Mit viel Liebe zum Detail

Die Weihermühle im Appelstal in Hüttersdorf hat den fünften Stern für ihr Gästehaus erhalten. Bei der Bekanntgabe waren die Gäste voll des Lobes und erstaunt, was sich hinter den alten Mauern so alles verbirgt.

Vor fast genau zehn Jahren fing das Märchen für Nora Eisenlauer an. 2005 hat sie die Weihermühle entdeckt und mit dem Kauf des Anwesens Anfang 2006 ging ein Kindheitstraum in Erfüllung. Wer die Weihermühle und das Gelände im damaligen Zustand kennt, glaubt seinen Augen kaum. Denn aus einem sanierungsbedürftigen Gebäude ist ein Schmuckstück entstanden. Von außen (im Winter) vielleicht nicht so wahrnehmbar. Aber wer die Mühle betritt, merkt gleich, hier steht der Gast im Mittelpunkt, hier komme ich an und hier finde ich die nötige Ruhe, die ich mir wünsche, wenn ich beispielsweise auf Geschäftsreise bin.

Die Gäste, die die ehemalige Rechtsanwältin an diesem Vormittag auf eine Zeitreise durch ihr Projekt nimmt, staunen nicht schlecht. Landrat Patrik Lauer , zum ersten Mal Gast in der Weihermühle, ist sprachlos. Er bewundere die Herangehensweise und die Konsequenz. "Als Flaggschiff braucht der Landkreis Menschen, die Tourismuskultur schaffen."

Gudrun Pink , Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), zollte der Besitzerin, die mit ihrem Mann Christian und den beiden Söhnen auch in der Weihermühle wohnt, ihren größten Respekt. Sie sei 2010 das erste Mal hier gewesen und hätte es kaum glauben können, was aus der Weihermühle geworden ist. Und heute, fünf Jahre später, staunte sie wieder nicht schlecht, was sich in dieser Zeit alles getan hat. Seit 1. Januar gibt es beispielsweise ein Bistro mit Koch, der die Hausgäste versorgt, die abends nicht mehr aus dem Haus wollen.

Bürgermeister Armin Emanuel , der die Weihermühle, die übrigens 1622 gebaut wurde, bestens kennt, ist stolz auf dieses ganzheitliche Projekt. "Zielstrebig und dennoch mit Behutsamkeit haben sie die Mühle zu dem gemacht, was sie heute ist." Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill, auch zum ersten Mal hier, sprach von einer "Bereicherung für die Region und Lebach."

Das Projekt Weihermühle sei, so Eisenlauer, mehr als eine Mühlensanierung. In Stichworten: 2005 habe sie die Mühle entdeckt, 2006 gekauft, 2007 das Wasserrad wieder ins Leben gerufen. 2008 wurde der Weiher mit Wasser gefüllt, das Haus bekam ein neues Dach und 2009 entstanden die ersten beiden Pferdeboxen. 2011 Innenausbau mit den sechs Gästezimmern, im Dezember 2011 Klassifizierung für Gästezimmer, Gasthöfe und Pensionen mit vier Sternen.

Mittlerweile hat Nora Eisenlauer ein Team aus zwölf Mitarbeitern, die in Küche, Haus und Friesenhof helfen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - im Jahr 2012 gab es ein riesiges Fest mit 400 Gästen und einen Tag der offenen Tür - läuft es jetzt sehr gut. "Wir sind in verschiedenen Internetportalen vertreten und können uns vor Buchungen kaum retten". Vor allem Geschäftsreisende suchten die Ruhe. Stolz ist Eisenlauer natürlich auch auf den Reitbetrieb mit Servicequalifizierung. Dennoch betont sie, dass sie die Auszeichnung für die Kompetenz bekommen wollte und "nicht wegen der Sterne".

www.weihermuehle.net

Meinung:

Eine Frau mit vielen Talenten

Patrik Lauer, Gudrun Pink, Nora Eisenlauer und Armin Emanuel (v.l.) freuen sich über den fünften Stern. Fotos: Thomas Seeber.

Von SZ-Redakteurin Astrid Dörr

Man kann der Familie, allen voran Nora Eisenlauer, nur Erfolg für die Zukunft wünschen. Mit welcher Hingabe und Euphorie, aber immer mit dem Blick für die Realität, sie die Weihermühle und das Gelände hochgezogen, ja groß gezogen hat, verdient nicht nur Anerkennung. Bei aller Euphorie ist sie auf dem Boden geblieben, packt an und kümmert sich nicht nur um ihr großes Hobby: die Friesenpferde. Sie hat als Nichtsaarländerin gelernt, worauf es ankommt. Und sie ist einen Schritt nach dem anderen gegangen. Der Erfolg gibt ihr recht. Trotz kleiner Rückschläge hat sie an ihr Projekt geglaubt. Die Liebe zu ihren Pferden und zum Detail lassen sicher noch viele neue Ideen zu.