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Plätzchenverkauf zugunsten Stefan-Morsch-Stiftung in Hüttersdorf

Aktion in Hüttersdorf : Gebäck für den Kampf gegen Leukämie

In der Hüttersdorfer Weinscheune gibt es in den kommenden Tagen eine Aktion zugunsten der Stefan-Morsch-Stiftung,

Kunsthandwerkliche Geschenkideen, festliche Dekoartikel und noch mehr gibt es zu entdecken – beim Weihnachtsbasar in und um die Hüttersdorfer Weinscheune, der an diesem Donnerstag, 25. November, beginnt. Auch Desiree Bernarding und Florian Schwarz werden mit ihrem Stand vor Ort sein. Mit selbstgemachten Leckereien sammeln sie Geldspenden für die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei.

20 Kilo Spritzgebäck haben die 56-jährige Bernarding aus Wadern und der 35-jährige Schwarz aus Hüttersdorf bereits gebacken und liebevoll verpackt. „Aber das ist noch nicht alles“, verrät Bernarding. „Wir bereiten zusätzlich noch 20 Kilogramm Zimtwaffeln zu – einen Teil erst frisch vor Ort. Auch geröstete Maronen und warme Laugenstangen wollen wir verkaufen.“ Familie, Freunde und Nachbarn unterstützen sie bei den Vorbereitungen und vor Ort. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Spenden für die Leukämie- und Tumorhilfe zu erzielen. Für Desiree Bernarding ist das eine Herzensangelegenheit: „Ohne die Stiftung und Florian gäbe es mich nicht mehr.“

Vor rund drei Jahren wurde bei der Wadernerin Leukämie festgestellt: „Für mich war das wie ein Todesurteil“, erinnert sie sich. Nur die Stammzellspende eines genetisch passenden Menschen konnte sie retten. Die Chance, weltweit einen solchen zu finden, kann nach Worten der Stefan-Morsch-Stuftung bei eins zu mehreren Millionen liegen. Doch in der Datei der Stiftung wurde mit Florian Schwarz ihr Lebensretter gefunden. Nach der Stammzelltransplantation schreiben sie sich über zwei Jahre anonym Briefe. Erst danach ist es gesetzlich erlaubt, dass sie sich auch persönlich kennenlernen. Für die dreifache Großmutter ist es schon die zweite Aktion in der Weinscheune, „aber diesmal steht mein Lebensretter mit mir am Stand“, erzählt sie und findet: „Unbeschreiblich schön! Florian ist für mich wie ein Bruder geworden. Ich bin einfach dankbar. Ich bin noch hier, kann meine Enkel aufwachsen sehen, Zeit mit meinem Mann verbringen. Deshalb will ich nicht ruhen, bis jeder die Stiftung kennt.“

Mithilfe von Geldspenden leistet die Stefan-Morsch-Stiftung finanzielle Entlastung für Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen, wenn diese durch die Erkrankung in Not geraten sind. „Wir möchten so für Betroffene die Basis schaffen, ihre Kräfte gegen die Krankheit bündeln zu können – ohne sich noch zusätzlich sorgen zu müssen“, erklärt eine Sprecherin der Organisation. Aktuell bittet die Stiftung dringend um Spenden für den Musikstudenten Diego. Er kämpft bereits zum vierten Mal gegen Leukämie und kann ohne Hilfe nicht für seinen Lebensunterhalt aufkommen.

Desiree Bernardings Geschichte hat schon viele Menschen bewegt – wie etwa Lars Leistenschneider, Veranstalter des Weihnachtsbasars in der Weinscheune: „Ich finde das Thema Typisierung und Stammzellspende sehr wichtig. Ich kenne Desiree schon lange. Als sie krank wurde, habe ich mich registriert.“ Zu den Abläufen des Basars im Hinblick auf die Hygiene-Auflagen erläutert er: „Um die Veranstaltung für alle so sicher wie möglich zu gestalten, müssen wir leider vom Glühweinausschank und Verzehr vor Ort absehen. Es gilt die 2G-Regel und in den Innenräumen müssen Masken getragen werden. Wir hoffen, den Menschen so in dieser schwierigen Zeit ein bisschen Abwechslung bieten zu können und trotzdem eine festliche Stimmung zu wecken.“

Um die Aktion von Bernarding und Schwarz zu unterstützen, verzichtet er auf die Standgebühren zugunsten der Leukämiehilfe. Marktmanager Jörg Domma vom Rewe-Markt Hüttersdorf möchte ebenfalls das Projekt fördern. Er sponsert zehn Kilogramm Maronen für den Verkauf. Zusätzlich gibt es Beistand von Bäckerei-Inhaber Armin Adelmann, der für den guten Zweck süße Backwaren zur Verfügung stellt.

Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Susanne Morsch freut sich doppelt: „Die Mühe, die Desiree und Florian und die vielen Menschen um sie herum investieren, ehrt uns. Und dass durch eine Stammzellspende ein Leben gerettet wurde und daraus eine Freundschaft entstanden ist, geht mir unter die Haut. Genau dafür setzt sich unser Team täglich ein.“

Öffnungszeiten des Weihnachtsbasars in der Weinscheune, Düppenweilerstraße 4: Donnerstag, 25. November, 17 bis 22 Uhr; Freitag, 26. November, 17 bis 22 Uhr, Samstag, 27. November, 15 bis 22 Uhr; Sonntag, 28. November, 10.30 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es online.

www.weinscheune.de