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Schmelz
Bunter Zug schlängelt sich durch Schmelz

Mitglieder der KKJA Schmelz waren beim Rosenmontagsumzug als südamerikanische Totengöttinnen verkleidet.
Mitglieder der KKJA Schmelz waren beim Rosenmontagsumzug als südamerikanische Totengöttinnen verkleidet. FOTO: Dieter Lorig
Schmelz. Fast 50 Gruppen sorgen beim Rosenmontagsumzug in Schmelz für ausgelassene Stimmung auf den Straßen. Von Astrid Dörr

Der liebe Gott muss ein Faasebooz sein. Statt sich mit Regenschutz auszustatten hatten sich die Schmelzer warm eingepackt, als sie sich frühzeitig auf den Weg zu ihrem Umzug machten. Ob die Sonne dran ,,schuld“ war, wer weiß? Auf jeden Fall hat das Wetter sicher eine große Rolle gespielt, dass die Stimmung schon vor dem Start des Rosenmontagsumzuges bestens war. Am Sammelpunkt in Schmelz-Außen „auf der Kehr“ herrschte lange vor dem Start reges Treiben. Der Veranstalter, die AG Schmelzer Karneval, hatte alles im Griff, so dass sich die Fußgruppen, Wagen und Musikkapellen pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzen konnten.


Zum Glück, denn vor allem die Kinder, ausgestattet mit Taschen und Tüten, konnten es kaum erwarten. Natürlich waren sie alle verkleidet. „Ohne geht gar nicht“, begründete eine Mama das Verboozen der Kinder und von sich selbst. Warme Kleidung war angesagt, für die Wärme von innen sorgte das ein oder andere nicht nur warme Getränk.

Die Fußgruppen kamen zwar nicht ins Schwitzen, aber sie tanzten sich warm, lautstark von den Besuchern angefeuert. Zum Glück geht es nach dem Start in Schmelz zunächst nur Berg runter, da geht es fast wie von selbst. Auch der Elferrat der KKJA und die Prinzenpaare auf den Wagen strahlten mit der Sonne (sie verschwand ab und an hinter den Wolken) um die Wette. Nicht nur sie haben es sich verdient. Immerhin fiebern die Narren ein ganzes Jahr diesem großen Auftritt entgegen. Und sie geizten nicht nur mit ihrem Lächeln, nein, sie belohnten die Zuschauer am Straßenrand, die lautstark mitsangen und Alleh hopp riefen, mit viel Wurfmaterial. Vor allem Süßigkeiten sind gern gesehen, sei es in Form von Schokoriegel oder Bonbons und Lutscher. Fehlen durften auch „flüssige“ Geschenke nicht. Aber es gab auch was Gesundes: Bananen. Viele sicherten sich einen Platz an der Sonne, manch einer schaute auch nur aus dem Fenster oder stand an der Haustür.



Fast 50 Gruppen schlängelten sich Richtung Ortsmitte, immer wieder blieben sie stehen, führten ihr Tänzchen auf und dann ging es wieder weiter. Bei den Kostümen waren wahre Künstler am Werk. Clowns, Piraten, Hexen, Cowboys und Indianer, aber auch Vampire, Kosaken und Meerjungfrauen hatten sich in Schale geworfen. Schornsteinfeger, Legofiguren und Wahrsagerinnen machten das Bild komplett, zwischenzeitlich fühlte man sich sogar beim Karneval in Venedig. Eine Besucherin meinte denn auch: „So scheen war’s schon lang nemee.“

Mächtig was los war gestern auch beim großen Umzug in Griesborn. Gute Laune und gutes Wetter inklusive. Und bereits am Sonntag hatte sich das bunte Narrenvolk in Überherrn auf die Straße gewagt.

Gute Stimmung herrschte gestern auch in Griesborn.
Gute Stimmung herrschte gestern auch in Griesborn. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Allerlei Vierbeiner tummelten sich beim Umzug durch die Dorfmitte von Überherrn.
Allerlei Vierbeiner tummelten sich beim Umzug durch die Dorfmitte von Überherrn. FOTO: Alexandra Broeren