"Wir haben es gepackt"

Schmelz-Außen. Ortstermin in Schmelz-Außen in der Schubertstraße vor dem Haus mit der Nummer 19. Das einst stolze, heute aber verwahrloste Gebäude aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts ist Treffpunkt für den Reporter der Saarbrücker Zeitung und Bürger aus der Nachbarschaft des maroden Gebäudes

 Die IG-Mitglieder Hermann Lauck, Claudia und Bertram Steimer, Susanne Thome sowie Edmund Klein (von links) vor dem Haus in der Schubertstraße, dessen Tage gezählt sind Foto: aki

Die IG-Mitglieder Hermann Lauck, Claudia und Bertram Steimer, Susanne Thome sowie Edmund Klein (von links) vor dem Haus in der Schubertstraße, dessen Tage gezählt sind Foto: aki

Schmelz-Außen. Ortstermin in Schmelz-Außen in der Schubertstraße vor dem Haus mit der Nummer 19. Das einst stolze, heute aber verwahrloste Gebäude aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts ist Treffpunkt für den Reporter der Saarbrücker Zeitung und Bürger aus der Nachbarschaft des maroden Gebäudes. Sie sind allesamt Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) zur Beseitigung des Schandflecks in ihrer Straße.Im Vergleich zum ersten Termin im Herbst vorigen Jahres, als noch eine starke Anspannung unter den Leuten herrschte, ist die Stimmung diesmal gelöst. Die fünf Mitglieder der IG - insgesamt sind 19 Leute dabei -, darunter die Initiatorin und Sprecherin Susanne Thome, sind trotz des Nieselregens guter Dinge. Hermann Lauck spricht aus, was viele Leute in der Straße denken, und was der Grund zum lockeren Auftreten ist: "Wir haben es Gott sei Dank gepackt, die Bude kommt weg."

Die Bude, das ist die schon seit acht Jahren leer stehende Nummer 19, einst Wohn- und Gasthaus und später Heimstatt für Asylbewerber. Dieser Tage traf die erlösende Nachricht des Schmelzer Bürgermeisters Armin Emanuel in der Straße ein, dass die Gemeinde die Liegenschaft zum symbolischen Preis von einem Euro kaufe, und dass in absehbarer Zeit mit dem Abriss zu rechnen sei.

Hohe Hürden

Zuvor hatte der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde dem Ankauf und der Übernahme der Abriss- und weiterer Folgekosten in Höhe von voraussichtlich 80 000 Euro zugestimmt. Dieser so genannte Rückbau erfolge unter Vorbehalt der Finanzierungssicherstellung durch den Gemeinderat, wie Bauamtsleiter Stephan Barth mitteilte.

Bis zur behördlichen Abrisszusage hatten die Bürger aber ziemlich hohe Hürden zu überwinden. Zum einen verlangten die Besitzer mehr als nur einen Euro für ihr Anwesen. Da der Bürgermeister aber keinen Cent mehr bezahlen wollte, musste sich die IG in mehreren Verhandlungen mit den Eigentümern über eine Summe einigen, die sie drauflegte. Eine Einigung gelang, aber beide Seiten vereinbarten Stillschweigen. Geklärt wurde inzwischen auch, wie der Betrag ausbezahlt werden kann, ohne dass "der Anschein eines Schwarzgeschäftes" aufkommen konnte.

Den Anliegern half bei den Verhandlungen, dass die Besitzer Auflagen der Unteren Bauaufsicht zur Verkehrssicherheit des Anwesens nicht nachkommen wollten. Susanne Thome erläutert den Vorgang: "Jedes Mitglied unserer IG hat einen Betrag zu besagter Summe beigesteuert. Nachdem der Kaufvertrag zwischen der Gemeinde und den Eigentümern notariell besiegelt ist, werden wir die vereinbarte Summe an die Verkäufer aushändigen. Damit alles regulär abläuft, wird auch dieser abschließende Vorgang vom Notar festgehalten."

Spielplatz im Gespräch

Mit der Beseitigung des Hauses sind aber noch nicht alle Wünsche der Bürger erfüllt. Edmund Klein bringt zum Beispiel die Einrichtung eines Spielplatzes auf dem freiwerdenden Grundstück ins Gespräch. "Unsere schmale Straße bietet den Kindern nur wenig Raum zum Spielen", begründet er dieses Anliegen.

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