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Projektwoche Cyberkriminalität in der Kettelerschule Schmelz

Cyberkriminalität : Wie gefährlich sind Hasskampagnen im Netz?

Experte in Sachen Cybermobbing Peter Sommerhalter diskutierte mit Schülern der Kettelerschule in Schmelz.

(red) Die Klasse 10.1 mit Boris Gillet und Lena Grill führte eine Projektwoche Cyberkriminalität, also Straftaten, welche im Internet begangen werden, in der Kettelerschule Schmelz durch. Themen dieser Woche waren deshalb unter anderem Internetbetrug mit sogenannten Fake-Shops und auf gängigen Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen. Aber auch das Darknet, Hate-Speech (Hass-Rede), Cybermobbing, Fake News, Verschwörungstheorien und Cyberterrorismus wurden dabei behandelt. Im Zuge dessen gestaltete die Klasse eine große Infowand mit zehn Geboten der digitalen Ethik und formulierte diese so, dass alle Schüler und Schülerinnen der Kettelerschule diese verstehen und anwenden können. Mithilfe dieser Gebote soll ein gutes Zusammenleben auch im Internet für alle Schüler gewährleistet werden.

Höhepunkt dieser Themenwoche war der Besuch von Peter Sommerhalter, einem Experten für das Thema Cybermobbing, der seit 2017 Leiter für Prävention und Medienberatung beim Bündnis gegen Cybermobbing e. V. in Karlsruhe ist.

Zur Vorbereitung dieses Gesprächs befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit Rufmordkampagnen im Internet. In diesem Zusammenhang schauten sie auch eine Dokumentation des Y-Kollektivs (Cybermobbing im Darknet kaufen - Leben zerstören per Mausklick). In dieser ging es zum großen Teil um Sommerhalter, der, obwohl selbst Experte, unschuldiges Opfer einer unfassbaren Schmutz- und Hasskampagne gegen ihn geworden ist. Dieser Fall machte die Jugendlichen mehr als sprachlos. Jahrelanger Psychoterror, Morddrohungen gegen ihn und seine Kinder, aber auch erfundene Lügengeschichten über ihn auf Facebook sind Teil seiner bewegenden Geschichte.

Beim Besuch von Sommerhalter war dieser direkt begeistert von der schön gestalteten Infotafel der Klasse 10.1 zu den Geboten der digitalen Ethik, sodass er davon nicht nur ein Foto machte, sondern diese auch dazu nutze, um sie in die Vorstellung seiner eigenen Person einzubauen. Dabei erzählte er beispielsweise interessante Hintergrundgeschichten zum Thema Sammeln von privaten Daten durch WhatsApp und Co., aber auch spannende Informationen zu Internetphänomenen wie der Gruselfigur „Momo“. Er erklärte den Schülerinnen und Schülern aber auch, dass er aufgrund der traumatischen Ereignisse der vergangenen Jahre momentan leider nicht in seinem Beruf arbeiten kann und dass der Besuch an der Kettelerschule für ihn eine Herzensangelegenheit sei, um die interessierten Schüler über seinen Fall aufzuklären.

Für den zweiten Teil der Gesprächsrunde hatten sich die Jugendlichen viele Fragen notiert, die sie zu seiner Person, seiner tragischen Geschichte und zur Dokumentation des Y-Kollektivs hatten. Ghaith und Azad wollten dabei zum Beispiel wissen, was seine Motivation war, zu dieser Gesprächsrunde zu kommen. Ronja und Johanna B. fragten ihn, ob er denke, dass sein Leben je wieder „normal“ werden könne?

Für jede Frage nahm sich Sommerhalter viel Zeit und man merkte dabei oftmals, wie emotional es für ihn war, darüber zu sprechen. Trotzdem war er bei jeder Aussage schonungslos ehrlich, was das ganze Gespräch für ihn und die Schüler noch intensiver machte.

Jonas meinte im Anschluss des Besuchs: „Es ist wirklich bemerkenswert, dass er Herr Sommerhalter in all den Jahren so cool geblieben ist und sich nicht rächen will. „Echt bewundernswert, wie Herr Sommerhalter trotz allem immer noch so positiv ist und wie nett und offen er zu uns war“, schloss sich Chiara an.

Wer sich selbst gerne über die bewegende Geschichte von Herrn Sommerhalter und Hass im Internet generell informieren möchte, kann dies in der Dokumentation unter: https://de.gofundme.com/f/kueche-fuer-peter tun.