Ist das Gerätehaus zu groß?

Das neue Feuerwehrgerätehaus in Limbach hat sieben Fahrzeugboxen vorzuweisen, alle geeignet für Großfahrzeuge. Wurde der Neubau zu großzügig geplant? In einem SZ-Gespräch bestreitet dies Kirkels Bürgermeister Frank John.

Ist der Neubau des Limbacher Feuerwehrgerätehauses richtig dimensioniert? So mancher bezweifelt das und spricht von "mehr als eigentlich nötig". Tatsache ist: Der Löschbezirk Limbach verfügt aktuell über drei Großfahrzeuge, zwei Fahrzeuge in Transporter-Größe und einen Anhänger. Macht in der Summe sechs Fahrzeuge. Das neue Feuerwehrgerätehaus in Limbach verfügt nun aber über sieben Fahrzeugboxen, alle geeignet für Großfahrzeuge. Also doch alles etwas zu üppig? Oder steckt hinter dem Bauplan für den Neubau ein anderer Plan für die Zukunft der gesamten Kirkeler Wehr, Stichwort: Konzentration verbleibender Kräfte für den Fall, dass die drei Kirkeler Löschbezirke wegen fehlenden Personals - wie zuletzt im benachbarten Niederbexbach - eines Tages nicht mehr eigenständig sein könnten.

Im Gespräch mit unserer Zeitung gestern stellte Kirkels Bürgermeister Frank John aus seiner und der Sicht der Gemeindeverwaltung klar: "Das neue Feuerwehrgerätehaus des Löschbezirks Limbach ist nicht zu groß geplant." John begründete diese Einschätzung damit, dass es bei einem solchen Projekt nicht darum gehe, eine kurzfristige Lösung zu schaffen, sondern eine, die auch in der Zukunft trage. Dieser Einschätzung kann man folgen, betrachtet man die Situation im Löschbezirk Kirkel-Neuhäusel. Dort ist das noch recht junge Feuerwehrgerätehaus, gebaut in den 1990ern, inzwischen an seine Kapazitätsgrenzen gekommen. Und nur mit Mühe scheint es nun gelungen zu sein, dort baulich zu erweitern, um einem veränderten Aufgabenspektrum gerecht zu werden.

Dem entsprechend führte Frank John neue Einsatzanforderungen an Feuerwehren als einen der Gründe an, die zur nun umgesetzten Größe des neuen Feuerwehrgerätehauses des Löschbezirks Limbach geführt hätten. "So gab es während der Planungen die Überlegung, ein Katastrophenschutzfahrzeug des Kreises in Limbach zu stationieren." Dies sei gegenwärtig zwar nicht mehr aktuell, "aber genau um solche Veränderungen geht es".

Was in Zukunft auf die Kirkeler Wehr zukommen könnte, das soll, so John, in Kürze ein überarbeiteter Brandschutzbedarfsplan ermitteln. Der könnte aufzeigen, dass für kommende Aufgaben auch neues Gerät nötig sei - so wie die letzte Ausgabe des Bedarfsplanes ergeben habe, dass in Kirkel-Neuhäusel ein Fahrzeug zu wenig vorhanden war. "Deswegen haben wird dort einen Gerätewagen Logistik."

Eine große Rolle werde, erläuterte John mit Blick in die nahe Zukunft, bei der Brandschutz-Vorsorge auch das neue Industriegebiet Zunderbaum spielen. Das liege zu einem Großteil auf Kirkeler Gebiet - und müsse entsprechend in die neuen Planungen eingebunden werden. In diesem Zusammenhang bekräftigte John auch die Notwendigkeit eines Löschbezirks in Altstadt, sei der doch aufgrund der räumlichen Nähe zum Zunderbaum als Erster vor Ort. "Da werden neue Aufgaben auf Altstadt zukommen." Zudem sei der kleinste Kirkeler Löschbezirk, nach dem angekündigten Ende der Feuerwehr in Niederbexbach (wir berichteten), auch dort in die Brandbekämpfung eingebunden. Sollten all diese neuen Aufgaben im Zweifelsfall aber die Anschaffung eines weiteren Großfahrzeuges oder entsprechenden Spezialgerätes erfordern, könne dies im Gerätehaus in Altstadt kaum seinen Standort finden. John: "Deswegen brauchen wir die Möglichkeit, auch ein bisschen zu jonglieren."