Spaß an der Freud' in Schmelz

Spaß an der Freud' in Schmelz

Sie pfiffen was auf die Sonne, die dann doch nicht erschienen war, die Schmelzer: In alle nur denkbare Kostüme gesteckt, zogen sie durch den Ort und hatten vor alem eins: mächtig Spaß.

Gut gelaunt zieht Gruppe nach Gruppe durch Schmelz.

Gleich hinter den letzten Umzugswagen kamen schon die Männer mit den großen Besen und fegten die Straßen frei. Doch bis dahin hatte der Schmelzer Narrenkorso am Rosenmontag rund eineinhalb Stunden lang den Ort in Faschingslaune versetzt. Grau war der Himmel, aber im Gemüt strahlte die Sonne als knapp drei Dutzend Wagen, Garden und Fußgruppen gegen 14 Uhr 11 "off da Kehr" im Ortsteil Schmelz-Außen loszogen. Bergab ging es durch das Narrenspalier zur Trierer Straße und weiter zum "ennerschten Ecken" in Bettingen nahe dem Schmelzer Rathaus.

Kreativ unterwegs waren nicht nur die grob geschätzten 500 Umzugs-Teilnehmer. Zuschauer trugen ihre ausgelassensten Kostüme zur Schau, hatten dicke Knochen im Haar, rote Hörner auf der Stirn oder gebogene Stoßzähne am Mammut-Kostüm.

Weißbärtig zog Neptun mit Dreizack seinen Kahn durch den Schmelzer Kreisel. Freie Fahrt hatten dort nur die Fastnachtsfreunde, und die standen dicht gedrängt und bejubelten jede einzelne Gruppe. Darunter Untote und rosa Flamingos, sattrot gekleidete Lappen, von einem Anhänger grüßten Asterix und Obelix . Türkisfarbene Nixen tänzelten über den Asphalt, eine andere Gruppe warf einen großen Würfel und rückte zweibeinige Spielfiguren beim "Mensch ärgere dich nicht" über die Straße. "Dat ess user Garde!", riefen Mädels am Straßenrand. In Zweierreihe stolzierte die über die Primsbrücke, noch immer ein lautstarkes "Alleh Hopp!" auf den Lippen.

Eng und enger wurde es auf dem letzten Abschnitt in Richtung Bahnübergang.

Geishas verteilten flüssige Energiespender, Wrestler zeigten ihre dicken Muskeln aus Plastik, dazwischen spielten Musikvereine das Faschingsrepertoire rauf und runter. Entlang der Strecke füllten sich Tüten mit Süßigkeiten und Plastikbecher mit Promille. Schokoriegel warf Prinz Barbarossa I. mit beiden Händen vom hohen Prinzenwagen, tatkräftig unterstützt von Prinzessin Viktoria I. Sie bildeten das Schlusslicht des Schmelzer Rosenmontagszuges. Fortsetzung folgt, hieß es danach in den Kneipen und Lokalen.