abends aus: „Wirkliches Leben ist Begegnung.“ In Workshops zum Thema „Begegnen, Erinnern, die Zukunft gestalten“ hatten sich 150 Jugendliche auf das Konzert vorbereitet. Eine Darbietung jagt die nächste. Es bleibt spannend von Anfang bis Ende. Die charmante Moderation haben Simon Herz und Kimberly Lambrecht aus dem Abiturjahrgang übernommen.

Natürlich gibt es Highlights, aber auch das Blasorchester mit Schlagzeug und Percussion, die gut geschulten Chöre „Unisono“ und „Polyphonix“ und das Zupfensemble (Gitarren und Mandolinen) des RSG überzeugen. Letzteres spielt unter Leitung von Tim Beuren sehr zart interpretiert den „Winter“ von Vivaldi aus den „Vier Jahreszeiten“ und eine spanische Volksweise.

Die israelische Band „Earth People Music“ (Bass, zwei E-Gitarren, eine Acoustic-Gitarre, E-Piano, Synth, Saxophon, Drumset, Percussion und drei Sängerinnen) begeistert mit rasanter Rhythmik, gutem Zusammenspiel sowie außergewöhnlich gut intonierten und beweglichen Frauenstimmen, die ebenso perfekt harmonieren. Ein Zwischenspiel am Saxophon gibt Valerie Veenman aus den Niederlanden. Mit Kammermusik wartet ein Ensemble von Lothar Fuhr vom RSG auf, dem Schüler der Musikklasse 5M1 und einer aus der 9A1 angehören: Die Besetzung mit Flöte, Trompete, drei Saxophonen, Klavier, Fagott und Akkordeon (Fuhr) verdient Anerkennung. „Applaus, Applaus“ singt „Unisono“ unter Leitung von Musiklehrer Daniel Franke in Begleitung der Band-AG „Never Complete“, die danach die Bühne rockt.

Nach kleiner Pause stellt sich die Bigband „Nambertu“ mit „Gonna Fly Now“ vor und mit „Feeling Good“, das Lisa Ruf einfühlsam singt. Auch Eric Wilhelm beeindruckt mit seiner hohen und sauber intonierten Stimme. Großen Eindruck hinterlässt Rößlers AG Popgesang, die zu seiner Acoustic-Gitarre „Four Five Seconds“, einen Song von Rihanna. Kanye West und Paul McCartney, vorträgt.

Der stümische Beifall gilt Eric Wilhelm, Ida Purucker, Mia Sommer, Georgia Kerr, Hanako Sato und Evelyn Klassen. Eine tolle Jazz-Modern Dance-Vorführung bieten Lea&Lea aus Israel, während sieben Tänzerinnen des „Dance Ensemble“ aus Tel Aviv sich anmutig zu Musik vom Band bewegen.

Danach trumpft „Earth People Music“ noch einmal auf. Drei hervorragende, markante Frauenstimmen ( Kama Saidian Rosenberg, Nitsan Cohanim, Tamar Medi Klein) sorgen mit der Israel-Band ein weiteres Mal richtig für Stimmung, bevor das Finale mit einer Hommage an John Lennon eingeläutet wird und alle außer Rand und Band geraten. Alle Mitwirkenden und Akteure feiern unter feurigem Klatschen und Bravorufen den Erfolg des Abends mit „Imagine“.

Zuvor hatte eine der drei israelischen Sängerin selten schön das „Halleluja“ von Cohen vorgetragen.

Tobias Rößler: „Es war eine unglaublich tolle Erfahrung für alle Beteiligten. Wir haben in dieser Woche gemerkt, dass Musik uns alle verbindet! Sie ist die gemeinsame Sprache, die alle Grenzen überwindet und ein Zusammengehörigkeitsgefühl schafft, das kaum mit Worten zu beschreiben ist! Wir haben gemeinsam musiziert, als würden wir schon ewig zusammenspielen! Alle waren glücklich.“

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