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Schokolade aus Deutschland
Ludwig vertraut ganz auf Süßes

Ludwig Schokolade in Saarwellingen: Die neue Halle ist oben links, hell grau, zu erkennen.
Ludwig Schokolade in Saarwellingen: Die neue Halle ist oben links, hell grau, zu erkennen. FOTO: Behrendt
Saarlouis. Schokolade aus Deutschland bleibt weltweit gefragt. Darum investiert Ludwig Schokolade in Saarlouis und in Saarwellingen 2018 und 2019 rund 32 Millionen Euro. Und sucht Arbeitskräfte. Von Johannes Werres

Die Zahl der Länder dieser Erde sinkt, in die man reisen kann, ohne ein Stückchen Saarlouis mit heimzubringen, wenn man es denn will: In 72 Länder exportiert das Unternehmen Ludwig Schokolade, was es in Saarlouis und Saarwellingen produziert hat. 450 Tonnen Süßwaren am Tag. Ludwig Schokolade gehört zur Krüger Gruppe und bleibt optimistisch. „Wir investieren 2018 und 2019 rund 32 Millionen Euro in unsere beiden Standorte“, sagt Werkleiter Claus Hafner. „Ein eindeutiges Bekenntnis der Krüger-Gruppe zur Produktion im Saarland.“


Der Löwenanteil davon ging in die vierte Halle in Saarwellingen, die im Dezember nach nur einem guten Jahr Bauzeit in Betrieb ging. In Halle IV wird nun hergestellt, was vorher in Saarlouis-Fraulautern in die Schachteln ging, die eigentlich nur für den deutschen Markt bestimmt sind, weil sie, wie Hafner sagt, vor allem dem deutschen Geschmack entsprechen: die ETN, wie sie hier sagen, den „Edlen Tropfen in Nuss“. Fast so lange wie die Schogetten, und jetzt auch schon ziemlich genau ein halbes Jahrhundert sind sie auf dem Markt. „Ein Verkaufsschlager.“

In Fraulautern wurden die ETN teilweise auf Maschinen hergestellt, auf denen schon die ersten Edlen Tropfen liefen. Längst Zeit für neue Maschinen, sagt Hafner, und jetzt „sind es die weltweit modernsten dieser Art, die es gibt“. Die Edlen Tropfen, erklärt der Werkleiter, erforderten ein aufwendiges und kompliziertes Herstellungsverfahren.



Neue Produktionsanlage bei Ludwig Schokolade Saarwellingen (von links): Ralf Klerf (Produktionsleiter, Ingo Noh (Fachbereichsleiter), Jens Simon (Technicherleiter) und Claus Hafner (Werkleiter)
Neue Produktionsanlage bei Ludwig Schokolade Saarwellingen (von links): Ralf Klerf (Produktionsleiter, Ingo Noh (Fachbereichsleiter), Jens Simon (Technicherleiter) und Claus Hafner (Werkleiter) FOTO: Thomas Seeber

Für diese Maschinen wurde Halle IV gebaut, 4000 Quadratmeter im Erdgeschoss, weitere 1500 Quadratmeter auf einer galerieartigen Bühne. 18,5 Millionen Euro kostete die ETN-Fabrik. Viele Schritte vollautomatisiert, 25 verschiedene Geschmacksrichtungen plus Saisonartikel, drei Packungsgrößen. Die Leute, die schon bisher die Edlen Tropfen produziert haben, tun das auch weiter, versichert Hafner. Bloß eben in Saarwellingen. Die freie Fläche in Fraulautern wird Lagerraum. Aber auch hier, am Stammsitz werde jetzt investiert, „in neue Produkte“.

Modernste Technik sei das eine, gute Mitarbeiter das andere, sagt Hafner. Im Schnitt 1300 sind es, saisonal auch mehr. Zwei Drittel in Saarlouis, ein Drittel in Fraulautern. 120 Mitarbeiter sind 2018 aus Zeitarbeit übernommen worden, berichtet Hafner.

Das Unternehmen bemühe sich um eine starke Mitarbeiterbindung und aktuell auch um verstärkte Mitarbeitergewinnung. Das Unternehmen sucht vom Mitarbeiter im Rohstofflager über Produktentwickler und Elektroniker bis zum Koch in der Betriebskantine Kräfte in zehn Berufen. Hafner bekräftigt, dass Ludwig Schokolade mehr denn je darauf setze, Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu gewinnen und zu qualifizieren.

Auch in Fraulautern schaut man derzeit nach London. Wie werden nach einem Brexit die Zollformalitäten abgewickelt? Wird das die, wie Hafner erklärt, äußerst schnellen Liefertakte, die der britische Handel voraussetze, verlängern? Damit den Import nach England dämpfen? „Die Industrie braucht dringend Ansagen, um sich darauf einzustellen.“ Denn Großbritannien ist einer der ganz großen Exportmärkte von Ludwig Schokolade in Saarlouis und Fraulautern.