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Studenten-Alltag mit allen Sinnen

Studenten-Alltag mit allen Sinnen

Mit ihrem Kalender für alle Sinne räumte Judith Adamus aus Schmelz zusammen mit ihren Kommilitonen gleich zwei Preise ab. In Stuttgart gewannen sie den Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie und in Berlin den Druck- und Medien-Award.

Das Titelblatt der Fachzeitschrift Deutscher Drucker ziert eine Gruppe euphorisch jubelnder Preisträger. "Das ist für uns wie auf dem Cover der Vogue zu sein", erklärt Judith Adamus aus Schmelz nicht ohne Stolz. Die 37-Jährige hat zusammen mit elf weiteren Kommilitonen den Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie in Stuttgart und in Berlin den Druck- und Medien-Award gewonnen. Judith Adamus hat bei einer Firma in Losheim den Beruf des Siebdruckers erlernt, in Stuttgart machte sie ihren Meister, wurde Bundessiegerin.

An diesen Erfolg schloss sie ein Studium in Druck- und Medientechnologie an, das sie auch erfolgreich als Bachelor abschloss. Pflichtteil der Examensprüfung war ein Projektpraktikum. "Wir waren zwölf und wollten etwas machen, was noch keiner gemacht hat", merkt die junge Frau an. Ein Kalender bietet da viele Möglichkeiten. "Zwölf Blätter für zwölf Leute." Möglichst vielfältig und originell sollte ihre Arbeit sein, dabei sollten auch die vielfältigen Möglichkeiten der Druck- und Verpackungstechniken angewandt werden.

Als Titel wählten die Zwölf: Ein Tag im Leben eines Studenten - Vita Studiosi. Die vierfarbigen Drucke wurden im Offsetverfahren und anschließend im Sieb- oder Tampondruck mit modernsten Techniken veredelt. Auch wurde ein neues digitales Drucklackverfahren angewendet, mit dem drei unterschiedliche Druckvorgänge in einem durchgeführt werden können. Alles haben die Zwölf selbst erarbeitet, nur die 200 Exemplare wurden in einer Buchbinderei gebunden. "Alles war nur möglich, weil wir viele Sponsoren gefunden haben", gesteht Judith Adamus. Mit den 2000 Euro, die ihnen von der Uni zur Verfügung standen, wären sie bei dem Projekt nicht weit gekommen.

Für ihren Kalender haben sie einen passenden Ständer entwickelt, der gleichzeitig auch als Verpackung und Schutz dient. Viele Details und Raffinessen schildern darin humorvoll den Studentenalltag. Die März-Seite zum Beispiel zeigt einen Frühstückstisch. Hier kann der Leser an einem Glas Orangensaft oder an der Tasse Kaffee riechen. Die sind mit einem entsprechenden Duftlack versehen und verströmen nach kurzem Reiben Kaffee- und Orangenduft. Auf einem anderen Kalenderblatt ist ein Kühlschrank abgebildet. An dessen Tür sind mit Hilfe eines Magneten Rezeptvorschläge mit Einkaufslisten befestigt. Ein gut gefüllter Grill ist auf einer anderen Seite abgebildet. Das Witzige daran: Eine Streichholzschachtel steht daneben mit einer richtigen Reibefläche. Und die Streichhölzer wurden auch nicht vergessen.

Judith Adamus hat sich auf dem Oktoberblatt verewigt. Dort macht sie sich ausgehfertig. Und mit den dort gedruckten Farben kann man sich wirklich schminken.