Vereine teilen sich die alte Schule

Vereine teilen sich die alte Schule

In und um die alte Schule findet das Vereins- und Gesellschaftsleben in Michelbach statt. Dafür, dass immer alles klappt und in Ordnung ist, kümmert sich der ganze Ort, besonders zu nennen sind die Bewohner der Flitsch.

Frank Edlinger ist seit einem Jahr Ortsvorsteher von Michelbach . Mit dem Ort ist er seit Kindheit vertraut. Da fällt es ihm auch nicht schwer, den Schmelzer Ortsteil von seiner besten Seite zu zeigen. In Michelbach spielt sich das gesellschaftliche Leben in und um das Dorfgemeinschaftshaus ab. Dieses Haus ist die ehemalige Schule, die vor 100 Jahren erbaut wurde. Ein Anbau für zwei weitere Klassensäle kam 1960 hinzu, und 1990 fand die Feuerwehr in einem dritten Anbau eine neue Bleibe. Nachdem die Schule vor zehn Jahren geschlossen wurde, zogen die Vereine und der Jugendclub dort ein. Übrigens, den Jugendclub gibt es bereits seit 50 Jahren, freut sich Edlinger, der selbst dort als Jugendliche seine Freizeit verbracht hatte. Das DRK, die Frauengemeinschaft, der Spielkreis, eine Gesangsgruppe aus Schmelz, die Pfadfinder, Kneippverein, Feuerwehr und ihre Jugend - sie alle haben Räume unter dem Dach der Schule.

So arbeiten auch alle mit, wenn wieder Umbaumaßnahmen anstehen. Das letzte große Projekt war die Pflasterung des Vorplatzes. An sechs Wochenenden wurde der Platz fertig gestellt, die Gemeinde zahlte das Material und unterstützte bei der Planung. Als nächstes steht eine Teilüberdachung des Platzes an. Doch da muss erst wieder Geld in die Kasse. Da sind die Michelbacher erfinderisch, meint Edlinger. Die ersten Feste haben die Bewohner des Wohngebietes auf der Flitsch organisiert, mittlerweile ist daraus eine Interessengemeinschaft geworden. Das Flittschenfeschd ist in der Umgebung bestens bekannt. Es heißt nicht nur wegen des Wohngebietes so, es gibt auch gebratene Hühnerflügel. Frank Edlinger will eine Förderverein Dorfgemeinschaft Michelbach gründen. Dann könnten die Gewinne auch für andere Projekte im Ort ausgegeben werden. "Die alte Schule ist für unser Dorf sehr wichtig." Denn, so Edlinger, im Ort gibt es kein Geschäft, keine Kneipe mehr. "Die Menschen brauchen aber einen Treffpunkt."

Dass die Michelbacher ein kreatives Völkchen sind, beweist auch ihre Schrottsammlung. Unter der Regie des TuS Michelbach sammelt der ganze Ort Altmetall und verkaufte es selbst. Der Erlös von 1000 Euro ist für soziale Zwecke in Ort bestimmt. Neben der alten Schule befindet sich auch ein Beachvolleyballplatz. Zur Zeit werde er aber wenig genutzt. Dagegen erfreut sich der Spielplatz gegenüber der Schule großer Beliebtheit, vor allem wenn Ferienfreizeiten in der alten Schule stattfinden.