In Neipel geht es derzeit um die "Wurscht" Metzgermeisters fiese Spielchen

In Neipel geht es derzeit um die "Wurscht" Metzgermeisters fiese Spielchen

Neipel. Das Bühnenstück "Liebe, Lügen, Leberkäs", nach einem Lustspiel von Jürgen Schuster, lebt vor allem durch Wortwitz, Wortspiele und Situationskomik. Mit geschicktem Eingreifen hat der Theaterverein die komödiantische Handlung nach Neipel verlegt, und mit der Übersetzung in die Bohnentaler Mundart authentisch zu einem pikant-neipelschen Schlagabtausch aufgemotzt

Neipel. Das Bühnenstück "Liebe, Lügen, Leberkäs", nach einem Lustspiel von Jürgen Schuster, lebt vor allem durch Wortwitz, Wortspiele und Situationskomik. Mit geschicktem Eingreifen hat der Theaterverein die komödiantische Handlung nach Neipel verlegt, und mit der Übersetzung in die Bohnentaler Mundart authentisch zu einem pikant-neipelschen Schlagabtausch aufgemotzt."Wir wollen immer unsere Heimat so eng wie möglich in die Stücke einbinden", sagt Roland Hero, der in einer Kleinrolle den senilen Opa Bleche verkörpert. Endlich laufen die Geschäfte in der alteingesessenen Metzgerei des Cholerikers Jakob (Edwin Scherer) besser. Zu verdanken hat er das ausgerechnet seinem Gesellen Fritz (Volker Schnur), der durch ein paar innovative Ideen neuen Schwung in den Laden gebracht hat. Während Metzgersgattin Anni (Susanne Scherer) und vor allem Tochter Carolin (Aline Schmitt), die mit Fritz liiert ist, vom Jungmetzger restlos überzeugt sind, leistet Ekelpakt Jakob enormen Widerstand und lässt an seinem Gesellen kein gutes Haar. Der Dauerzwist gerät aus den Fugen, als der Meister gegen seinen Angestellten auch noch zu einem Metzger-Wettbewerb der Innung herausgefordert wird. Jakobs Ehre steht schließlich auf dem Spiel. Und in Neipel geht es um die "Wurscht".

Um seine Metzgerehre zu verteidigen, ist Jakob jedes Mittel recht. Hilfe holt er sich beim angeblich blinden und mit besonderen Kräften ausgestatteten Michel (Olaf Weinsberg), der nach jahrelangem Auslandsaufenthalt in sein Heimatdorf zurückgekehrt. "Dat woar schon frier ä Banditt un Verbrecher", weiß Jakob, weil Michel momentan seine Kohle mit esoterischen Beratungen verdient. In seinen Sitzungen erträgt der aus Limbach stammende Metzger sämtliche Qualen und Erniedrigungen, ohne dabei zu ahnen, dass seine Frau und Geselle Fritz im Hintergrund längst die Strippen ziehen. Zudem coacht Fritz den Briefträger Georg (Eric Glansdorp) bei seinen Liebesbemühngen um die Bäckerstochter Fanny (Claudia Weinsberg), außerdem ist der pfiffige Jungmetzger Michels dunklem Geheimnis auf die Schliche gekommen. Aber, was ist das nur für ein Geheimnis? Wer gewinnt den Kampf um die Metzgerehre? Diese beiden Fragen werden in den Aufführungen am kommenden Wochenende erneut haarklein aufgeklärt.

Mit tosendem Applaus quittierten die 150 Besucher im voll besetzten Saal die Leistung der Laiendarsteller. Nur einer darf seine grandiose Darbietung nicht auskosten. Michel-Darsteller Olaf Weinsberg hat die Aufführung unter großen Schmerzen und mit einer Gipsschiene zur Ruhigstellung des linken Armes durchstehen müssen. Wenige Stunden vor dem Auftritt war Weinsberg noch im Lebacher Krankenhaus wegen einer Blutvergiftung im linken Arm medizinisch versorgt worden.

Auf einen Blick

Das Lustspiel in drei Akten "Liebe, Lügen, Leberkäs" von Jürgen Schuster. Die Darsteller: Jakob (Edwin Scherer), Anni (Susanne Scherer), Carolin (Aline Schmitt), Fritz (Volker Schnur), Michel (Olaf Weinsberg), Fanny (Claudia Weinsberg), Georg (Eric Glansdorp), Opa Blechle (Roland Hero). Souffleuse (Luise Scherer), Regie (Paul Backes). frf