| 21:12 Uhr

Limbacher Fußballer duschen in Containern
Sportler machen gute Miene zum bösen Spiel

So sieht die Container-Lösung am Limbacher Sportplatz aus. Für die vielen Spieler sind die Container viel zu klein.
So sieht die Container-Lösung am Limbacher Sportplatz aus. Für die vielen Spieler sind die Container viel zu klein. FOTO: Astrid Dörr / Dörr
Schmelz. Nach dem Abriss der Schulturnhalle vor einem Jahr müssen sich die Sportler des SV Limbach weiter in Containern duschen.

Nach dem Abriss der Schulturnhalle in Limbach (wir berichteten) im vergangenen Jahr, muss der SV Blau-Weiß Limbach die Duschen und Umkleiden in den Containern nutzen. Auf Nachfrage beim stellvertretenden Vorsitzenden des SV Limbach-Dorf, Josef Jäckel, hält sich seine Begeisterung in Grenzen. „Die Container werden genutzt. Sie sind die einzige Möglichkeit, die wir haben. Es gibt keine Alternative.“ Das Platzangebot sei viel zu klein. Jäckel: „Man stelle sich vor, wie die Situation an einem Spieltag mit vier Mannschaften (also acht, wenn man die Gastmannschaften mitrechnet) aussehe. Das ist eine Krücke, mit der wir leben müssen“, sagt Jäckel. Und warum kann man den Spielbetrieb nicht entzerren? „Der Aufwand wäre mehr, der Ertrag dafür weniger“, begründet Jäckel. Er bedauert noch heute den Abriss der Schulturnhalle. Die Container bieten Platz für zwei Umkleiden mit 14 Duschen. Jäckel: „Die Duschen gehen eigentlich noch, aber die Bänke in den Umkleiden sind viel zu schmal, da kann man noch nicht einmal eine Tasche abstellen“, versteht Jäckel die Planung nicht.


Und nicht nur das. Seiner Meinung nach sei bei den Containern eine Billigvariante gewählt worden. Bereits nach einem Jahr zeige die Bausubstanz Schwächen und es seien erste Verschleisserscheinungen feststellbar.

„Wir versuchen die entsprechende Sorgfalt walten zu lassen, damit die Container mit Duschen und Umkleiden lange benutzt werden können.“



Seine Hoffnung ruht darauf, dass es irgendwann doch noch eine neue Halle gibt oder, wie er selbst sagt, „bastelt er an einer anderen Lösung für den Sportverein“. Das DRK-Gebäude in unmittelbarer Nähe steht leer. Das könnte man durchaus als Umkleide nutzen oder auch Geräte abstellen, „da wäre uns enorm geholfen“.

brigens gab es auch einen Spielplatz, der zwar mittlerweile wieder neben den Containern aufgebaut, der aber wesentlich kleiner als der alte ausgefallen ist. Auch dies bedauert Jäckel.

Gute Miene zum bösen Spiel muss also der SV Limbach machen. „Wir müssen das so akzeptieren und Rücksicht nehmen, besser als gar nix ist es auf jeden Fall, auch wenn die Situation für alle nicht einfach ist.“

Aber auch der Tischtennis- und Volleyballverein sind unter anderen betroffen. Ihr Training findet in der Kulturhalle statt, die oft durch andere Veranstaltungen – meist am Wochenende beziehungsweise ab donnerstags oder freitags bis montags – belegt ist. Dann können sie die Halle nicht nutzen und das Training fällt ersatzlos aus.

Limbachs Ortsvorsteher Bernhard Zimmer äußert sich nur ungern zu diesem Thema. Seiner Meinung nach sei der entstandene Schaden nicht mehr zu regulieren. Er erinnere sich nur ungern an den Abriss der Schulturnhalle.

Auf Nachfrage im Rathaus beim Schmelzer Bürgermeister Armin Emanuel heißt es nur: „Die Anlage ist errichtet und in Betrieb. Auch der Spielplatz ist wieder aufgebaut.“

Vor einem Jahr berichtete die SZ über den Abriss der alten Duschräume.
Vor einem Jahr berichtete die SZ über den Abriss der alten Duschräume. FOTO: SZ