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Musiker sind „ganz unkompliziert“

Musiker sind „ganz unkompliziert“

Drei Monate, acht Länder: Das Ensemble „Los Moxos“ aus San Ignacio de Moxos in Bolivien besuchte auf seiner Europa-Tournee auch das Saarland. Die jungen Musiker wohnten bei Gastfamilien in und um Lebach. Konzerte gaben sie unter anderem in Roden und Schmelz.

Mit Händen und Füßen haben sie sich verständigt, das Lexikon stets zur Hand und im Vorfeld haben sich viele Gastfamilien eine Liste mit den gebräuchlichsten Wörtern in Deutsch/Spanisch erstellt. Knapp eine Woche weilte das Ensemble "Los Moxos" aus San Ignacio de Moxos aus Bolivien in Lebach. Die jungen Musiker und ihre Lehrer waren bei Gastfamilien untergebracht. Die Jüngsten wohnten bei Familie Fröhlich in Niedersaubach. "Ganz unkompliziert" sei es gewesen, sagt Gabi Fröhlich, die dank eines Spanisch-Kurses sich relativ gut verständigen konnte.

Die beiden Zwölfjährigen hätten einen guten Appetit gehabt, mit dem Essen habe es somit keine Probleme gegeben. Ganz begeistert seien sie vom Besuch des Gondwana-Parks gewesen. "Die sind so fröhlich, da versteht man sich auch (fast) ohne Worte."

Auch Heidi Krämer aus Aschbach ist von ihrem Besuch ganz angetan. Ebenso Renate Höttges. Mit ihren Gästen konnte sie sich allerdings gut auf Englisch unterhalten. Bei Familie Schuster in Eidenborn konnte Luz ihren 25. Geburtstag feiern. Zum Ehrentag gab es einen Kuchen mit Namen und ein gutes Essen am liebevoll dekorierten Tisch. Nach dem Konzert in St. Albert in Saarbrücken sind Jacqueline und Erich Mandernach mit ihren beiden Mädchen zu McDonald's. "Die waren ganz begeistert." Und an dem freien Tag sind die Mandernachs mit ihnen nach Bitsch gefahren. Dirigentin Raquel Maldonado wohnte mit ihrem Mann und den Kindern, ein und vier Jahre alt, bei Monika Hoffeld, wie bei ihrem letzten Besuch von vor zwei Jahren.

Auf ihrer dreimonatigen Europa-Tournee werden die jungen Musiker Konzerte in acht Ländern geben. Von Lebach aus ging es nach Frankreich. Neben Barockmusik auf Streichinstrumenten und Chorgesang präsentiert sich die Gruppe auch mit einheimischen Tänzen und Folklore in traditionellen Gewändern und ihren federgeschmückten Macheteros.

Zu Beginn der Konzerte stellte Dirigentin Raquel die Truppe und ihre Musik vor, gedolmetscht von Monika Hoffeld. Die Musik, so die Bolivianerin, stammt von religiösen Musikern, die ihren Dienst während der Jesuiten-Mission Ende des 17. Jahrhunderts leisteten. Die Musik zeigt, wie man im Urwald musiziert. Die Musikschule in San Ignacio de Moxos im tropischen Nordosten Boliviens bietet den Menschen die Möglichkeit, kostenlos Musik zu machen. Sie müssen sich selbst durch ihre Konzerte und Tourneen finanzieren sowie durch den Verkauf ihrer CDs.