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Gemeinderat schmelz Windräder
Rat macht Weg frei für zwei Windräder

In Hüttersdorf sollen zwei neue Windkraftanlagen entstehen.
In Hüttersdorf sollen zwei neue Windkraftanlagen entstehen. FOTO: Armin Weigel / picture alliance / dpa
Schmelz. Mit zwölf zu zehn Stimmen hat der Schmelzer Gemeinderat das Einvernehmen für den Bau zweier Windräder hergestellt. Von Monika Kühn


Ein großes Zuhörerinteresse fand die Sitzung des Gemeinderates Schmelz. Gut 70 Mitglieder der Bürgerinitiative Vernünftige Windenergie, Interessierte aber auch Befürworter der Windenergie fanden den Weg ins Rathaus. Die Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens zur Errichtung von zwei Windrädern in Hüttersdorf stand auf der Tagesordnung. Vorab gab Bürgermeister Armin Emanuel einen Überblick über Standort und Veränderungen. Eine Windkraftanlage ist im Bereich der Sodixhütte geplant, die zweite im Peterswald. Das Windrad dort soll wegen einer Benjeshecke um 217 Meter verschoben werden. Damit wäre diese Anlage weiter von Hüttersdorf (1227 Meter) entfernt, aber nur noch 836 Meter von Körprich. Die beiden Windräder gehörten bei den ersten Planungen zum Windpark Primsbogen. Doch die Gemeinden Nalbach und Beckingen hatten nach langen Diskussionen den Bau der Windräder in ihren Kommunen abgelehnt.

Das Windrad im Peterswald soll zwar in der ausgewiesenen Konzentrationsfläche aufgestellt werden, allerdings komme es zu Überstreichung der Rotorblätter. Die Anlagen dort werden, wenn sie gebaut werden, mit 230 Metern zu den höchsten in Europa gehören. Für diesen Überschlag muss das LUA eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Die CDU-Fraktion hatte diesen Antrag auf Information seitens der Verwaltung eingebracht. Ihr Sprecher Nicolas Lorenz betonte, dass sie diesen Konzentrationsflächen zugestimmt haben, um Wildwuchs zu vermeiden. Doch von solch hohen Anlagen sei nie die Rede gewesen auch nicht von diesen Überstreichungen. Er verwies auf die Beschwerden aus Bettingen und Gresaubach. Auch betonte er die Einzigartigkeit des Hüttersdorfer Waldes und seiner Naherholung. Dafür habe die Gemeinde viel Geld ausgegeben.

Frank Hardenberger, als Sprecher der BI, hatte einen Fragenkatalog mitgebracht. Er wollte Auskünfte über Brand- und Naturschutz, die Zuwegung, über gesundheitliche Beschwerden, Lärmpegel, Vereisung. Bei den meisten Fragen konnte Emanuel auf das zuständige Amt (LUA) verweisen. Bei Eis und Schnee oder wenn Gefahr drohe, werde die Straße zwischen Hüttersdorf und Düppenweiler (keine klassifizierte Staße) eh gesperrt. Informationen zum Lärmpegel oder den Stand der Genehmigung gäbe es ebenfalls beim LUA. Emanuel verwies auch auf die Pachteinnahmen. Bis zu 75 000 Euro für die beiden Anlagen könnten jährlich fließen.

Die BI Vernünftige Windenergie hatte Infoblätter verteilt. In diesen wurde auf die Problematik der Waldrodung hingewiesen. Die Überstreichung der Rotorblätter widerspreche den Vorgaben, auch wurde hinterfragt, nach welchen Messmodell der Lärmpegel ermittelt werde.



Mit zwölf zu zehn Stimmen wurde das Einvernehmen hergestellt.