Wolfram Lang, Bürgermeister der Gemeinde Schmelz, im Gespräch mit der SZ

Der Schmelzer Bürgermeister im SZ-Gespräch : „Ich bin nicht nur Chef der Verwaltung“

Die Gemeinde Schmelz hat einen neuen Verwaltungschef: Seit dem 1. Oktober ist Wolfram Lang (SPD) im Amt. Die SZ wollte wissen, wie die erste Zeit war – und, was er sich für die Zukunft vorgenommen hat.

Das Büro ist unverändert. Das Bild an der Wand ist hängen geblieben. Und auch sonst hat sich nicht viel verändert. Im Büro des neuen Bürgermeisters der Gemeinde Schmelz, Wolfram Lang (SPD), steht nur eine neue Pflanze. „Sie begleitet mich seit 20 Jahren“, erklärt Lang. Möglicherweise ein Glücksbringer? „Gut möglich“, legt sich Lang, der immer noch glücklich ist, die Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Schmelz gewonnen zu haben, nicht fest.

Seit 1. Oktober ist er der neue Verwaltungschef. Hat er sich schon eingelebt? „Ja, bei so viel Arbeit kann ich auch gar nicht überlegen, ob ich mich gut eingelebt habe.“ Er sei gut angekommen. Das liege daran, dass alle halbe Stunde ein anderes Thema anstehe.

Sein Büro habe er so gut wie nicht verändert. Bis auf jene Pflanze eben. Und eine Plakette. Erinnerung an seine alte Dienststelle, die ihm die Kollegen zum Abschied geschenkt haben. Sie steht auf einem Regal neben seinem Schreibtisch. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt der ehemalige Finanzbeamte.

Hinter ihm liegen bereits ein paar Wochen Arbeit im Rathaus. Was hat er in den ersten Tagen und Wochen gemacht? Lang: „Ich habe mir einen Überblick verschafft. Mich in allen Dienststellen vorgestellt, in den Kindergärten, im Bauhof beispielsweise, aber vor allem führe ich sehr viele Mitarbeitergespräche.“ Das sei sehr zeitintensiv, keine Frage, „aber ich möchte nicht nur mit den jeweiligen Leitungen reden, sondern auch mit den Mitarbeitern“.

Er will Anregungen und Kritik des Personals hören. Die Gespräche kämen gut an, „die Mitarbeiter freuen sich, dass sie gehört werden“, erzählt der zweifache Familienvater. Und er möchte einen ungefärbten Eindruck bekommen. Eine Bestandsaufnahme von Leitung und Mitarbeitern, die unterschiedliche Aspekte haben. Erst nach den Gesprächen werde er an den Strukturen möglicherweise etwas ändern. „Ich habe schon einiges im Kopf, aber dieses Thema werde ich erst im neuen Jahr angehen“, verrät der 53-Jährige.

Auf der Homepage der Gemeinde Schmelz und auch bereits im Wahlkampf hat der Hüttersdorfer als Ziel angegeben, „nahe bei den Menschen zu sein, alle mitzunehmen und mein Handeln transparent zu gestalten.“ Wie hat man sich das vorzustellen? „Ich bin viel draußen, bei vielen Veranstaltungen.“ Außerdem biete er keine spezielle Bürgersprechstunde an. Bei ihm könne jeder, der möchte, einen Termin vereinbaren und mit ihm persönlich über Sachthemen oder Probleme reden.

Und was hat er sich für das erste Jahr vorgenommen? „Ich möchte ein Jugendzentrum schaffen“, sagt Lang. Daran arbeite er intensiv. In Michelbach und Hüttersdorf gäbe es so etwas schon. Aber im Ortsteil Schmelz möchte er dieses Thema so schnell wie möglich umsetzen. Noch ist er auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Die Jugendlichen sollen ihren Treffpunkt haben, das sei sein vorrangiges Ziel.

Und wie sieht es mit Neubaugebieten aus? Das sei sicher ein Thema, da die Bauplätze im Enkeltrieschen fast alle weg seien. Und die Nachfrage nach Bauplätzen sei groß. Das Thema Leerstandsproblematik beschäftige ihn auch, aber die jungen Familien würden gerne neu bauen. Und Schmelz sei eben gerade im Bereich Kindergartenplätze sehr gut aufgestellt.

Auch wenn er als Bürgermeister erst ein paar Wochen im Amt ist: Wo sieht er die Gemeinde Schmelz in fünf Jahren? Lang: „Bis dahin sollen weitere Neubaugebiete erschlossen sein, auch neue Gewerbegebiete – ohne die wird es nicht gehen.“ Außerdem will er ein gutes Stück in der Seniorenpolitik weiter sein. Aber das Tagesgeschäft gebe es ja auch noch. Und alle Themen, das sei ihm bewusst, könne er nicht gleichzeitig angehen.

Sein Kontakt zu den Vereinen sei sehr gut, er ist, wenn möglich, bei allen Veranstaltungen. „Ich zeige mich und gehe offensiv an die Vereine.“ Es vergehe fast kein Wochenende, an dem er sich nicht blicken lasse. Wichtig sei ihm, dass er nicht nur der Chef der Verwaltung sei, sondern Ansprechpartner für alle Bürger.

Mehr von Saarbrücker Zeitung