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Kinder kämpfen für die Turnhalle

Schmelz. Die Schulturnhalle in Limbach ist inzwischen seit zwei Jahren geschlossen. Nun demonstrierten Kinder am Donnerstagnachmittag vor dem Schmelzer Rathaus, um sich für den Erhalt der Halle einzusetzen. Carolin Merkel

Auf dem Weg zur Gemeinderatssitzung mussten sich die Räte am Donnerstag den Weg durch die lautstarken Demonstranten vor dem Schmelzer Rathaus bahnen. Die hatten sich trotz Regen in friedlicher, aber doch kämpferischer Absicht bereits eine Stunde vor Sitzungsbeginn vor dem Eingang postiert und skandierten lautstark "Halle auf!".

Demo mit viel Lärm



Vor allem die Kinder und Jugendlichen machten dazu mit Ratschen und Trillerpfeifen viel Lärm um ihre Schulturnhalle im Schmelzer Ortsteil Limbach. Die ist, wie bereits mehrfach berichtet, seit gut zwei Jahren geschlossen, Einsturzgefahr und Schimmelbildung sind die Gründe. Nun stand sie auf Antrag der CDU bei der Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung.

Neben der Information über die Situation forderte Fraktionsvorsitzender Nicolas Lorenz vor allem eine Beschlussfassung über ein Sachverständigengutachten. Zuvor gab er das Wort an den Sprecher der Interessengemeinschaft Limbacher Vereine, Josef Jäckel. Der berichtete von einem "deutlichen Einschnitt in die Vereinsstruktur" seit der Schließung: "Die Halle war immer bis auf den letzten Termin ausgebucht, die Talbachhalle ist kein Ersatz", betonte er.

1400 Unterschriften

Vor allem die Tatsache, dass jetzt, ohne Sanierungsmöglichkeiten zu überprüfen, die Halle abgerissen werden solle, dass trotz des Fehlens eines Plan B ein Gutachten , mit dem eventuell Zuschüsse beantragt werden könnten, sogar vehement verweigert würde, könne er nicht verstehen. Mit einer Unterschriftensammlung von 1400 Unterstützern bekräftigte er den Wunsch der Limbacher nach dem Erhalt ihrer Halle.

Hohe Kosten abzusehen

Für ein Gutachten , "denn es gibt keinen Plan B", sprach sich auch Lorenz aus und erntete ebenso wie Jäckel viel Beifall von den Zuhörern. Danach klärten die Architekten Alexander Lentes und Armin Lauck über die baulichen Mängel der Halle und die Gefahren auf. Zudem stellten sie eine Kostenaufstellung für die Sanierung des einsturzgefährdeten Kellers (320 000 bis 350 000 Euro) vor sowie für die dringend erforderliche Sanierung des gesamten Gebäudes, die zusammen mit dem Boden etwa eine Million Euro kosten würde.

In einer genauen Aufstellung erläuterte Bürgermeister Armin Emanuel die Diskussion um die Halle, die bereits 2003 begann. "Im Jahr 2004 war dem Gemeinderat in Gänze bekannt, dass Gefahr im Verzug ist", betonte er. Letztmalig habe der Ortsrat Limbach im Haushalt 2006 die Sanierung abgelehnt. Auch die lange Geschichte um den Schimmelbefall, die Sanitärräume werden weiterhin vom SV Limbach genutzt, hatte er aufgearbeitet.

Schließlich präsentierte Harald Komes von der SPD-geführten Fraktionsgemeinschaft SPD , FW/FWG und Linke einen Beschlussantrag. Sowohl ein Neubau für 1,3 Millionen als auch die Sanierung für geschätzte eine Million Euro seien finanziell nicht vertretbar. Als Lösung schlug er vor, den Hallenkörper abzureißen, den Sanitär- und Umkleidetrakt für den SV zu erhalten, die Sanierungsmaßnahmen durch einen Zuschuss über 77 000 Euro über zehn Jahre zu finanzieren.

Rückbau der Halle beschlossen

Von den Zuhörern gab es dafür wenig Verständnis, die Mehrheit im Rat (18 Stimmen) lehnte den Antrag eines Gutachten zur Sanierung ab. Im Haushalt wurde kein Geld für ein Gutachten eingestellt, im Investitionsprogramm wurde für 2016 Geld zum Rückbau der Halle einstimmig beschlossen.