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Vom Splitter der Dornenkrone

Schmelz. Viele so genannte Reliquien sollen sich im Besitz des saarländischen Sammlers Normann Turner befinden. Darunter auch ein Splitter, der von der Dornenkrone Christi stammen soll. Dieser wird am Karfreitag ausgestellt. Isabel Sand

Ein kleiner Splitter auf Goldbrokat unter Bergkristall, versiegelt für die Ewigkeit in einer silbernen Kapsel - was auf den ersten Blick wie ein winziges Stückchen Holz aussieht, soll aus der Dornenkrone Jesu Christi stammen. Die angebliche Dornenkrone-Reliquie ist die einzige im ganzen Bistum Trier und kann am Karfreitag von 9 bis 21 Uhr in einer kleinen Kapelle in Primsweiler bestaunt werden. "Zur stillen Verehrung" stellt Normann Turner das kostbare Reliquiar nun schon seit 15 Jahren immer am Karfreitag aus. Seine kleine Hauskapelle mit dem liebevoll geschmückten Altar und den hölzernen Ikonen an der Wand öffnet dann ihre Pforten für Besucher und gibt ihre Schätze preis. Von einem Mauerstück des Herodianischen Tempels über Holzfragmente vom Kreuz Jesu bis hin zu einem wertvollen byzantinischen Doppelkreuz ist die Kapelle ein wahrer Fundort für Raritäten. An der Echtheit der Reliquien , so attestierte zumindest die katholische Kirche, gebe es keine Zweifel. Dabei hat jedes Stück seine eigene Geschichte, genau wie Turners neuester Sensationsfund - ein Knochenfragment Adelheids, der ersten regierenden Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches.

Das Sammeln scheint Turner im Blut zu liegen, denn auch seine adeligenVorfahren frönten schon der Sammelleidenschaft. Seine Ahnenlinie konnte er bis auf Kaiser Karl den Großen zurückverfolgen, in dessen Nachfolge es immer wieder Reliquien-Sammler gab. Mit diesem berühmten Vorfahr sieht er sich fest verwurzelt in der katholischen Tradition - mit ein Grund für sein besonderes Interesse an christlichen Glaubenszeugnissen.

Zu seinen kostbarsten Schätzen gehört ohne Zweifel die angebliche Dornenreliquie. Doch wie gelangt ein Splitter aus der Dornenkrone Christi von Jerusalem ins Primstal? Laut Überlieferung wurde die Krone, die Jesus von römischen Soldaten bei seiner Kreuzigung aufgesetzt wurde, bis 1036 in Jerusalem verehrt. Danach kam sie nach Konstantinopel, wo König Ludwig IX. von Frankreich sie für eine ungeheure Summe erwarb. In Paris ließ er eigens für die Reliquie einen Aufbewahrungsort erbauen, die "Sainte-Chapelle". In den Wirren der französischen Revolution rettete man die Krone in den Vatikan , eine Hälfte blieb dort, die andere wird bis heute in Notre-Dame de Paris aufbewahrt. Turners Reliquie trägt das Siegel des Kardinals von Mechelen Victor August Isidorus Dechamps. Er trennte ein Fragment aus der Dornenkrone im Vatikan und sein Kardinalssiegel gilt als Echtheitsnachweis der Reliquie. Sie war ein Geschenk für seine Familie in Gent, von deren Nachkommen Turner das Stück erhielt. 2008 ließ Turner es erneut vom Erzbistum Mechelen-Brüssel auf Echtheit untersuchen. "Es handelt sich um eine der wenigen Reliquien von der Dornenkrone Christi auf der Welt, die von der katholischen Kirche als authentisch angesehen wird und somit von den Gläubigen rechtmäßig verehrt werden kann", erklärt Turner.

Dem gelernten Logopäden und Reliquien-Sammler geht es aber vor allem um den Symbolgehalt der Reliquien . Er bezeichnet seine Sammelleidenschaft - in seinem Besitz befinden sich mittlerweile über 300 Exponate - auch nicht als Hobby, sondern unter anderem als Ausdruck seines Glaubens. Besichtigung am Karfreitag von 9-21 Uhr, Böschenstraße 11, Primsweiler. Eintritt kostenlos, Spenden kommen der Mission zu Gute.